Archiv der Kategorie: Fonds-/Managerselektion

Passiv ist gut für ESG: Viel neues Research zu ESG, Wealthtech und mehr

„Passiv ist gut für ESG Investments“ kann man aus vielen Researchnews schließen. Da ich zunächst berichten wollte, dass Diversifikator zum zweiten Mal in Folge zu den innovativsten Wealthtech100 der Welt gehört (s. hier), sind inzwischen sogar über 40 aktuelle Researchbeiträge mit Fokus auf verantwortungsvolle Investments und Wealthtech zusammengekommen. Vielleicht für manche überraschend: Incidents, Engagement und Robo-Fondsanalyse sind nicht sehr effizient und zwei nachhaltige B2C Robo-Advisors geben auf. Erschreckend aber nicht überraschend: Die sehr vielen Detailanforderungen der geplanten ESG-Reportingpflicht der EU.

PRISC – Policy for Responsible Investment Scoring: Die Taxonomiealternative von der DVFA

PRISC wurde am 8. April von der DVFA veröffentlicht. Damit können Geldanleger ihre nachhaltige Geldanlagepolitik sehr einfach definieren. Dafür gibt es einen kopierbaren und damit modifizierbaren Text, ein individuell veränderliches Tabellenkalkulationsblatt und ein kleines Nachhaltigkeitslexikon. Auf Basis einer damit individuell definierten verantwortungsvollen Geldanlagepolitik kann man mit dem Tool relativ einfach Fonds und andere Geldanlagen beurteilen. So etwas hätte ich mir von der Taxonomiekommission der EU gewünscht!

Im folgenden Beitrag zeige ich, wie ich auf dieser Basis die Nachhaltigkeitspolitik meiner Firma Diversifikator definiert habe und welche Verantwortungsscores meine Portfolios danach erhalten. Auf einer Skala von 0 bis 200% reicht die Bandbreite meiner Portfolios dabei von 0% bis zu 187% (zu den Portfolios siehe auch https://prof-soehnholz.com/passive-allokationsportfolios-und-esg-relativ-gut-in-q1-2020/).

Hinweis: Ich bin Mitglied der Sustainable Investing Kommission der DVFA und habe maßgeblich an der Entwicklung des Tools mitgearbeitet.

Passive Asset Allokationen sind besser als aktive

Passive Asset Allokationen sind besser als aktive, habe ich vor Kurzem In einer Diskussion mit einem Investmentprofi behauptet. Daraufhin fragte dieser zu Recht nach Belegen für meine These.

Meine These basiert vor allem auf eigener Erfahrung und nicht auf einem bestimmten Researchbeitrag. Deshalb habe ich zunächst eine kurze Internetrecherche zu dem Thema Passive Asset Allokationen durchgeführt. Ecosia hat mich zu einigen interessanten Analysen von Morningstar geführt. Morningstar kann ja aufgrund seiner Historie als Ratingagentur für aktive Fonds nicht unbedingt verdächtigt werden, passive Investments zu favorisieren.

ESG International: Neues zu China, Islamic Finance, Impact etc.

Ich hätte mir mit „ESG International“ seit dem letzten ESG Researchbeitrag vom 9. Dezember doch nicht so viel Zeit lassen sollen. Seitdem sind schon wieder über 40 interessante Beiträge zu ESG aber auch Asset Allokation, Risikomanagement, Wealthtech etc. erschienen, die ich im Folgenden kurz zusammenfasse und teilweise kommentiere. Ich habe aber Ausreden: Wir haben unsere Portfolios und Portfolioregeln aktualisiert (siehe  https://prof-soehnholz.com/tolle-2019er-esg-performance/) und ich habe einen Beitrag zum Thema „Passive ist besser als aktive Asset Allokation“ vorbereitet, der in den nächsten Tagen hier veröffentlicht wird.

Tolle 2019er ESG Performance

Auch die mehrjährige ESG Performance (Environment, Social, Governance) der Portfolios von Diversifikator ist sehr gut. In diesem Beitrag vergleiche ich die Renditen der aktuell 8 öffentlichen regelbasiert-optimierungsfreien und strengen ESG-Portfolios von Diversifikator mit unterschiedlichen Benchmarks. Dabei macht es einen erheblichen Unterschied, ob man ein Portfolio mit passiven Benchmarks oder der durchschnittlichen Performance aktiv gemanagter Fonds nutzt (siehe auch https://prof-soehnholz.com/verantwortungsvolle-als-einzige-offizielle-geldanlage-benchmarks/).

Das ESG ETF-Portfolio wurde als wohl weltweit erstes öffentliches derartiges Portfolio bereits Ende 2015 gestartet. Die ersten direkten Aktienportfolios von Diversifikator gibt es seit Ende 2016 (siehe auch https://prof-soehnholz.com/3-jahre-diversifikator-gute-rendite-aber-80-prozent-anders-ist-schwer-zu-verkaufen/).

Neues ESG Research und News zu Robo-Advisors und Wealthtech

Obwohl ich Umfragen zum Thema ESG, Beiträge ohne neue Fakten oder Meinungsäußerungen ohne neue Perspektiven nicht zitiere, finde ich jede Woche immer noch etwa 10 interessante ESG Research und Wealthtech Veröffentlichungen. Hier sind wieder mehr als 20 Links für die beiden letzten Wochen:

Verantwortungsvolle Geldanlage für Stiftungen: Ein Tool für die Anlagepolitik

Dieser Beitrag besteht aus Auszügen eines Gesprächs mit dem Titel: „ESG ist definitiv keine Sau, die durchs Dorf getrieben wird!“ (Quelle: Runder Tisch der FondsFibel für Stiftungen & NPOs, www.fondsfibel.de, MidYear Update vom Juli 2019, S. 20-25).

Haben Fondsanbieter Angst vor ESG-Reportingtransparenz?

Professor Dr. Thomas Mayer vom Flossbach von Storch Research Institute hat heute einen Beitrag mit dem Titel „Die Nachhaltigkeits-Falle“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht (Seite 29), in dem er m.E. gegen ESG-Reportingtransparenz argumentiert.

Kann institutionelles Investment Consulting digitalisiert werden? Beispiele.

Das ist eine ziemlich ketzerische Frage, weil die individuelle Beratung von institutionellen Anlegern, also solchen mit sehr großen Anlagevolumina, als besonders komplex gilt. Ich meine, dass viele Elemente gut digitalisierbar sind. Das versuche ich am Beispiel einer kostenlos nutzbaren US Webseite zu zeigen.

Statt Kannibalisierung: ESG-Robo oder Alternatives-Robo?

Viele deutsche Banken sind noch zurückhaltend mit dem Einsatz von Robo-Advisors (siehe hier). Das scheint daran zu liegen, dass viele Angst vor der Gefährdung ihres Bestandsgeschäftes („Kannibalisierung“) haben. Außerdem sehen sie ihre Margen im Neugeschäft als gefährdet an. Banken verdienen derzeit noch sehr gut am Verkauf von Investmentfonds, für die sie Vertriebsprovisionen erhalten.

Unabhängige Robo-Advisors dagegen bieten überwiegend niedrigmargige Vermögensverwaltungen auf Basis von kostengünstigen Indexfonds (ETFs) an.

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