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Impactbeispiel 3

Impactbeispiel 3 zeigt die Investmentlogik für die alphabetisch dritte Aktie meines Impactportfolios. Dabei geht es vor allem um SDG-Vereinbarkeit, ESG-Ratings und Shareholder Engagement.

100% SDG-Vereinbarkeit

Badger Meter entwickelt, produziert und vertreibt vor allem Produkte mit Fokus auf Wasserdurchflussmessungen. Dazu gehören Wasserzähler, Funkgeräte, Software und sowie Lösungen zur Überwachung von Wasserqualität. Badger Meter hat seinen Hauptsitz und -Absatzmarkt in den USA und ist aber auch in Europa mit einigen Produktionsstandorten vertreten.

Damit erfüllt Badger Meter meinen wichtigsten Nachhaltigkeitsanspruch, nämlich Produkte oder Services anzubieten, die möglichst gut im Einklang mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG) stehen. Im Fall von Badger Meter ist das aus meiner Sicht vor allem das Ziel 6: „Clean Water and Sanitation“. Nach meiner eigenen Einschätzung sind die kompletten Umsätze gut mit den SDG vereinbar und der von mir genutzte Nachhaltigkeitsanbieter Clarity.ai sieht ebenfalls 100% der Umsätze mit den SDG vereinbar an.

Grenzwertige Umweltrisiken (in: Impactbeispiel 3)

Eine weitere wichtige Nachhaltigkeitsanforderung wird von Badger Meter aber nur noch knapp erfüllt. Das aggregierte ESG-Rating bei fast 70 von 100. Das ist sehr gut, vor allem wenn man bedenkt, das sich dieses Rating auf alle über 25tausend geraten Unternehmen bezieht. Mit fast 90 ist der Governancescore besonders hoch und auch der Sozialscore ist mit über 65 gut. Aktuell liegt der Umweltrisikoscore aber nur bei meinem Selektionsmindestwert von 50. Wenn dieser Wert um mehr als 5 Punkte (10%) fallen würde, müsste ich Badger Meter nach meinen internen Regeln aus meinem Portfolio nehmen.

Gut ist, dass von Badger Meter keine Aktivitäten bekannt sind, die auf meiner zahlreiche Null-Toleranz-Ausschlüsse umfassenden harten Ausschluss- bzw. Liste wieterer unerwünschter Aktivitäten stehen.

Shareholder-Engagement mit wenig Resonanz

Im Juli 2023 habe ich erstmals und im Februar 2024 zuletzt direkt mit Badger Meter kommuniziert. Zunächst habe ich nach fehlenden Nachhaltigkeitsinformationen gefragt. Die Nachfrage wurde schnell und befriedigend beantwortet. Meine Anregungen zur Messung von GHG Scope 3 Emissionen sowie zu ESG-Befragungen von Kunden und Mitarbeitern wurden zur Kenntnis genommen. Nur für bessere Nachhaltigkeitsbewertungen von Lieferanten scheint es konkrete Pläne zu geben.  

Die Unternehmen in meinem Portfolio gehören sowohl nach Ausschlüssen als auch ESG- und SDG-Kriterien bereits zu den besten weltweit. Alternativinvestment scheiden nach diesen Kriterien etwas schlechter ab und es ist nicht abschätzbar, ob die Engagementreaktion bei diesen Unternehmen besser ausfallen würde. Deshalb führt eine unbefriedigende Reaktion auf meine Engagements nicht zu einem Teil- oder Komplettverkauf der Aktien.

Gute Portfolioergänzung (in: Impactbeispiel 3)

Badger Meter hat seinen Hauptsitz und die Börsennotiz in den USA, während die Zielmärkte vor allem Nordamerika und Europa sind. Die USA gehören zu den 40% der Länder, die meine Gesetzmäßigkeitsanforderung erfüllen. Mit aktuell knapp 40% ist die Bottom-Up zustande gekommene Portfolioallokation zu den USA relativ niedrig. Neben Badger Meter ist noch ein weiteres Unternehmen aus dem Fonds, das ebenfalls seinen Hauptsitz und -Absatzmarkt in den USA hat, in diesem Wassergeschäft tätig.

Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell etwa 5 Milliarden Euro passt Badger Meter gut zu den anderen fokussierten aber gering kapitalisierten Unternehmen im Portfolio.

Badger Meter hat seit der Aufnahme der Aktie ins Portfolio einen Gewinn von aktuell 18% eingebracht.

Informationen zum Fonds

Bisherige Beispiele siehe

Nachhaltiges Investmentbeispiel 1 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

SDG-Investment 2: Handschuhe aus Australien – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Insgesamt hat der von mir beratene Fonds seit der Auflage im August 2021 eine ähnliche Performance wie andere globale Small- und Midcapfonds (vgl. z.B. Fonds-Portfolio: Mein Fonds | CAPinside). In den letzten Monaten ist die Performance sogar deutlich besser als die der traditionellen Peergroup (vgl.  Globale Small-Caps: Faire Benchmark für meinen Artikel 9 Fonds? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)).

Wie in einem meiner letzten Blogbeiträge detailliert, bietet der Fonds im Vergleich zu durchschnittlichen traditionellen Small- und Midcap-Fonds damit bisher einen „Free Lunch“ in Bezug auf Nachhaltigkeit: Man erhält ein besonders konsequent nachhaltiges Portfolio mit Small- und Midcap-typischen Renditen und Risiken (vgl. Free Lunch: Diversifikation nein, Nachhaltigkeit ja? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com).

Weiterführende Informationen zu meinen Portfolios gibt es hier: Das-Soehnholz-ESG-und-SDG-Portfoliobuch.pdf (soehnholzesg.com)

Disclaimer zu Impactbeispiel 3

Dieser Beitrag ist von der Soehnholz ESG GmbH erstellt worden. Die Erstellerin übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und/oder Aktualität der zur Verfügung gestellten Inhalte. Die Informationen unterliegen deutschem Recht und richten sich ausschließlich an Investoren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Sie sind nicht als Verkaufsangebot oder Aufforderung zur Abgabe eines Kauf- oder Zeichnungsangebots für Anteile der/s in dieser Unterlage dargestellten Aktie/Fonds zu verstehen und ersetzen nicht eine anleger- und anlagegerechte Beratung. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen gesetzlichen Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt und – sofern verfügbar – Jahres- und Halbjahresbericht) getroffen werden, die auch die allein maßgeblichen Anlagebedingungen enthalten.

Die Verkaufsunterlagen des Fonds werden bei der Kapitalverwaltungsgesellschaft (Monega Kapitalanlagegesellschaft mbH), der Verwahrstelle (Kreissparkasse Köln) und den Vertriebspartnern zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Verkaufsunterlagen sind zudem im Internet unter www.monega.de erhältlich. Die in dieser Unterlage zur Verfügung gestellten Inhalte dienen lediglich der allgemeinen Information und stellen keine Beratung oder sonstige Empfehlung dar. Die Kapitalanlage ist stets mit Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Vor einer etwaigen Anlageentscheidung sollten Sie eingehend prüfen, ob die Anlage für Ihre individuelle Situation und Ihre persönlichen Ziele geeignet ist. Diese Unterlage enthält ggf. Informationen, die aus öffentlichen Quellen stammen, die die Erstellerin für verlässlich hält. Die dargestellten Inhalte, insbesondere die Darstellung von Strategien sowie deren Chancen und Risiken, können sich im Zeitverlauf ändern. Einschätzungen und Bewertungen reflektieren die Meinung der Erstellerin zum Zeitpunkt der Erstellung und können sich jederzeit ändern. Es ist nicht beabsichtigt, diese Unterlage laufend oder überhaupt zu aktualisieren. Sie stellt nur eine unverbindliche Momentaufnahme dar. Die Unterlage ist ausschließlich zur Information und zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Jegliche nicht autorisierte Vervielfältigung und Weiterverbreitung ist untersagt.

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Explainable ESG: Researchpost #179

Explainable ESG: 9x new research on migration, pay, carbon disclosure, carbon impact, human rights, green innovation, SDG 17, buyouts (#shows SSRN full paper downloads as of June 6th, 2024)

Social and ecological research

Migrant platform disadvantage? Digital labour platforms and migrant workers by Wouter Zwysen and Agnieszka Piasna as of April 18th, 2024 (#20): “…migrants being a fifth more likely than similar native-born residents to work on platforms. This greater prevalence is mainly driven by migrants from outside the EU who are likely to face more regulatory hurdles and who may also experience greater disadvantage and discrimination in the labour market. The difference is further driven by migrants with high qualifications who are likely to see the biggest mismatch in the traditional labour market as their skills are generally downgraded. Finally, students are generally more likely to do platform work and, among this group, there is a sizeable overrepresentation of migrants. Migrant workers are also primarily engaged in ride-hailing and delivery platform work. … there is a pay gap for migrant workers relative to those that are native-born” (p. 27/28).

Pay disclosure effects: Is Pay Transparency Good? by Zoë Cullen as of June 2023: “Horizontal pay transparency policies that reveal pay gaps between coworkers doing similar work at the same firm … reduce pay gaps but also have unintended spillovers between worker negotiations that lower worker bargaining power and wages. In contrast, vertical and cross-firm pay transparency policies that ameliorate information frictions in the labor market more broadly have shown potential to improve motivation and talent allocation and sharpen competition, and, in so doing, raise wages, productivity, and equity” (p. 21/22). My comment: As part of my shareholder engagement activities, I ask every invested company to reveal the CEO to average worker pay gap, see Shareholder engagement: 21 science based theses and an action plan – (prof-soehnholz.com). This helps me and other investors to focus in real – and not only planned – reductions in the future.

Partially effective disclosure: Mandatory Carbon Disclosure: Evidence from France by Thomas Bourveau, Alexandre Garel, and Arthur Romec as of April 15th, 2024 (#113): “We examine firms’ response to a carbon disclosure mandate imposed on French firms with more than 500 employees …. We find that only half of the firms subject to the mandate comply and file at least one carbon report between 2014 and 2021. … only a fraction of the firms report their scope 3 emissions. … the propensity to file a carbon report and to include an action plan is lower for firms in more carbon-intensive industries. Finally, we find that expected carbon emission reduction is associated with the actual reduction in emissions, especially for firms that provide clear action plans with quantitative metrics“ (abstract).

ESG investment research (in: Explainable ESG)

Explainable ESG: CO2e/CaRe Attributable Emissions in Dutch Portfolios by Arun Muralidhar as of April 15th, 2024 (#12): “… the biggest driver of the carbon impact of portfolios is the asset allocation and, prima facie, it appears that portfolios with higher proportions of Fixed Income, and further with Global Sovereign Bond rather than Credit allocations, contribute to higher carbon emissions. … the analysis ignores any carbon offsets a fund might hold within individual asset class holding or carbon futures offsets …  it is important to find a way to convert measures like tCO2e into normalized measures. … it is important to develop measures of carbon impact that are easily understood by a broader group of stakeholders. We have proposed the CaRe/€1bn/year statistic as one way to capture this” (p. 17/18; CaRe: Car Emission Equivalents).

Risks to people: Human Rights in EU Sustainable Finance Legislation by Daniel Litwin and Elsa Savourey as of May 29th, 2024 (#15): “This paper has demonstrated how human rights are widely embedded in key pieces of EU sustainable finance legislation through direct and indirect references to human rights and to BHR frameworks (Sö: Business and human rights) such as the UNGPs and the OECD Guidelines. … a significant divide persists between investors‘ preparedness and expertise in human rights and the efforts required to implement human rights-related provisions in EU sustainable finance legislation. … Additionally, important concepts such as ‘risks’ and ‘impacts’ found in BHR differ from their traditional meaning in the financial sector, with the former adopting a ‘risks to people’ approach and the latter a ‘risks to returns’ …” (S. 36/37). My comment: Risks to people should lead to financial risks but in order to achieve this, shareholder engagement and divestments must be a real and not only theoretical option.

Impact investment research

Green innovation: The Green Transition: Evidence from Corporate Green Revenues by Johannes Klausmann, Philipp Krueger, and Pedro Matos as of June 14th, 2024 (#20): “… we use data on green corporate revenues to provide novel evidence on the green transition, which accelerated after the Paris Agreement. We find that regulatory initiatives have led to an acceleration in the growth of the green economy in Europe. We show that innovative US firms possessing green patents can effectively translate these patents into tangible green revenues, which also contributes to the transition. Finally we document that the presence of institutional owners is associated with the post-Paris shift to green. We also examine the stock returns of firms with high green revenues and find only modest evidence of a green alpha, which is concentrated in US stocks in the post-Paris period“ (p. 29). My comment: There is no need for a green alpha for investors. With the same performances, investors should select the more sustainable investment option which I call the free green lunch.

Green bonus problems: Climate-linked Pay and Supply Chain Management by Minjia Li as of May 30th, 2024 (#31): “This study finds that the use of climate-linked pay leads firms to outsource their GHG emissions to their upstream supply suppliers, measured as the proportion of upstream scope 3 emissions out of total emissions. I find that firms with climate-linked pay reduce their scope 1 emissions by redirecting emissions to their suppliers, while the total emissions remain unchanged. This effect is primarily driven by firms with higher bargaining power over suppliers and lower supplier switching costs. … I … find evidence that firms with climate-linked pay initiate fewer and terminate more contracts with “hard-to-shift-emissions” suppliers, proxied by suppliers from countries or jurisdictions with higher enforcement of environmental regulation, mandatory ESG reporting laws, and legal origins of civil law“ (p. 29/30). My comment: Unfortunately too many companies and investors focus on green pay instead of real outcomes such as Scope 3 emissions or potentially increasing pay ratios between top managers and average employees, see  Wrong ESG bonus math? Content-Post #188 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

On SDG 17: About SDGs, reading the manual with NLP by Leila Bennani, Amina Cherief, Theo Le Guenedal, and Takaya Sekine from Amundi as of June 4th, 2024 (#13): “… We also find a strong link between our geographic transformation and SDGs, especially with SDG17, suggesting the importance of cooperation for their successful achievement. … there might be a common belief that the goals can be achieved in both developed and developing countries, while the objective is actually to support developing countries. … despite the need to close the financing gap to achieve the SDGs by 2030, cooperation does not seem to be happening from developed to developing countries” (p. 15/16).

Other investment research (in: Explainable ESG)

Buyout manipulations? Loss Avoidance in Private Equity by Maria N. Borysoff and Gregory W. Brown as of Feb. 23rd, 2024 (#632): “This paper provides evidence that buyout funds manage multiples of invested capital (MOICs) for portfolio companies to avoid incurring and reporting capital losses. … we document an unusually low frequency of multiples just below 1.0 and an unusually high frequency of payouts that are equal to or just above 1.0. This behavior is consistent with funds attempting to minimize loss ratios which are commonly used to assess the riskiness of funds by outside investors and consultants. We document that more experienced general partners (GPs) appear more likely to engage in loss avoidance and do so while they are fundraising for their next fund. Loss avoidance may provide financial benefits because loss-avoiding GPs raise significantly larger subsequent funds relative to their vintage year peers. While loss avoidance may benefit GPs, it is negatively associated with the final fund returns that investors receive“ (abstract).

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Werbehinweis (in: Explainable ESG)

Unterstützen Sie meinen Researchblog, indem Sie in meinen globalen Small-Cap-Anlagefonds (SFDR Art. 9) investieren und/oder ihn empfehlen. Der Fonds mit aktuell sehr positiver Performance konzentriert sich auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG: Investment impact) und verwendet separate E-, S- und G-Best-in-Universe-Mindestratings sowie ein breites Aktionärsengagement (Investor impact) bei derzeit 28 von 30 Unternehmen: FutureVest Equity Sustainable Development Goals R – DE000A2P37T6 – A2P37T und My fund – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

SDG-Investment 2: Hand protection icon von Open Icons von Pixabay

SDG-Investment 2: Handschuhe aus Australien

SDG-Investment 2: Hier stelle ich meine aktuellen Investments in alphabetischer Reihenfolge vor. Das SDG Investment #1 ist hier zu finden: Nachhaltiges Investmentbeispiel 1 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

SDG-Vereinbarkeit > 50%

Ansell bietet Schutzhandschuhe für den Einsatz im Gesundheitswesen (Schwerpunkt) und der Industrie an. Ansell hat seinen Hauptsitz in Australien. Das Unternehmen hat zahlreiche Produktionsstätten und verkauft seine Produkte vor allem in Nordamerika und den USA.

Ansell erfüllt meinen wichtigsten Nachhaltigkeitsanspruch, nämlich Services bzw. Produkte zu liefern, die möglichst gut im Einklang mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG) stehen. Im Fall von Ansell sind das aus meiner Sicht die die Ziele Gesundheit (3) sowie Menschenwürdige Arbeit (8).

Nach meiner eigenen Einschätzung sind fast alle Umsätze gut mit den SDG vereinbar.  Der von mir genutzte Nachhaltigkeitsanbieter Clarity.ai sieht die Umsätze von Ansell allerdings nur zu etwas mehr als 50% mit den SDG vereinbar an. Die unterschiedliche Betrachtung ergibt sich, wie ich Schutzhandschuhe bzw. Schutzkleidung grundsätzlich als gut für die Gesundheit einschätze, und zwar unabhängig von der Branche, in der sie genutzt werden. Clarity.ai dagegen berücksichtigt nur die Schutzkleidung, die für die Gesundheitsbranche genutzt wird als SDG-konform.

Bisher reichte eine Netto-Quote, also nach Abzug eventueller SDG-schädlicher Umsätze, von 50%, um in meine SDG-Aktienportfolios aufgenommen zu werden. Im Rahmen der nächsten turnusgemäßen Neuselektion werde ich prüfen, ob ich diese Anforderung auf 75% oder mehr erhöhen kann. Falls das geschieht, müsste ich die Aktien von Ansell aus meinem Portfolio nehmen.

SDG-Investment 2: Sehr geringe ESG-Risiken

Meine zweite wichtige Nachhaltigkeitsanforderung wird von Ansell sehr gut erfüllt. Die aktuellen Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsratings liegen alle über 60 von 100. Dabei nutze ich einen Best-in-Universe-Ansatz, d.h. ich vergleiche Ansell mit den tausenden anderen von Clarity.ai gerateten Unternehmen.

Diese Ratings sind durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz sehr aktuell und beinhalten auch Informationen über alle bekannten sogenannten Incidents bzw. Kontroversen, die sich potenziell negativ auf die ESG-Ratings auswirken können. Außerdem sind von Ansell keine Aktivitäten bekannt, die auf meiner zahlreiche Null-Toleranz-Ausschlüsse umfassenden Liste stehen. Auch andere unerwünschte Aktivitäten, die nicht explizit ausgeschlossen werden, sind mir nicht bekannt.

Shareholder-Engagement mit wenig Resonanz

Im September 2023 habe ich erstmals mit Ansell direkt kommuniziert und zunächst nach mir fehlenden Nachhaltigkeitsinformationen gefragt. Die Nachfrage wurde schnell und befriedigend beantwortet. Im Nachgang habe ich Ansell dazu angeregt, ihre GHG Scope 3 Emissionsreduktionsziele zu veröffentlichen, was bereits geplant war aber aktuell noch nicht umgesetzt ist. Ansell ist aber nicht bereit, die CEO Pay Ratio zu veröffentlichen, also den Unterschied zwischen Gesamtkompensation des CEO im Vergleich zu einem durchschnittlichen Mitarbeiter.

Außerdem habe ich angeregt, Mitarbeiter und Kunden umfassend in Bezug auf ESG zu befragen und Lieferanten ebenso zu bewerten. Ansell plant aktuell offenbar nicht, diesen Empfehlungen zu folgen. Weil das Unternehmen nach meiner Ansicht aber schon zu den nachhaltigsten gehört, ist das kein Grund, es aus meinem Portfolio zu nehmen.

SDG-Investment 2: Gute Portfolioergänzung

Ansell hat seinen Hauptsitz und die Börsennotiz in Australien, während die Zielmärkte vor allem Nordamerika und Europa sind. Australien gehört zu den 40% der Länder, die meine Gesetzmäßigkeitsanforderung erfüllt. Mit aktuell etwas über 15% ist die Bottom-Up zustande gekommene Portfolioallokation zu Australien hoch. Dafür ist die Nordamerika-Allokation mit ca. 40% relativ niedrig.  Die vier anderen Portfoliounternehmen mit Hauptsitz in Australien können zwar auch dem Gesundheitssektor zugerechnet werden, haben jedoch nichts mit Schutzbekleidung zu tun.

Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell etwa 2 Milliarden Euro passt Ansell gut zu den anderen fokussierten aber gering kapitalisierten Unternehmen im Portfolio.

Verkauf trotz ordentlicher Performance?

Ansell hat seit der Aufnahme der Aktie ins Portfolio einen Gewinn von aktuell 11% eingebracht. Aufgrund der Netto-SDG-Umsätze von etwas über 50% kann es trotzdem sein, dass Ansell nicht dauerhaft im Portfolio bleibt. Andere SDG-Aligned bzw. Impactfonds nutzen meines Wissens dagegen teilweise nur Mindestanforderungen von 20%.

Durch meine hohen Nachhaltigkeitsanforderungen, die alle zugleich erfüllt werden müssen, ist zu erwarten, dass der Umschlag im Fonds auch künftig relativ hoch sein wird (vgl. Divestments: 49 bei 30 Aktien meines Artikel 9 Fonds – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)). Kostenmäßig ist das für Anleger kaum relevant, weil im Fonds zwischen den geplant jährlich erfolgenden Aktienselektionsterminen und damit insgesamt relativ wenig gehandelt wird.

Insgesamt hat der von mir beratene Fonds seit der Auflage im August 2021 eine ähnliche Performance wie andere globale Small- und Midcapfonds (vgl. z.B. Fonds-Portfolio: Mein Fonds | CAPinside). In den letzten Monaten ist die Performance sogar deutlich besser als die der traditionellen Peergroup (vgl.  Globale Small-Caps: Faire Benchmark für meinen Artikel 9 Fonds? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)).

Wie in einem meiner letzten Blogbeiträge detailliert, bietet der Fonds damit bisher einen „Free Lunch“ in Bezug auf Nachhaltigkeit: Man erhält ein besonders konsequent nachhaltiges Portfolio mit Small- und Midcap-typischen Renditen und Risiken (vgl. Free Lunch: Diversifikation nein, Nachhaltigkeit ja? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com).

Weiterführende Informationen zu meinen Portfolios gibt es hier: Das-Soehnholz-ESG-und-SDG-Portfoliobuch.pdf (soehnholzesg.com)

SDG-Investment 2: Disclaimer

Dieser Beitrag ist von der Soehnholz ESG GmbH erstellt worden. Die Erstellerin übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und/oder Aktualität der zur Verfügung gestellten Inhalte. Die Informationen unterliegen deutschem Recht und richten sich ausschließlich an Investoren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Sie sind nicht als Verkaufsangebot oder Aufforderung zur Abgabe eines Kauf- oder Zeichnungsangebots für Anteile der/s in dieser Unterlage dargestellten Aktie/Fonds zu verstehen und ersetzen nicht eine anleger- und anlagegerechte Beratung. Anlageentscheidungen sollten nur auf der Grundlage der aktuellen gesetzlichen Verkaufsunterlagen (Wesentliche Anlegerinformationen, Verkaufsprospekt und – sofern verfügbar – Jahres- und Halbjahresbericht) getroffen werden, die auch die allein maßgeblichen Anlagebedingungen enthalten.

Die Verkaufsunterlagen des Fonds werden bei der Kapitalverwaltungsgesellschaft (Monega Kapitalanlagegesellschaft mbH), der Verwahrstelle (Kreissparkasse Köln) und den Vertriebspartnern zur kostenlosen Ausgabe bereitgehalten. Die Verkaufsunterlagen sind zudem im Internet unter www.monega.de erhältlich. Die in dieser Unterlage zur Verfügung gestellten Inhalte dienen lediglich der allgemeinen Information und stellen keine Beratung oder sonstige Empfehlung dar. Die Kapitalanlage ist stets mit Risiken verbunden und kann zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Vor einer etwaigen Anlageentscheidung sollten Sie eingehend prüfen, ob die Anlage für Ihre individuelle Situation und Ihre persönlichen Ziele geeignet ist. Diese Unterlage enthält ggf. Informationen, die aus öffentlichen Quellen stammen, die die Erstellerin für verlässlich hält. Die dargestellten Inhalte, insbesondere die Darstellung von Strategien sowie deren Chancen und Risiken, können sich im Zeitverlauf ändern. Einschätzungen und Bewertungen reflektieren die Meinung der Erstellerin zum Zeitpunkt der Erstellung und können sich jederzeit ändern. Es ist nicht beabsichtigt, diese Unterlage laufend oder überhaupt zu aktualisieren. Sie stellt nur eine unverbindliche Momentaufnahme dar. Die Unterlage ist ausschließlich zur Information und zum persönlichen Gebrauch bestimmt. Jegliche nicht autorisierte Vervielfältigung und Weiterverbreitung ist untersagt.

Private company ESG: Illustrated with picture of baby shoes by armennano from Pixabay

Private company ESG: Researchpost #178

Private company ESG: 10x new research on climate risk and nudging, private company ESG, ESG rating changes, AI and greenwashing, transformation, political engagement and impact asset allocation (# shows number of SSRN full paper downloads as of May 30th, 2024)

Social and ecological research

More climate risks? The globalization of climate change: amplification of climate-related physical risks through input-output linkages by Stephan Fahr, Richard Senner, and Andrea Vismara as of May 21st, 2024 (#164): “While global supply chains … risks across countries has received surprisingly little attention. … The findings suggest that direct GDP loss estimates can severely underestimate the ultimate impact of physical risk because trade can lead to losses that are up to 30 times higher … than what looking at the direct impacts would suggest. However, trade can also mitigate losses if substitutability across country-sectors is possible“ (abstract).

Easy climate nudging: Misperceived Social Norms and Willingness to Act Against Climate Change by Peter Andre Teodora Boneva Felix Chopra Armin Falk as of May 21st, 2024 (#237): “Americans vastly underestimate the prevalence of climate norms in the US …. We show that a relatively simple, scalable, and cost-effective intervention – namely informing respondents about the actual prevalence of climate norms in the US – reduces these misperceptions and encourages climate-friendly behavior. Importantly, we find that this intervention is depolarizing and particularly effective for climate change skeptics, the group of people who are commonly difficult to reach. Our results suggest that informing people about the behavior of relevant peers constitutes a particularly effective tool to target, reach, and convince skeptics“ (p. 29/30).

Private company ESG? Do ESG disclosure mandates affect the competitive position of public and private firms? by Peter Fiechter, Jörg-Markus Hitz, and Nico Lehmann as of May 23rd, 2024 (#46): “… we find that the staggered adoption of ESG disclosure mandates in different economies around the globe has an economically meaningful impact on competition in these domestic markets, as private suppliers gain contracts at the expense of public suppliers. … (i) ESG regulated corporate customers shift contracts from public to private suppliers, consistent with a preference for ESG opaque over ESG transparent supply chains, and (ii) adverse price competition effects for treated suppliers due to incremental direct and indirect costs associated with the ESG disclosure mandate. We also show that treatment effects are concentrated in contractual relations with suppliers of low importance to their corporate customers” (p. 27).

ESG investment research (in: Private company ESG)

ESG mechanics (1): Sovereign Environmental, Social, and Governance (ESG) Investing: Chasing Elusive Sustainability by Ekaterina Gratcheva and Bryan Gurhy from the International Monetary Fund as of May 23rd, 2024 (#35): “Most sovereign ESG scores used by the industry focus on evaluating sustainability risks that could impact financial returns – and not those that impact positive sustainability outcomes. … This mismatch has prompted regulatory bodies in various jurisdictions, including the FCA (2023), to consider stricter regulations governing the use of terms such as „responsible“ and „sustainable“ in investment fund nomenclature. … ESG factors … have limited effectiveness in reducing national emissions or advancing the achievement of SDGs” (p. 24). My comment see Neues Greenwashing-Research | CAPinside

ESG mechanics (2): Do Investors Respond to Mechanical Changes in ESG Ratings by Seungju Choi, Fabrizio Ferri, and Daniele Macciocchi as of May 24th, 2024 (#98): “… we study whether investors change their portfolio holdings in response to mechanical changes in ESG ratings––i.e., changes independent of concurrent changes in a firm’s actual ESG activities. To do so, we exploit a change in Refinitiv’s ESG ratings mechanically driven by the expansion of its coverage in 2015. We first document that the coverage expansion automatically and substantially improved the relative position – and thus the ESG rating – of the firms already covered by Refinitiv. Next, we show that these firms did not exhibit any improvement in their ESG performance (as measured using actual ESG outcomes, ESG ratings by other providers, as well as our estimated Refinitiv’s ESG rating absent the coverage expansion). … the probability of being selected by an ESG fund is higher for treatment firms relative to control firms, whereas we do not find that ESG funds increase their holdings of treated stocks already in their portfolio. These findings suggest that ESG funds use ESG ratings mostly in the selection process rather than the portfolio weighting process. … our analyses show that passive ESG funds (those with an index-based investing strategy) and active ESG funds that are more “passive” in their selection strategy (due to resource constraints) are more likely to add to their portfolio firms that experience an increase in ESG ratings independent of concurrent changes in the firm’s ESG activities” (p. 20/21). My comment: I f my ESG rating provider updates its methodology and company ESG ratings change only because of this change, I still react regarding my investment/divestment portfolio decisions. The reason: I assume (and can usually confirm) that the updated rating methdodology I better than the old methodology. “Rule-change” examples see Divestments: 49 bei 30 Aktien meines Artikel 9 Fonds – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

AI vs Greenwashing: Combining AI and Domain Expertise to Assess Corporate Climate Transition Disclosures by Chiara Colesanti Senni, Tobias Schimanski, Julia Bingler,  Jingwei Ni, and Markus Leippold as of May 14th, 2024 (#417): “… the lack of one clear reference framework paves the way for inconsistencies in transition plans and the risk of greenwashing. We propose a set of 64 common ground indicators from 28 different transition plan disclosure frameworks to comprehensively assess transition plans … Applying the tool to 143 reports from the carbon-intensive CA100+ companies, we find that companies tend to disclose more indicators related to target setting (talk) but fewer indicators related to the concrete implementation of strategies (walk)“ (abstract). My comment: I am not sure if there is an added value compared to the approaches of good ESG rating providers.

Impact investment research (in: Private company ESG)

More transformation? Consistency or Transformation? Finance in Climate Agreements by Sebastian Rink, Maurice Dumrose and Youri Matheis as of May 21st, 2024 (#21): “Our paper critically examines the role of responsible institutional investors… we show that responsible investors tend to avoid high-emitting companies in their portfolios. Companies with higher ownership by responsible investors do not decarbonize faster. In contrast, companies’ ESG ratings improve significantly with higher responsible investor ownership. This highlights a focus by responsible investors on these widely used ESG metrics instead of real economy decarbonization“ (abstract).

Private company ESG: Entrepreneurial Finance and Sustainability: Do Institutional Investors Impact the ESG Performance of SMEs? by Wolfgang Drobetz, Sadok El Ghoul, Omrane Guedhami, Jan P. Hackmann, and Paul P. Momtaz as of May 22nd, 2024 (#83): “We show that … investor backing by venture capital and private equity funds leads to an increase in SMEs’ (Sö: Small and medium size enterprises) externally validated ESG scores compared to matched non-investor-backed SMEs. Consistent with ESG-as-insurance theory, we find that the ESG performance of SMEs with a higher probability of failure, especially low-revenue SMEs and SMEs with high revenue volatility, is more likely to benefit from institutional investor backing. The positive effect is non-linear: SMEs with high ex-ante ESG performance are more likely to further improve ESG policies following investor backing, while SMEs with low ex-ante ESG performance are unlikely to improve“ (abstract). My comment: With my shareholder engagement focus on supplier ESG ratings improvement I want to leverage my engagement efforts, see Supplier engagement – Opinion post #211 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Political engagement: Collaborative investor engagement with policymakers: Changing the rules of the game? by Camila Yamahaki and Catherine Marchewitz as of April 12th, 2024 (#41): “… this article analyzes what drives institutional investors to engage with government entities and what challenges they find in the process. … We identify a trend that investors conduct policy engagement to fulfill their fiduciary duty, improve investment risk management, and create an enabling environment for sustainable investments. As for engagement challenges, investors report the longer-term horizon, a perceived limited influence toward governments, the need for capacity building for investors and governments, as well as the difficulty in accessing government representatives“ (abstract).

Impact asset allocation: How sustainable fnance creates impact: transmission mechanisms to the real economy by Ben Caldecott, Alex Clark, Elizabeth Harnett, and Felicia Liu as of May 23rd, 2024: “Our findings suggest that fixed income, notably sustainability-linked bonds and loans, could present the greatest opportunity for impact if they are appropriately designed, passively-managed public equities the least, and hedge funds strategies the most variable. … we suggest how this analysis might be applied to strategic asset allocation by investors with multi-asset portfolios, suggesting that the addition of an “impact budget” as a way of operationalising these decisions” (p.27). My comment see Sustainable investment = radically different? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com) or Nachhaltige Geldanlage = Radikal anders? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

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Werbehinweis (in: Private company ESG):

Unterstützen Sie meinen Researchblog, indem Sie in meinen globalen Small-Cap-Anlagefonds (SFDR Art. 9) investieren und/oder ihn empfehlen. Der Fonds mit aktuell sehr positiver Performance konzentriert sich auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG: Investment impact) und verwendet separate E-, S- und G-Best-in-Universe-Mindestratings sowie ein breites Aktionärsengagement (Investor impact) bei derzeit 28 von 30 Unternehmen: FutureVest Equity Sustainable Development Goals R – DE000A2P37T6 – A2P37T und My fund – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Nachhaltiges Investmentbeispiel 1: Bild von Succo von Pixabay

Nachhaltiges Investmentbeispiel 1

Nachhaltiges Investmentbeispiel 1: Bild von Pixabay von Succo

Sehr gute SDG-Vereinbarkeit

AMN Healthcare ist ein Personaldienstleistungsunternehmen mit Fokus auf das Gesundheitswesen der Vereinigten Staaten von Amerika. Etwa zwei Drittel des Geschäfts entfallen auf den Bereich Zeitarbeit in der Krankenpflege, das andere Drittel auf die Vermittlung von Ärzten und technologiegestützte Arbeitsplatzlösungen. Damit erfüllt AMN meinen wichtigsten Nachhaltigkeitsanspruch, nämlich Services bzw. Produkte zu liefern, die möglichst gut im Einklang mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG) stehen. Im Fall von AMN sind das die Ziele Gesundheit (3) sowie Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (8). Der von mir genutzte Nachhaltigkeitsanbieter Clarity.ai sieht die Umsätze von AMN als zu >90% mit den SDG vereinbar an.

Sehr geringe ESG-Risiken (in: Nachhaltiges Investmentbeispiel 1)

Auch meine zweite wichtige Nachhaltigkeitsanforderung wird sehr gut erfüllt. Die aktuellen Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsratings liegen alle über 60 von 100. Dabei nutze ich einen Best-in-Universe-Ansatz, d.h. ich vergleiche AMN mit den tausenden anderen von Clarity.ai gerateten Unternehmen. Diese Ratings sind durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz sehr aktuell und beinhalten auch Informationen über alle bekannten sogenannten Incidents bzw. Kontroversen, die sich potenziell negativ auf die ESG-Ratings auswirken können. Außerdem kenne ich keine AMN-Aktivitäten, die auf meiner zahlreiche Null-Toleranz-Ausschlüsse umfassenden Liste stehen. Auch andere unerwünschte Aktivitäten, die nicht explizit ausgeschlossen werden, sind mir nicht bekannt.

Offen für Shareholder Engagement

Anfang 2023 habe ich erstmals mit AMN direkt kommuniziert und zunächst nach mir fehlenden Nachhaltigkeitsinformationen gefragt. Die Nachfrage wurde schnell und befriedigend beantwortet. Im Nachgang habe ich AMN dazu angeregt, ihre GHG Scope 3 Emissionen umfassend zu veröffentlichen, was bereits geplant war und inzwischen auch geschehen ist. Außerdem habe ich angeregt, Mitarbeiter und Kunden umfassend in Bezug auf ESG zu befragen und Lieferanten ebenso zu bewerten. Grundsätzlich scheint AMN offen für solche Anregungen zu sein. Ich erwarte aber keine schnelle Umsetzung meiner Vorschläge.

Gute Portfolioergänzung (in: Nachhaltiges Investmentbeispiel 1)

AMN hat seinen Hauptsitz, die Börsennotiz und den Zielmarkt in den USA und die USA gehören zu den 40% der Länder, die meine Gesetzmäßigkeitsanforderung erfüllt. In der Vergangenheit gab es mit Manpower noch ein zweites Arbeitsvermittlungs- bzw. Zeitarbeitsunternehmen aus den USA in meinem Portfolio. Solche Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und ermöglichen den Wechsel in attraktive Vollzeitarbeitsstellen bei ihren Kunden. Außerdem ermöglichen sie ihren Kunden, flexibler zu sein, als wenn sie Mitarbeiter direkt fest anstellen müssten. Allerdings werden Zeitarbeitsunternehmen auch kritisiert, weil ihre Kunden durch Nutzung von Zeitarbeit vielleicht weniger Stellen schaffen oder Personalkosten senken wollen. Ich habe mir wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema angesehen, aber keine allgemeingültigen Aussagen dazu gefunden.

Beim Start meines Fonds im August 2021 (vgl. My fund – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)) habe ich Zeitarbeit bzw. Arbeitsvermittlung noch als grundsätzlich SDG-kompatibel eingeschätzt. Seite Ende 2023 nutze ich ausschließlich die neu verfügbaren SDG-Umsatzschätzungen meines Nachhaltigkeitsdatenanbieters. Dieser schätzt diese Branche nicht als generell SDG-kompatibel ein. AMN wird dagegen als zu >90% SDG-vereinbar klassifiziert, weil es ausschließlich Services für die Gesundheitsbranche erbringt. Die Aktien von Manpower wurden deshalb aus dem Fonds genommen, während AMN im Fonds bleiben durfte. Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell etwa 2 Milliarden Euro passt AMN gut zu den anderen fokussierten aber gering kapitalisierten Unternehmen im Portfolio.

Schlechte Performance der Aktie beeinträchtigt die Portfolioperformance kaum

AMN ist eines der im aktuellen Portfolio wenigen Beispiele, welches trotz sehr guter Nachhaltigkeitsbeurteilungen seit der Aufnahme ins Portfolio eine sehr schlechte Performance zeigt. So beträgt die Allokation statt der grundsätzlich angestrebten 3,3% Gleichgewichtung aktuell nur noch 2,5%, denn seit Ende 2023 ist der Kurs der Aktie sogar um über 50% gefallen. Das bedeutet, dass AMN trotz der hohen Nachhaltigkeit bei der nächsten turnusgemäßen Aktienselektion nicht wieder ins Portfolio aufgenommen wird.

Bei dem Unternehmen, das ich meinem nächsten Beitrag beschreiben werde, ist das zum Glück ganz anders. Und insgesamt hat der von mir beratene Fonds seit der Auflage im August 2021 eine ähnliche Performance wie andere globale Small- und Midcapfonds (vgl. z.B. Fonds-Portfolio: Mein Fonds | CAPinside). In den letzten Monaten ist die Performance sogar deutlich besser als die der traditionellen Peergroup. Wie in einem meiner letzten Blogbeiträge bietet der Fonds damit bisher einen „Free Lunch“ in Bezug auf Nachhaltigkeit: Man erhält ein besonders konsequent nachhaltiges Portfolio mit Small- und Midcap-typischen Renditen und Risiken (vgl. Free Lunch: Diversifikation nein, Nachhaltigkeit ja? – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com).

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Financial health: Picture from Riad Tchakou from Pixabay

Financial health: Researchpost #177

Financial health: Illustration from Riad Tchakou from Pixabay

9x new research on financial health, startups, circular economy, family firms, green revenues, green bonds, green CAPM, and index funds (# shows SSRN full paper downloads as of May 23rd, 2024)

Social and ecological research: Financial health and more

Financial health 1: Connecting Mental and Financial Wellbeing – Insights for Employers by Surya Kolluri, Emily Watson and High Lantern Group as of May15th,2024 (#29): “Financial health is deeply intertwined with mental health. Financial stresses, such as debt, significantly contribute to mental health challenges. This stress affects personal wellbeing and has profound implications on workplace productivity and employee engagement, affecting personal relationships, work performance, and overall wellbeing.  Additionally, poor mental health also hinders effective decision-making by impairing the cognitive capacity crucial for evaluating financial options and risks which can lead to impulsive spending, poor financial planning, and increased vulnerability to stressinduced short-term financial decisions. By providing integrated education and support, employers play a crucial role in positively addressing the mutually reinforcing financial and mental health relationship” (p. 2).

Financial health 2: New insights into improving financial well-being by Jennifer Coats and Vickie Bajtelsmit as of May 1st, 2024 (#25): “Individual discount rates, risk preferences, and financial self-confidence consistently contribute to different indicators of FWB (Sö: Financial well-being). In particular, we find significant evidence that both the discount rate and self-confidence in financial decision-making have strong impacts on the dimensions of FWB. Financial literacy has an important moderating role in relation to these two drivers and to income. Personality traits, such as conscientiousness and neuroticism are influential in alternative ways across models” (abstract). … “The most important contribution of this study is the finding that individual discount rates play such an important role in determining composite financial well-being … Financial literacy appears to be necessary but not sufficient to enhance FWB. In particular, if individuals lack the confidence and/or patience to make sound financial decisions, the influence of financial literacy on FWB is limited” (p. 30).

Startup-migration: The Startup Performance Disadvantage(s) in Europe: Evidence from Startups Migrating to the U.S. by Stefan Weik as off Sept. 27th, 2023 (#202): “This paper explores the main drawbacks of the European startup ecosystem using a new dataset on European startups moving to the U.S. … Empirical evidence shows that startups moving to the U.S. receive much more capital, produce slightly more innovation, and are grow much bigger before exit than startups staying in Europe. More surprisingly, I find that U.S. migrants do not increase their revenues for many years after migration, instead incur higher financial losses throughout, and do not significantly improve their likelihood of achieving an IPO or successful exit. Additional evidence shows that large parts of the innovation, net income loss, and growth difference can be explained by U.S. migrants’ funding advantage. … European startups are only marginally, if at all, hindered by technology, product, and exit markets, but that the main disadvantage is the VC financing market“ (p. 24/25).

Full circle? The Circular Economy by Don Fullerton as of May 16th, 2024 (#47): “Research about the circular economy is dominated by engineers, architects, and social scientists in fields other than economics. The concepts they study can be useful in economic models of policies – to reduce virgin materials extraction, to encourage green design, and to make better use of products in ways that reduce waste. This essay attempts to discuss circular economy in economists’ language about market failures, distributional equity, and policies that can raise economic welfare by making the appropriate tradeoffs between fixing those market failures and achieving other social goals” (p. 15).

ESG investment research (in: “Financial health”)

Green families: Family-Controlled Firms and Environmental Sustainability: All Bite and No Bark by Alexander Dyck, Karl V. Lins, Lukas Roth, Mitch Towner, and Hannes F. Wagner as of May15th, 2024 (#11): “We find that family-controlled firms have carbon emissions that are indistinguishable from those of widely held firms. … Further, we find that family-controlled firms have significantly lower carbon emissions than widely held firms in countries where a government has not taken significant climate actions and there is thus a substantial risk of policy tightening in the future. … Our paper also finds that, relative to widely held firms, family-controlled firms are significantly less likely to disclose and perform well against the myriad qualitative metrics that comprise a large component of ESG rating agency scores …” (p. 26/27). My comment: With more supply chain transparence ESG-ratings of public and privately held suppliers will become much more important, see Supplier engagement – Opinion post #211 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Green institutional benefits: In the Pursuit of Greenness: Drivers and Consequences of Green Corporate Revenues by Ugur Lel as of May 19th, 2024 (#142): “Firms are increasingly turning to green products and services in recent years …Drawing on an extensive dataset spanning from 2008 to 2023 across 49 countries, … I find that foreign institutional ownership, especially from countries with rigorous environmental regulations and norms, significantly boosts green revenue intensity. … These effects are mostly present in carbon-intensive firms …. I also observe a significant increase in green revenues following the implementation of EU Green Deal, accompanied by improvements in CO2 emissions and other environmental policies. There is also an immediate effect of green revenues on profit margins but only for firms in clean industries” (p. 26/27).

Green reputation pays: The reputation effect of green bond issuance and its impact on the cost of capital by Aleksandar Petreski, Dorothea Schäfer, and Andreas Stephan as of Nov. 19th, 2023 (#61): “This study provides a deeper understanding of the mechanism behind the established negative relationship between green bond issuances and financing costs. The paper hypothesized that this negative relationship can be explained by reputation effects that arise from repeated green bond issuances. … The econometric results … using Swedish real estate firms confirm that it is not the occasional issuance of green bonds but the repeated green bond issuance that reduces the firm’s cost of capital. This effect is also found for the cost of equity. … Additional econometric results confirm the effect of green-bond issuance on reputation using ESG scores as a reputation proxy variable. We find that all aspects of the ESG composite score—environmental, social, and governance pillars—are positively affected by a long track record of green bond issuance, whereas only the governance pillar of ESG is positively affected by a long track record of non-green issuance“ (p. 18).

ESG investment model: Modelling Sustainable Investing in the CAPM by Thorsten Hens and Ester Trutwin as of April 22nd, 2024 (#202): “We relate to existing studies and use a parsimonious Capital Asset Pricing Model (CAPM) in which we model different aspects of sustainable investing. The basic reasoning of the CAPM, that investors need to be compensated for the bad aspects of assets applies so that investors demand higher returns for investments that are harmful from an environmental, social, and governance (ESG) perspective. Moreover, if investors have heterogeneous views on the ESG–characteristics of a company, the market requires higher returns for that company, provided richer investors care more about ESG than poorer investors, which is known as the Environmental Kuznets Curve (EKC). Besides the effect on asset prices, we find that sustainable investing has an impact on a firm’s production decision through two channels – the growth and the reform channel. Sustainable investment reduces the size of dirty firms through the growth channel and makes firms cleaner through the reform channel. We illustrate the magnitude of these effects with numerical examples calibrated to real–world data, providing a clear indication of the high economic relevance of the effects” (abstract).

Traditional investment research

Smart investors: Is Money in Index Funds Smart? by Jeffrey A. Busse, Kiseo Chung, and Badrinath Kottimukkalur as of Jan. 17th, 2024 (#157): “Passive funds with inflows generate positive risk-adjusted returns during the subsequent year and outperform funds with outflows, consistent with the notion that index fund money is “smart.” Similar outperformance during the next year is not present in active funds seeing higher inflows. Passive funds that outperform see high inflows even though their performance does not persist after accounting for size, value, and momentum. These findings suggest that the “smart money” effect in passive funds reflects genuine investor ability …“ (abstract).

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Werbehinweis (in. „Financial health“)

Unterstützen Sie meinen Researchblog, indem Sie in meinen globalen Small-Cap-Anlagefonds (SFDR Art. 9) investieren und/oder ihn empfehlen. Der Fonds mit aktuell sehr positiver Performance konzentriert sich auf die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG: Investment impact) und verwendet separate E-, S- und G-Best-in-Universe-Mindestratings sowie ein breites Aktionärsengagement (Investor impact) bei derzeit 27 von 30 Unternehmen: FutureVest Equity Sustainable Development Goals R – DE000A2P37T6 – A2P37T und My fund – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Free Lunch: Illustration mit magischem Viereck der Kapitalanlage

Free Lunch: Diversifikation nein, Nachhaltigkeit ja?

Free Lunch: Es gibt viele Geldanlagemythen. Zu den hartnäckigsten gehört die Annahme, dass Streuung über unterschiedliche Geldanlagen bzw. Diversifikation viel bringt und nichts kostet. Das wird oft als „Free Lunch“ bezeichnet.

Aber gute Geldanlagen müssen nicht nur Rendite-, Volatilitäts- und Korrelationserwartungen sondern realistische Renditen und Verlustrisiken aber auch Liquidität und Nachhaltigkeit berücksichtigen.

Woher kommt die Free Lunch Annahme?

Angeblich hat der Nobelpreisträger Harry Markowitz erstmals den Satz vom „Free Lunch“ genutzt. Seine Theorie besagt vereinfacht, dass eine Ergänzung eines Portfolios um eine weitere nicht-voll korrelierte (gleichlaufende) Geldanlage die Relation von Rendite zu Risiko (als Sharpe Ratio gemessen) verbessert. Viele Geldanlagespezialisten berufen sich auch heute noch auf diese „Moderne Portfoliotheorie“ von 1952.

Seit einigen Jahren können auch deutsche Privatanleger kostengünstige und stark diversifizierte Exchange Traded Fonds (ETF) kaufen. Viele Anbieter von Geldanlagen werben damit, dass ETFs oder ihre (etwas) anderen bzw. alternative Geldanlagen zur Diversifikation von Portfolios beiträgt. Beide Arten von Anbietern sprechen oft von Free Lunches.

Diversifikation über Anlageklassen: Illiquiditätskosten

Auch viele professionelle Anleger begründen Investitionen ihrer Portfolios in Anlagesegmente wie Immobilien, Private Equity, Private Debt oder Hedge Fonds damit, dass sie zusätzliche Diversifikation anstreben, um ihre Portfoliorisiken breiter zu streuen und damit zu senken.

Ob solche Investments nach allen ihren Kosten die Renditen von Portfolios verbessern, ist strittig (vgl. aktuell z.B. Ennis oder Isil Erel/Thomas Flanagan/Michael Weisbach). Unstrittig ist, dass solche Diversifikationen in wenig korrelierte Geldanlagen die Wertschwankungen (Volatilität) von Portfolios grundsätzlich reduzieren. Das stimmt aber nicht immer und gilt nicht unbedingt auch für Verluste, wie zum Beispiel die Finanzkrise von 2008 zeigte.

Außerdem sind die oben genannten alternativen Investments meistens wenig liquide. Das bedeutet, dass man sie nicht schnell verkaufen kann, wenn man das möchte. Illiquidität ist ein Risiko, welches bei der Portfoliooptimierung von Markowitz und auch vielen Weiterentwicklungen nicht adäquat berücksichtigt wird (Gleiches gilt für Nachhaltigkeit). Dabei ist es offensichtlich, dass eine Diversifikation mit nicht-liquiden Investments Anlegerrisiken erhöht. Damit ist Diversifikation kein „Free Lunch“ mehr.

Illiquiditätsrisiken von Impact Investments

Impact Investments gelten als die nachhaltigsten Investments. Dabei geht es in der anspruchsvollsten Variante darum, dass Geldanleger auf ihre Investments einwirken sollen, um sie (noch) nachhaltiger zu machen. Lange Jahre wurden nur illiquide Investments als Impactinvestments anerkannt. Das liegt daran, dass bei illiquiden bzw. Private Capital Investments den Empfängern neues Kapital zukommt. Das ist bei liquiden bzw. börsennotierten Investments, bei denen anderen Anlegern Wertpapiere abgekauft werden, nicht der Fall. Allerdings ist es oft schwer, diesen Impact bzw. das Impactpotenzial verlässlich zu messen und konkreten Investoren zuzurechnen.

Illiquide impact Investments können mit großen Risiken behaftet sein. Wie alle illiquiden Investments haben sie den Nachteil, dass man sie nicht schnell verkaufen kann, wenn man Fehlentwicklungen erkennt und künftige Risiken reduzieren will. Das kann häufiger vorkommen, als man erwartet (vgl. Impact divestment: Illiquidity hurts (prof-soehnholz.com)). Wenn zudem bekannt wird, dass Anleger auf längere Zeit an nicht (mehr) nachhaltige Investments gebunden sind, kann das zu Reputationsverlusten führen.

Kein Free Lunch: Erhebliche Nachhaltigkeits-Diversifikationskosten innerhalb von Anlagesegmenten

Seitdem es kostengünstige ETFs (Exchange Traded Fonds) gibt, bin ich ein Fan solcher Produkte. Beim Start meines eigenen Unternehmens in 2015 wollte ich eigentlich nur Portfolios aus ETFs anbieten. Diesen Plan habe ich aber schnell geändert. Der Grund war mein Wunsch, möglichst nachhaltige Portfolios anzubieten.

Mein Ende 2015 gestartetes ESG ETF-Portfolios war zwar wohl das erste derartige Portfolio, das öffentlich angeboten wurde. Mit dem Fokus auf relativ strenge Socally Responsible Investment (SRI) ETFs ist es auch ein besonders konsequent nachhaltiges Portfolio. Allerdings war nach der Durchschau auf die in den ETFs enthaltenen Wertpapiere schnell klar, dass auch solche ETFs viele Aktien und Anleihen enthalten, die ich nicht für ausreichend nachhaltig halte. Das liegt vor allem daran, dass die ETFs Wertpapiere aus möglichst allen Branchen enthalten sollen, damit die Abweichungen (Tracking Error) zu vergleichbaren nicht-nachhaltigen Indizes nicht zu groß werden. So findet man in vielen angeblich nachhaltigen ETFs Wertpapiere von fossilen Energieproduzenten und/oder anderen Emittenten mit nicht-nachhaltigen Produkten oder Services.

Positive Diversifikationsbegrenzung und Nachhaltigkeits- Free Lunch

Ich habe mich deshalb 2016 entschlossen, auch direkte Aktienportfolios anzubieten. Diese sollten möglichst nachhaltig sein. Ich habe deshalb mehrere tausend Aktien nach meiner eigenen Nachhaltigkeitsdefinition in eine Reihenfolge gebracht. Eine Kernfrage war dabei, wie viele Aktien nötig sind, um ein relativ risikoarmes Portfolio zu bekommen, das marktübliche Renditen erreichen kann. Wissenschaftliche Studien nennen dazu meistens Zahlen von 5 bis 50 Aktien. Ich habe mich für 30 Aktien entschieden, weil der Grenznutzen zusätzlicher Diversifikation in Bezug auf Rendite bzw. Risiko sehr gering ist.

Es gibt drei wichtige Gründe für die Beschränkung der Diversifikation. Anders als bei ETFs können mehr Aktien in einem direkten Aktienportfolio zu nennenswert höheren (Handels-)Kosten führen können, vor allem wenn es zu häufigen Umschichtungen kommt. Zweitens ist mir Shareholder Engagement wichtig und der Aufwand für ein gutes solches Engagement steigt mit der Zahl der Portfoliobestandteile. Der wichtigste Grund aber ist, dass bei einer Investition auf Basis von Nachhaltigkeitsrankings jede zusätzliche Aktie zu einer Reduktion der durchschnittlichen Portfolionachhaltigkeit führt (vgl. 30 stocks, if responsible, are all I need – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com).

Nach meinem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbeurteilungsansatz (siehe Kapitel 7 hier: Das-Soehnholz-ESG-und-SDG-Portfoliobuch.pdf (soehnholzesg.com)) erreiche ich mit diversifizierten ETF nur maximal die Hälfte der Nachhaltigkeit im Vergleich zu direkten Aktienportfolios. Auch aus Nachhaltigkeitssicht ist Diversifikation also kein Free-Lunch sondern kostet Nachhaltigkeit. Andererseits erreichen meine Portfolios aus nur 30 börsennotierten Aktien ähnliche Renditen bei vergleichbaren Risiken wie traditionelle stark diversifizierte Benchmarks. Anders ausgedrückt: Man kann marktübliche Renditen und Risiken mit hoher Liquidität und Nachhaltigkeit erreichen, wenn man auf unnötige Diversifikation verzichtet.

Neue Kennzahlen: Grenznutzen, Grenzkosten und Alternativportfolios

Die Diversifikationskosten von mehr Illiquidität bzw. mehr Nachhaltigkeit kann man auch konkret berechnen. In Bezug auf Nachhaltigkeit ist das relativ einfach, sofern man eine zufriedenstellende Nachhaltigkeitsmessgröße hat. Wenn durchschnittliches ESG-Rating diese Messgröße ist, kann man feststellen, wie viel eine zusätzliche Diversifikation um eine Aktie oder Anleihe in Bezug auf diese Messgröße kostet. Das sind dann die Nachhaltigkeits-Grenzkosten einer zusätzlichen Diversifikation. Diese sollte man mit dem zusätzlichen Nutzen einer Diversifikation vergleichen, die man mit zusätzlicher Renditeerwartung und/oder zusätzlicher Risikosenkung messen kann, also den Grenznutzen der Diversifikation. Solange der Grenznutzen die Grenzkosten übersteigt, kann Diversifikation ein Free Lunch sein, wenn man von Transaktions- und anderen Zusatzkosten abstrahiert.

Ähnlich kann man bei der Betrachtung der Diversifikation mit illiquiden Investments vorgehen. Dabei ist die Schwierigkeit, dass es keine einfach verfügbare Liquiditätsmesszahlen gibt. Man könnte aber schätzen, wie viele Tage die Umwandlung von Investments in sofort verfügbare Geldanlagen dauert. Bei Aktien sind das zum Beispiel wenige Stunden oder Tage. Bei Privatmarktinvestments kann es dagegen mehrere Jahre dauern, bis 100% der Anlage in Liquidität umgewandelt sind.

Wenn man die Nachhaltigkeitsdimension berücksichtigt, kann das kritisch sein. Bei meinem aus den meiner Ansicht nach jeweils 30 nachhaltigsten Aktien bestehenden Investmentfonds (vgl. My fund (prof-soehnholz.com)) habe ich seit dem Start vor weniger als drei Jahren schon 60 Aktien verkauft (49 bis 11/2023 vgl. Divestments: 49 bei 30 Aktien meines Artikel 9 Fonds (prof-soehnholz.com)). Der Hauptgrund: Die Aktien haben meine im Laufe der Zeit weiter gestiegenen Nachhaltigkeitsanforderungen nicht mehr erfüllt. Wenn ich mein Aktienportfolio in den letzten Jahren nicht regelmäßig angepasst hätte, wären die Nachhaltigkeitskennzahlen wie ESG-Ratings oder SDG-Vereinbarkeit erheblich schlechter als sie es heute sind.

Für Illiquide Investments könnte man eine ähnliche Analyse machen: Wie Nachhaltig könnte man investieren, wenn man die illiquide angelegte Summe aktuell neu investieren würde. Mutmaßliche Rendite- oder Risikovorteile einer Diversifikation mit illiquiden Investments müssten dann um Nachhaltigkeitsnachteile korrigiert werden.

Fazit: Nachhaltigkeits- statt Diversifikations- Free Lunch

Mein Fazit: Diversifikation ist aus Nachhaltigkeitsgründen und vor allem bei Nutzung illiquider Investments keinesfalls ein Free Lunch. Im Gegenteil: Die Grenzkosten von Diversifikation können sehr hoch sein. Ich halte eher nachhaltige Investments für einen Free Lunch. Ich habe für mich jedenfalls entschieden, nur noch liquide und konsequent, d.h. konzentriert nachhaltig zu investieren.

New gender research illustration by Mohamed Hassan from Pixabay

New gender research: Researchpost 176

New gender research illustration by Mohamed Hassan from Pixabay

New gender research: 16x new research on child labor, child bonus, climate models, green bonds, social returns, supply chain ESG, greenwashing, ESG bonifications, gender index, gender inheritance gap, inflation, investment risks and investment AI (# shows SSRN full paper downloads as of May 16th, 2024)

Social and ecological research in: New gender research

US child labor: (Hidden) In Plain Sight: Migrant Child Labor and the New Economy of Exploitation by Shefali Milczarek-Desai as of April 18th, 2024 (#164): “Migrant child labor pervades supply chains for America’s most beloved household goods including Cheerios, Cheetos, Lucky Charms, J. Crew, and Fruit of the Loom. Migrant children, some as young as twelve and thirteen, de-bone chicken sold at Whole Foods, bake rolls found at Walmart and Target, and process milk used in Ben & Jerry’s ice-cream. Most work grueling shifts, including overnight and over twelve-hour days, and some, working in extremely hazardous jobs such as roofing and meat processing, have died or suffered serious, permanent injuries. … many … are unaccompanied minors and have no choice but to work. … this paper charts a multifaceted course that might realistically address the predicament of migrant child workers who are precariously perched at the intersection of migration and labor“ (abstract).

New gender research: Is There Really a Child Penalty in the Long Run? New Evidence from IVF Treatments by Petter Lundborg, Erik Plug, and Astrid Würtz Rasmussen as of May 2nd, 2024 (#32): “The child penalty has been singled out as one of the primary drivers behind the gender gap in earnings. In this paper, we challenge this notion by estimating the child penalty in the very long run. For this purpose, we rely on … fertility variation among childless couples in Denmark to identify child penalties for up to 25 years after the birth of the first child. … we find that the first child impacts the earnings of women, not men. While the child penalties are sizable shortly after birth, the same penalty fades out, disappears completely after 10 years, and turns into a child premium after 15 years. … we even find that the birth of the first child leads to a small rise in the lifetime earnings of women” (p. 15/16).

New gender research: What Works in Supporting Women-Led Businesses? by Diego Ubfal as of April 30th, 2024 (#125): “This paper reviews evidence on interventions that can address the constraints faced by growth-oriented, women-led micro, small, and medium-sized enterprises (WMSMEs). … First, evidence of modest average treatment effects and treatment effect heterogeneity across various interventions suggests the need for better targeting and segmentation. Second, women-led firms face multiple constraints, and addressing them requires a package of multiple interventions“ (p. 20).

Climate model risks: The Emperor’s New Climate Scenarios – Limitations and assumptions of commonly used climate-change scenarios in financial services by Sandy Trust, Sanjay Joshi, Tim Lenton, and Jack Oliver as of July 4th, 2023: “Many climate-scenario models in financial services are significantly underestimating climate risk. … Real-world impacts of climate change, such as the impact of tipping points (both positive and negative, transition and physical-risk related), sea-level rise and involuntary mass migration, are largely excluded from the damage functions of public reference climate-change economic models. Some models implausibly show the hot-house world to be economically positive, whereas others estimate a 65% GDP loss or a 50–60% downside to existing financial assets if climate change is not mitigated, stating these are likely to be conservative estimates. … Carbon budgets may be smaller than anticipated and risks may develop more quickly. … We may have underestimated how quickly the Earth will warm for a given level of emissions, meaning we need to update our expectations as to how quickly risks will emerge. A faster warming planet will drive more severe, acute physical risks, bring forward chronic physical risks, and increase the likelihood of triggering multiple climate tipping points, which collectively act to further accelerate the rate of climate change and the physical risks faced. … Firms naturally begin with regulatory scenarios, but this may lead to herd mentality and ‘hiding behind’ Network for Greening the Financial System (NGFS) thinking, rather than developing an appropriate understanding of climate change. Key model limitations, judgements and choice of assumptions are not widely understood, as evidenced by current disclosures from financial institutions” (p. 6).

ESG investment research

Managed greenium: Determinants of the Greenium by Christoph Sperling, Roland Maximilian Happach, Holger Perlwitz, and Dominik Möst as of May 9th, 2024 (#23): “Environmental, social and governance (ESG) bonds can benefit from yield discounts compared to their conventional twins, a phenomenon known as the ‚greenium‘. … we examine five observable characteristics of corporate ESG bonds and their conventional twins for statistical differences in primary market yields and derive two overarching determinants from this” (abstract). “… two overarching determinants affecting the occurrence and magnitude of a greenium become apparent: transparent information disclosure and sustainable corporate management. Companies can actively enhance their greenium in the primary market and reduce debt financing costs by communicating clearly about the intended use of proceeds and aligning with ambitious sustainability goals” (p. 28).

Social return effects: Social Premiums by Hoa Briscoe-Tran, Reem Elabd, Iwan Meier, and Valeri Sokolovski as of April 30th, 2024 (#123): “Our analysis illuminates the impact of the S dimension of ESG on future stock returns. We find that the aggregate S score does not affect stock returns. However, the two main components of the S score exert significant, yet opposite, effects on returns. Specifically, higher human capital scores are associated with higher returns, aligning with previous research and suggesting that markets may not fully price in firms’ human capital. Conversely, higher product safety scores are associated with lower average returns, consistent with the risk-based explanation that firms with safer products exhibit safer cash flows, reduced risk, and therefore, lower expected returns” (p. 26). My comment: If social investments have similar returns as other investments, everything speaks for social investments.

ESG purchasing benefits: A Procurement Advantage in Disruptive Times: New Perspectives on ESG Strategy and Firm Performance by Wenting Li and Yimin Wang as of May 5th, 2024 (#29): “Drawing on the COVID-19 pandemic as a natural experiment, we define a firm’s resilience as its relatively superior financial performance during the pandemic. … The results reveal that increased ESG practices strengthen a firm’s resilience during disruptions: a 1% increase in ESG practice scores leads to a 0.215% increase in firms’ return on assets. We analyze the mechanisms driving this resilience effect and show that improved ESG practices are associated with reduced purchasing costs and higher profitability amid disruptions. … we provide robust evidence that ESG enhances operational congruency with suppliers, which becomes critical in securing a procurement advantage during severe external constraints. Contrary to popular belief, there is little evidence that the ESG improves price premiums during the disruption“ (abstract). My comment: My detailed recommendations for supplier evaluations and supplier engagement see Supplier engagement – Opinion post #211 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

NGOs and Greenwashing: Scrutinizing Corporate Sustainability Claims. Evidence from NGOs’ Greenwashing Allegations and Firms’ Responses by Janja Brendel, Cai Chen, and Thomas Keusch as of April 9th, 2024 (#107): “We find that advocacy NGOs (Sö: Non-Governmental Organizations) increasingly campaign against greenwashing, targeting predominantly large, publicly visible firms in the consumer-facing and oil and gas industries. These campaigns mostly accuse firms of making misleading or false statements in communication outlets such as product labels, advertisements, and public relations campaigns about companies’ impacts on climate change and consumer health. Shareholders and the media react to NGO campaigns, especially when they allege greenwashing of material environmental or social performance dimensions. Finally, firms facing environment-related greenwashing allegations disclose less environmental information in the future, while companies criticized for climate-related greenwashing reduce future greenhouse gas emissions“ (abstract). My comment see Neues Greenwashing-Research | CAPinside

New gender research: Who Cares about Investing Responsibly? Attitudes and Financial Decisions by Alberto Montagnoli and Karl Taylor as of April 30th, 2024 (#25): “Using the UK Financial Lives Survey data … our analysis reveals that, firstly, individual characteristics have little explanatory power in terms of explaining responsible investments, except for: education; gender; age; and financial literacy. Secondly, those individuals who are interested in future responsible investments are approximately 7 percentage points more likely to hold shares/ equity, and have around 77% more money invested in financial assets (i.e. just under twice the amount)“ (abstract).

New gender research: Index Inclusion and Corporate Social Performance: Evidence from the MSCI Empowering Women Index by Vikas Mehrotra, Lukas Roth, Yusuke Tsujimoto, and Yupana Wiwattanakantang as of May 14th, 2024 (#48): “… we focus on the years surrounding the introduction of the MSCI Empowering Women Index (WIN), in which membership is based on a firm’s gender diversity performance in the workforce. … firms ranked close to the index inclusion threshold enhance their proportion of women in the workforce following the WIN inception compared to control firms that are distant from the inclusion threshold. Notably, these improvements are not accompanied by a reduction in male employees, … we observe that the enhancement of women’s representation in the workforce predominantly occurs in management positions, rather than at the rank-and-file positions, which remain largely unchanged. Additionally, there is evidence of a cultural shift within these firms, as indicated by a reduction in overtime and a higher incidence of male employees taking parental leaves in the post-WIN period. Moreover, WIN firms experience an increase in institutional ownership without any discernible decline in firm performance or shareholder value …” (p. 26).

Impact investment research

ESG bonus leeway: ESG & Executive Remuneration in Europe by Marco Dell’Erba and Guido Ferrarini as of May 6th, 2024 (#160): “… a qualitative and empirical analysis of the ways in which the major 300 largest corporations by market capitalization in Europe (from the FTSEurofirst 300 Index) implement ESG factors in their remuneration policies. … Few metrics are clearly measurable, and there is a general lack of appropriate metrics and targets” (p. 36/37). My comment see Wrong ESG bonus math? Content-Post #188 – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Bank net zero failure: Business as Usual: Bank Net Zero Commitments, Lending, and Engagement by Parinitha (Pari) Sastry, Emil Verner, and David Marques-Ibanez as of April 23rd, 2024 (#876): “This paper is the first attempt to quantify whether banks with a net zero pledge have made meaningful changes to their lending behavior. … we find that net zero lenders have not divested from emissions-intensive firms, in mining or in the sectors for which they have set targets. This holds both for borrowing firms in the eurozone, as well as across the globe. We also find limited evidence that banks reallocate financing towards low-carbon renewables projects within the power generation sector, casting doubt on within-sector portfolio reallocation. Further, we do not find evidence for engagement. Firms connected to a net zero bank are no more likely to set decarbonization targets, nor do they reduce their carbon emissions“ (p. 35).

Other investment research: in New gender research

New gender research: Wealth creators or inheritors? Unpacking the gender wealth gap from bottom to top and young to old by Charlotte Bartels, Eva Sierminska, and Carsten Schroeder as of Apri 28th, 2024 (#157): Using unique individual level data that oversamples wealthy individuals in Germany in 2019, we find that women and men accumulate wealth differently. Transfer amounts and their timing are an important driver of these differences: men tend to inherit larger sums than women during their working life, which allows them to create more wealth. Women often outlive their male partners and receive larger inheritances in old age. Yet, these transfers come too late in order for them to be used for further accumulation and to start a business. Against this backdrop, the average gender wealth gap underestimates the inequality of opportunity that men and women have during the active, wealth-creating phase of the life course” (p. 7).

Inflation ignorants: Don’t Ignore Inflation Ignorance: An Experimental Analysis of the Degree of Money Illusion in Individual Decision Making by Nicole Branger´, Henning Cordes, and Thomas Langer as of Dec. 30th, 2024 (#18): “Money illusion refers to the tendency to evaluate economic transactions in nominal rather than real terms. One manifestation of this phenomenon is the tendency to neglect future inflation in intertemporal investment decisions. Empirical evidence for this “inflation ignorance” is hard to establish due to the host of factors that simultaneously change with the inflation rate. … We find money illusion to be substantial – even in experimental settings where the bias cannot be driven by a lack of diligence, arithmetic problems, or misunderstandings of inflation. Our findings contribute to understanding various anomalies on the individual and market level, such as insufficient savings efforts or equity mispricing“ (abstract).

Active risk: Sharpe’s Arithmetic and the Risk Matters Hypothesis by James White, Vladimir Ragulin, and Victor Haghani from Elm Wealth as of Dec. 20th, 2023 (#140): “… the authors present … the „Risk Matters Hypothesis“ (RMH), which asserts that the average risk-adjusted excess return across all active portfolios will be greater than the risk-adjusted excess return of the market portfolio, before accounting for fees and trading costs” (abstract).

AI for the big guys only? A Walk Through Generative AI & LLMs: Prospects and Challenges by Carlos Salas Najera as of Dec. 20th, 2023 (#68): “Generative AI has firmly established its presence, and is poised to revolutionise various sectors such as finance. Large Language Models (LLMs) are proving pivotal in this transformation according to their recent impressive performances. However, their widespread integration into industries might only lead to gradual progress. The investment sector faces challenges of inadequate expertise and notably, the substantial costs associated with inhouse model training. Consequently, investment enterprises will confront the choice of leveraging foundational models, customisable variants, or insights from NLP vendors who remain well-versed in the latest advancements of LLMs” (p. 9). My comment: See How can sustainable investors benefit from artificial intelligence? – GITEX Impact

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Article 9 funds illustrated with foto from Pixabay by mabel amber

Article 9 funds: Researchpost #175

Foto from Pixabay by Mabel Amber

Article 9 funds: 7x new research on happiness, greenwashing, green fund flows, climate data, climate pay, private equity and structured products („#“ shows number of SSRN full paper downloads as of May 9th, 2024)

Social and ecological research

Be happy! How Can People Become Happier? A Systematic Review of Preregistered Experiments by Dunigan Folk and Elizabeth Dunn as of Aug. 11th, 2023: “Can happiness be reliably increased? Thousands of studies speak to this question. However, many of them were conducted during a period in which researchers commonly “p-hacked,” creating uncertainty about how many discoveries might be false positives. To prevent p-hacking, happiness researchers increasingly preregister their studies, committing to analysis plans before analyzing data. We conducted a systematic literature search to identify preregistered experiments testing strategies for increasing happiness. We found surprisingly little support for many widely recommended strategies (e.g., performing random acts of kindness). However, our review suggests that other strategies—such as being more sociable—may reliably promote happiness. We also found strong evidence that governments and organizations can improve happiness by providing underprivileged individuals with financial support” (abstract). My comment: It would be great to have pre-registration for factor and other “outperformance” or alpha-research in financial services (I first discovered this research in a blog post by Joachim Klement).

ESG and impact investment research (Article 9 funds)

Green Article 9 funds: Greenwashing and the EU’s Sustainable Finance Disclosure Regulation by Daniel Fricke Kathi Schlepper as of May 7th, 2024 (#12): “We propose a simple approach to identify potential greenwashers in the context of mutual funds. Focusing on a sample of actively-managed bond funds in Europe, we find that the greenwashing-risk has decreased around the introduction of the EU’s Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR). For Article 9 funds, the greenwashing-potential has dropped by a factor of two between March 2022 and September 2023. This is both due to (i) re-classifications towards Article 8 products and (ii) sustainability rating improvements. For Article 8 funds, the improvement is less pronounced and the greenwashing-potential remains elevated“ (abstract).

Article 9 funds: Shades of Green: The Effect of SFDR Downgrades on Fund Flows and Sustainability Risk by Hirofumi Nishi, S. Drew Peabody, Eli Sherrill, and Kate Upton as of May 2nd, 2024 (#24): “… our research provides compelling evidence of the significant impact that the European Union’s Sustainable Finance Disclosures Regulation (SFDR) has had on the European ESG fund market, particularly in the context of funds downgraded from Article 9 to Article 8. We documented a discernible decline in net flows into funds following a downgrade …. Moreover, our analysis reveals a tendency for downgraded funds to actively “de-green,” by adjusting their portfolios towards investments with lower ESG scores post-downgrade” (p. 13). My comment: Maybe I can finally expect some inflows in my article 9 fund (which has been performing nicely in the last months), see My fund – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com) and FutureVest Equity Sustainable Development Goals R – DE000A2P37T6 – A2P37T

Better climate data: Climate disclosure in financial statements by Maximilian A. Müller, Gaizka Ormazabal, Thorsten Sellhorn, and  Victor Wagner as of March 18th, 2024 (#362): “… we show that large EU-listed firms have substantially increased climate-related disclosures in their financial statements since 2018. …Climate disclosures in financial statements differ from those made elsewhere. The most striking difference is that climate disclosures outside the financial statements are significantly less related to a firm’s climate exposure. Hence, climate disclosures inside financial statements complement the disclosures made elsewhere by filtering out financially immaterial information. Many firms address climate-related matters outside the financial statements – but only those with financially material exposure do so inside their (mandatory and audited) financial statements“ (p. 28/29). My comment: Maybe additional ESG auditing fees deliver value for money.

Climate pay: 2024 Pay for Climate Performance Report by Tina Mavkari, Abigail Paris, Olivia Aldinger, Melissa Walton and Danielle Fugere from As you Sow as of  April 15th, 2024: “This second edition of the Pay for Climate Performance report analyzes how effectively 100 of the largest U.S. companies by market capitalization, across 11 sectors of the economy, are currently linking GHG emissions reduction incentives to CEO remuneration. … For CEOs to be motivated to achieve company-wide, science-aligned climate goals, rewards for climate-related achievements must be measurable, clear, and significant. Too often, where climate-related linkages exist, they are predominantly qualitative, leaving significant and unwarranted discretion to compensation committees; or are non-transparent or overly complex quantitative climate metrics, which are difficult to understand and monitor; or include insignificant metrics not captured in the long-term incentive plan (LTIP), which is the substantial part of CEO pay“ (p. 5). … “Of the 66 companies that do include a climate metric in their CEO compensation, only 20 companies had a measurable climate incentive, which is key to driving outcomes“ (p. 7). My comment: Many shareholder voting and engagement efforts focus on green CEO pay. In my opinion, it is important to avoid simple pay increases (see Pay Gap, ESG-Boni und Engagement: Radikale Änderungen erforderlich – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)) and this research shows that the pay details matter very much

Other investment research

Private equity nyths: Does the Case for Private Equity Still Hold? by Nori Gerardo Lietz and Philipp Chvanov as of April 25th, 2024 (#498): “All the actions PE firms claim add value to portfolio companies should result in superior returns relative to PMEs (Sö: Public Market Equivalents). The data indicate the average or median PE funds do not actually outperform their PMEs since the GFC (Sö: Global Financial Crisis). … First, General Partner (“GP”) fund performance persistence has eroded materially. Past performance is not necessarily indicative of future performance. While the top quartile GPs outperform relative to PMEs over time, they are not necessarily the same GPs over time. … if there is little persistence among the top quartile firms, then the selection of any GP is potentially a “random walk”. If that is the case, then investors should expect to achieve at best only average or median PE results. … there has been a somewhat shocking concentration of capital flows among a small number of firms. … PE performance may actually underperform PMEs on a risk adjusted basis given the amount of leverage they employ generating equivalent results on a nominal basis“ (p. 4/5). My comment: See my private investment criticism here: Impact divestment: Illiquidity hurts – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)

Bad structures: Do Structured Products improve Portfolio Performance? A Backtesting Exercise by Florian Perusset and Michael Rockinger as of April 29th, 2024 (#164): “This paper shows that the inclusion of structured products in a typical stocks and bonds portfolio, as might be held by an institutional investor, is detrimental for investors, even when considering simple structured products, which are simpler than the majority of the products on the market, even when products are priced at their fair value. This finding implies that when considering more complex structured products sold at a premium, the cost is expected to be higher since more complex products tend to be more overpriced…. “ (p. 22).

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Werbehinweis (Article 9 funds)

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Impact Divestment: Exit Illustration from Pixabay by Clker-Free-Vector-Images

Impact divestment: Illiquidity hurts

Illustration: Exit Illustration from Pixabay by Clker-Free-Vector-Images

Impact divestment means the ability to divest from an investment, if it is not considered impactful anymore.

Impact investment focus on private investments?

The Global Impact Investing Network (GIIN) writes that “impact investments are investments made with the intention to generate positive, measurable social and environmental impact alongside a financial return. Impact investments … target a range of returns from below market to market rate”. They “can be made across asset classes, including but not limited to cash equivalents, fixed income, venture capital, and private equity” (www.thegiin.org).

For a reason, exchange listed bonds and equities are not explicitly mentioned by the GIIN. According to other impact definitions, one main requirement for investor impact is the provision of additional capital. Buying exchange-listed securities means paying money to other investors. With such transactions, the issuers of the securities do not receive additional capital. On the other hand, private credit and equity is typically additional capital. Therefore, often only private market investments were considered to be adequate for impact investments.

And there is another, although rarely used argument for private investments: Project-specific private investments provide a much more targeted impact potential than investments in listed stocks of whole companies or bundles of listed bonds e.g. through mutual funds.

Is it possible to have positive impact with listed securities? In: „Impact Divestment“

By definition, impact investments do not have to promise outperformance or even market rate returns. Frequently, they come with higher fees than traditional investments. It is no surprise, therefore, that today also many listed security investments are sold as impact investments. Marketing specialists have several arguments for this approach. Many of these arguments do not convince me, though.

One argumentation, although rarely used, does: Investors only have limited capital. Their main and core investments typically consist of easy to buy and to sell listed securities. Investors can focus on “impact securities”. Examples of positive impact securities are stocks and bonds of renewable energy and many healthcare companies. Examples of negative impact securities are coal mining companies and producers of unhealthy beverages and food. And when the “impact securities” lose their positive impact potential, they can be sold easily.

If investors openly communicate this approach, they may have an “investor impact” on the prices of the securities, the issuers of the securities, other investors and stakeholders.

Illiquid investments: The inability to divest as major impact risk? in: „Impact Divestment“

Providing additional capital for companies with positive impact may have more impact than the same investment in a listed company. Although the capital may be additional for the receiver, an investor may not the only potential provider of the additional capital, though. That is especially true when there is too much capital chasing too few attractive private investment opportunities, which often seems to be the case.

There is one major argument against private impact investments which I have not heard about: The inability to divest. With exchange traded investments, I can easily sell my holding if I am not satisfied with the impact of that investment anymore. I can not do that with illiquid investments. The key question is, how often investors want do divest for impact reasons. Unfortunately, I have no scientific evidence regarding this question.

Personally, I do not want to miss the possibility to divest from potential impact investments. Here is why: With my mutual fund, I try to create a portfolio of the 30 most sustainable companies (see: My fund – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com)). Two and a half years after its start, I already divested from 56 companies. 7% of these were sold because I did not consider the companies to be sufficiently aligned with the Sustainable Development Goals anymore. 23% were divested because the companies use activities such as medical animal testing which I do not consider acceptable anymore. And 56% were thrown out because they fell below my minimum Environmental, Social or Governance (ESG) requirements (see Divestments: 49 bei 30 Aktien meines Artikel 9 Fonds – Responsible Investment Research Blog (prof-soehnholz.com). With illiquid investments, I would still have to stick with the initial 30 stocks.

Is shareholder engagement easier with public companies? In: Impact Divestment

In addition, through my extensive shareholder engagement activities, I try to improve the sustainability of my investments. Although I have only relatively little capital invested in every one of the 30 global stocks, the response rate of the companies is over 90% (see Engagement Report here: FutureVest Equity Sustainable Development Goals). If these companies will implement some of my proposals is not clear yet. The overall reaction is rather positive, though.

I am sure that I would not have a similar impact potential if I had invested the same amount of money in a diversified portfolio of private companies or projects. The main reason: The minimum investment for professional private credit or private equity is very high and I would have to indirectly invest through third-party funds. And successful indirect investor engagement through private funds by small investors is nothing I have ever heard about.

Illiquid investments: Neither return nor risk or diversification benefits?

There are more reasons why I am skeptical about illiquid investments. According to financial theory, investors should receive higher returns for an illiquid compared to a similar liquid investment. Scientific evidence shows, that even sophisticated institutional investors do not easily earn such an illiquidity premium (see e.g. research by Richard Ennis, e.g. Hogwarts Finance).

Institutional investors also like illiquid investments because they show little volatility. The volatility is often very low, because valuations of illiquid investments are infrequent and often based on previous valuations. If illiquid investments were valued with public market equivalents, they would be very volatile.

The third major argument is, that investors can diversify their portfolios with illiquid investments. That is correct. But the correct question should be about the additional diversification potential of illiquid securities. If illiquid securities are valued like liquid investments, the additional or marginal diversification potential is often very slim.

In sum: Illiquid investments have major impact (sustainability) risks, little diversification benefits and no significant return premium.

My recommendation for impact seeking investors therefore is: Focus on liquid investments which are highly aligned with the Sustainable Development Goals of the United Nations, have no unsustainable activities and excellent ESG-ratings. Then try to improve these investments with investor engagement. Finally divest, if you find alternatives which are significantly more sustainable.