Fintech bzw. Robo-Advisor: Besser als die klassische Kundenberatung?

Im manager magazin vom 11.8.2014 heißt es:  „Fintechs: Kunden suchen Alternativen zur klassischen Bank“. Sogenannte Fintechs („technologisch orientierte „Angreifer“) bzw. Robo-Advisors werden als Alternativen genannt. In den USA haben einige solcher Fintechs Millionen von Venture Capital eingesammelt. Fintechs bzw. Robo-Advisors setzen auf die Selbstberatung von Kunden. Robo-Advisors bieten Interessenten Musterportfolios bzw. standardisierte Portfolios an, meist auf reiner ETF-Basis.

In Großbritannien, den Niederlanden und einigen skandinavischen Ländern sind Vertriebsprovisionen schon heute verboten. Es scheint in diesen Ländern so zu sein, dass das zu mehr Selbstberatung führt. Denn anders als erwartet sind offenbar nur relativ wenige Kunden bereit, für Beratung direkt zu bezahlen (sogenannte Honorarberatung).

Für Deutschland zeigen zahlreiche Umfragen, dass das Knowhow von Anlegern in Bezug auf Fonds oder Aktien sehr begrenzt ist. Es ist daher anzunehmen, dass Kunden künftig in großem Umfang auf Standard- oder Musterportfolios zurückgreifen werden.

Was ist das Problem? Alle mir bekannten Standard- bzw. Musterportfolios basieren auf Markowitz-Optimierungen bzw. Asset Allocation Modellen, die spätestens seit den letzten Marktkrisen überholt sind. Außerdem werden oft nur wenige Anlageklassen verwendet, zum Teil nur Anleihen und Aktien. Sogenannte defensive  Portfolios setzen in großem Umfang auf Anleihen. Aber kaum ein Anlageprofi erwartet, dass irgendjemand in den nächsten Jahren mit klassischen Anleihen attraktive Renditen generieren kann. Das läßt nicht viel Gutes für die Muster- oder Standardportfolios erwarten.

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