Fondskosten sind wichtig, werden aber oft falsch ausgewiesen

Meb Faber stellt in seinem aktuellen Buch „Global Asset Allocation – A survey of the world’s top investment strategies“ fest: “The single biggest take away from this book is not to ruin your allocation by paying too much in fees.“
Faber vergleicht unterschiedlichste Asset Allokationen, unter anderem das globale Markt Portfolio, 60/40, Risk Parity, All-Seasons und simulierte Allokationen von Rob Arnott, Marc Faber, David Swensen (Yale), Mohamed El-Erian (Harvard) und Warren Buffett (Berkshire Hathaway). Danach ist die Asset Allokation nicht so wichtig wie das Streben nach günstigen Kosten.
Fonds mit günstigen Kosten zu finden ist aber gar nicht so einfach. ETFs gelten als besonders günstig. Die Gesamtkosten von ETFs können inklusive Handelskosten aber auch Trackingkosten aber „weit über denen der Gesamtkostenquote (TER) liegen“ (siehe z.B. Ben Johnson, „Kosten für ETF Anleger“, Morningstar, 5.9.2011). Und verlässliche Informationen zu diesen indirekten ETF Investmentkosten sind nur schwer vorab zu bestimmen.
Besonders für Laien ist es sehr schwer, Fondskostenvergleiche durchzuführen. Im Internet gibt es zwar etliche kostenlose Fondstabellen bzw. Fonds-Datenbanken, manche enthalten aber gar keine Informationen über Fondskosten. Andere weisen nur Ausgabeaufschläge oder Managementgebühren aus. Die Gesamtkosten für den Investor können aber weit mehr umfassen als diese beiden Kosten. Selbst die angebliche Gesamtkostenquote TER enthält z.B. keine erfolgsabhängigen Gebühren und keine Gebühren für Zielfonds von Dachfonds (siehe Barbara Claus: Wegweiser durch den Fondsgebührendschungel, Morningstar 29.07.2013).
Besonders erschreckend ist es aber, dass mehrere Datenbanken falsche Informationen enthalten. Wenn man in Online-Datenbanken, die Kosteninformationen enthalten, z.B. alle als aktiv ausgewiesenen Aktienfonds nach Kosten von niedrig zu hoch sortiert, findet man etliche anscheinend „kostenlose“ Fonds und auch sehr günstig erscheinende Fonds. So werden für einige solcher Fonds Managementgebühren, TER oder sogar laufende Kosten von unter 0,5% auch für normalerweise relativ teure Anteilklassen für Retailanleger genannt.
Wenn man diese Informationen prüft, stellt man bei den günstigsten Fonds aus den Tabellen fest, dass die in den Tabellen ausgewiesenen Kosten oft sehr viel niedriger als die in den Fondsdokumenten genannten Kosten sind. Das kann man selbst anhand der erfreulicherweise oft in den Datenbanken direkt zur Verfügung gestellten Einzelfondsdokumente überprüfen, besonders anhand der sogenannten KIIDs (Key Investor Information Documents).
Ein kürzlich von mir durchgeführter Check von mehreren aktienorientierten Dachfonds mit „Tabellen-Kosten“ unter 1% p.a. ergab für dieselben Fonds „KIID-Kosten“ von meist über 2%. Und: Insgesamt können die laufenden Kosten bei aktienorientierten Dachfonds über 5% p.a. erreichen und selbst einige gut geratete Fonds weisen TER von über 3,5% p.a. auf.

Fazit: Fonds mit geringen Kosten zu finden ist sehr wichtig aber nicht unbedingt einfach.

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