Impact+ESG: Innovatives Mischfondsprojekt der von der Heydt Bank

Aber es gibt bereits einige liquidere und stärker diversifizierte Impactfonds wie z.B. Mikrofinanzfonds sowie – zumindest in den USA – erste Impact-ETFs (passive Fonds). Aber auch solche Investments haben oft nur geringe ESG-Anforderungen (ESG steht für Environmental, Social und Governance Kriterien).

Im Gegensatz zum Impact Investing nutzen die meisten sogenannten ESG Angebote am Markt vor allem ökonomische Kriterien zur Aktienselektion. Zusätzlich werden wenige bzw. partielle Ausschlüsse, aggregierte ESG-Scores und sogenannte Best-In-Class Ansätze verwendet. Deshalb enthalten die entsprechenden Portfolios oft Bestandteile, die strengen Nachhaltigkeitskriterien nicht genügen.

Impact+ESG: ESG- und stiftungskonformes Impact-Investing

Impact-Mischfonds, die systematische und strenge ESG-Anforderungen stellen und die konsequent auf Ausschüttungen setzen, sind uns nicht bekannt.

Unser Ansatz soll diese Lücke schließen. Mit unserem geplanten Fonds gehen wir speziell  auf Bedürfnisse von Stiftungen und n Organisationen ein.

Dabei werden nur diejenigen traditionellen börsennotierten Aktiengesellschaften ins Portfolio aufgenommen, die einerseits strengen ESG Kriterien entsprechen und andererseits auch einen positiven sozialen oder ökologischen Impact liefern können. Das gleiche gilt bei der Selektion von Anleihen.

Diesen Ansatz nennen wir ESGplus.

Impact+ESG in Zusammenarbeit mit Prof. Söhnholz

ESGplus lehnt sich an den puristischen Nachhaltigkeitsansatz von Professor Söhnholz an.

Professor Söhnholz ist ehrenamtlich als DFVA-Kommissionsmitglied im Bereich Sustainable Investing tätig. Der Fokus seiner Tätigkeit liegt in der Ausarbeitung einer „Anti-Greenwashing“ Taxonomie, welche sich mit dem Aufbau eines transparenten Klassifikationssystems befasst. Herr Prof. Söhnholz entwickelte 2007 einen ersten Sustainabilty-Fonds und 2013 weitere ESG-Aktienfonds.

Von der Heydt und Prof. Dr. Söhnholz sehen im Bereich nachhaltiger Investments großen Handlungsbedarf. Von einer Zusammenarbeit sollen Investoren zukünftig von Nachhaltigkeit in ihrer reinsten Form profitieren.

Impact: Fokus auf Gesundheit, Umweltthemen und Infrastruktur

Es wird ein überwiegend regelbasierter Ansatz genutzt werden, damit eine größtmögliche Nachvollziehbarkeit und somit größtmögliche Transparenz sichergestellt werden kann.

Die Zusammensetzung Portfolios orientiert sich an der United Nations Impact Investing Map. Konkret beinhaltet unser Universum der am besten beurteilten liquiden ESG-Unternehmen vor allem folgende Marktsegmente bzw. Aktivitäten:

  • Gesundheitsversorgung
  • Wasser (Ver- und Entsorgung)
  • Erneuerbare Energieproduktion
  • Schienentransport und-infrastruktur
  • Sonstige wie Forstwirtschaft

ESG: Strenge Anforderungen

Impact wird oft in Zusammenhang mit den 17 United Nations Sustainable Development Goals (SDGs) definiert. Interessant ist, dass die meisten Impact-Kriterien auch von typischen ESG-Ratings genutzt werden. So haben große ESG Rater wie Thomson Reuters eine Liste von teilweise über 150 Kriterien pro Unternehmen, die für ein ESG-Rating genutzt werden können. Für ein Impact-Rating werden nur 60 mögliche Kriterien aufgeführt und die Überschneidung ist sehr hoch.

Deshalb haben wir uns dafür entschieden, formal nur ESG–Kriterien für die Wertpapierselektion zu nutzen.

Es werden jeweils relativ hohe Mindestanforderungen für E, S und G gestellt, damit schlechte Werte bei einem dieser Kriterien nicht durch gute Werte bei einem anderer dieser Kriterien kompensiert werden können.

Zusätzlich messen wir bestimmte Kennzahlen, wie beispielsweise den CO2 Ausstoß, um Impact-Auswirkungen gegenüber anderen Portfolios deutlich zu machen.

Wir haben uns jedoch dagegen entschieden, Portfoliobestandteile aufgrund von einzelnen Indikator-Veränderungen wie CO2 Ausstoß zu ändern. Als Basis für Portfolioveränderungen nutzen wir lieber die sehr umfassenden Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsratings der Wertpapiere, die diese einzelnen Kriterien in der Regel beinhalten.

Dieser sektor- bzw. aktivitätenbasierter Impactansatz in Kombination mit einer ESG-Mindestkriterienerfüllung ist unseres Erachtens Nachhaltigkeit in ihrer strengsten Form.

Transparente Asset-Allokation

In unserer strategischen Asset Allokation sollen die Anlageklassen so repräsentiert sein, wie sie weltweit in ihrer Gesamtheit bewertet bzw. gehalten werden. Das wird als Weltmarktportfolio bezeichnet bzw. wir nennen das „most-passive“, weil es sich hierbei um die passivste Art der Alloaktion zu Anlageklassen handelt. Das entspricht einer sogenannten Kapitalisierungsgewichtung von Anlageklassen und erfordert keinerlei Prognosen, Optimierungen oder spezielle Annahmen.

Zum Portfoliostart bzw. Jahresauftakt beläuft sich die Quote für Staatsanleihen demnach auf 20%, die Unternehmensanleihequote auf 22,5%, die Aktienquote auf 35% und der „Alternativesanteil“ beträgt 22,5%. Die Umsetzung der „Alternatives“ erfolgt grundsätzlich über Infrastruktur- und Immobilienaktien bzw. Real Estate Investment Trusts (REITs). Aktuell erfüllen jedoch noch keine Immobilienaktien bzw. REITs unsere strengen Anforderungen.

Impact+ESG: Regelbasierte Aktienselektion

Alle Titel werden innerhalb ihrer Segmente grundsätzlich gleichgewichtet und jedes Jahr neu nach den oben beschriebenen Kriterien selektiert. Kommen neue Titel hinzu oder werden Titel aus dem Portfolio entfernt, findet eine Rebalanzierung statt.

Das konsequente Hauptaugenmerk auf ESG wird durch Mindestanforderungen für jedes der drei Kriterien sichergestellt. Somit verhindert der ESGplus Ansatz die am Markt häufig festzustellende Aufrechnung von wenig nachhaltigen mit sehr nachhaltigen Kriterien, was dem Nachhaltigkeitsgedanken der von der Heydt Gruppe nicht gerecht werden würde.

Zu den Selektionskriterien für Aktien zählen unter anderem:

  • Länderausschlüsse: Nur Unternehmen aus den 49 entwickeltsten Ländern.
  • Segmentausschlüsse: Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Pornographie, Kriegs- und Militärproduktion, Gentechnik, Tierversuche, Öl-, Gas-, und Kohleproduktion, Cannabis- und Rindfleischproduktion.
  • Best in Universe Ansatz: Unternehmen müssen in den Bereichen E, S und G jeweils mindestens unter den Top 50% sein.
  • Verlustbegrenzung: Titel mit hohen Verlusten im vergangenen Jahr werden deselektiert.

Impact+ESG: Konsequente Anleiheselektion

Anleihen werden grundsätzlich nur von Unternehmen erworben, die sich bereits für den Aktienerwerb qualifiziert haben. Dadurch wird an Aktien und Anleihen die gleichen Nachhaltigkeitsanforderungen gestellt.

Um die Emittentenrisiken zu begrenzen, beschränken wir uns auf eine Anleihe je Emittent.

Anleihen teilen wir in solche von traditionellen und von „alternativen“ Unternehmen ein. Alternative Unternehmen sind zum Start vor allem Infrastrukturunternehmen. Die Anleihen werden innerhalb dieser beiden Segmente gleichgewichtet.

Zu den Aufnahmekriterien zählen unter anderem:

  • In EUR oder USD denominiert
  • Investment Grade Rating mindestens einer anerkannten Ratingagentur
  • Mindestrestlaufzeit 18 Monate
  • Mindestens 2% Yield-to-Maturity
  • Keine Nullzinsanleihen (Zero Coupon) oder Wandelanleihen

Impact+ESG: Anleihen von Entwicklungsinstitutionen statt Staatsanleihen

Da es keine bonitätsstarken Staaten gibt, die alle von uns gewünschten Ausschlüsse umsetzen, setzen wir auf Anleihen von multinationalen Entwicklungsinstitutionen. Diese haben hervorragende Bonitätsratings und stellen aufgrund ihres unmittelbar positiven Impacts und einer guten Portfoliodiversifikation einen sehr guten Ersatz für Staatsanleihen dar.

Als direkte Investments sind zunächst nur die Weltbank und die folgenden Entwicklungsbanken von uns zugelassen: The African Development Bank, The Asian Development Bank, The European Bank for Reconstruction and Development, The Inter-American Development Bank Group. Um Emittentenrisiken zu begrenzen, beschränken wir uns auf eine direkte Anleihe je Emittent.

ESGplus erlaubt maximal 10 % des Investmentkapitals in nachhaltige ETFs, sofern diese den strengen Impact + ESG Kriterien gerecht werden.

Regelmäßige Ausschüttungen und detailliertes Reporting

Wir planen, alle Dividenden der Aktien und Zinsen der Anleihen regelmäßig auszuschütten. Unsere Rückrechnungen lassen eine Ausschüttung von zwei Prozent pro Jahr erwarten.

Über die regulatorischen Anforderungen hinaus plant die von der Heydt Gruppe mit ESGplus ein freiwilliges Sustainability Reporting System einzuführen, welches eine transparente Berichterstattung für Investoren ermöglicht.

Impact+ESG: Nicht nur für Stiftungen oder gemeinnützige Organisationen

Die Vorteile des Konzeptes sind vor allem:

  • Attraktives Rendite-/Risikoprofil
  • Regelmäßige Ausschüttung
  • Strenger Impact + ESG Nachhaltigkeitsansatz
  • Enge Zusammenarbeit mit einem renommierten Nachhaltigkeitsexperten
  • Vollkommende Transparenz

Und: Die von der Heydt Gruppe spendet jährlich einen Teil Ihrer Gebühren an ausgewählte, nachhaltige Projekte (Direct Impact). Ein speziell hierfür entwickeltes Siegel sorgt für Transparenz.

Dieser Beitrag wurde in ähnlicher Form am ersten August auf http://1754.blog/ veröffentlicht, siehe dazu auch „Wir raten dazu, eine höhere Aktienquot im Portfolio zu halten“, Interview mit Sebastian Liebscher in Renditewerk Nr. 3/2019, S. 11.

Andere Blogbeiträge von Diversifikator, die auch interessant sein könnten: http://prof-soehnholz.com/sind-nachhaltige-geldanlagen-wichtiger-als-nachhaltiges-verhalten/ und http://prof-soehnholz.com/esg-paradox-viel-interesse-aber-wenig-angebote-fuer-privatkunden/

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