Adressieren deutsche Robo-Advisors die falschen Zielkunden?

Es gibt mehrere potentielle Zielkunden von Robo-Advisors: Erstens Kunden, denen wegen ihrer geringen Anlagevolumina keine persönliche Beratung durch traditionelle Berater angeboten wird. Im Idealfall bieten Robo-Advisors diesen Kunden grundsätzlich eine individualisierte Beratung an. Manche sprechen dabei von digitaler Demokratisierung bzw. der Schliessung des „Advice Gap“
Vermögensverwalter können mit „Robo-Support“ sehr stark wachsen

Robo-Support ist der wesentliche Treiber eines 22%igen Kundenwachstums von registrieren US Vermögensverwaltern im letzten Jahr.
Berater finden Robo-Advice gut, aber wissen nicht, was sie anbieten sollen

„68% der Berater sagen, dass Robo-Advice sie unterstützen kann. Erste Erfolge bei vermögenden Kunden“ nannte ich meinen letzten Blogbeitrag vom 4.8.. In „Investment News“ vom 9.8.2016 heisst es auf Basis derselben Studie, auf die ich mich beziehe: „Top advisors rejecting robo-advice model.“ Wer hat denn nun recht?
68% der Berater sagen, dass Robo-Advice sie unterstützen kann. Erste Erfolge bei vermögenden Kunden.

Unglaublich? Robo-Advice ist doch die automatisierte Online-Beratung mit Fokus auf junge Anleger, die menschliche Berater überflüssig machen soll. Jein. Es handelt sich um eine Befragung von US-Beratern. Befragungsergebnisse treten nicht immer ein und US Erfahrungen sind nicht immer und vor allem nicht sofort auf Deutschland übertragbar. Allerdings
Komplexe Strategien sind schlecht für Anleger aber gut für Anbieter und was das für Robo-Advisors bedeutet

Der sehr anerkannte quantitative Assetmanager Research Affiliates hat kürzlich ein Beitrag zur irritierenden Vorliebe für komplexe Anlagestrategien veröffentlicht (Jason Hsu und John West: „The confounding bias for investment complexity“, in Fundamentals, Jan. 2016). Darin wird analysiert, warum Kapitalanleger Komplexität gegenüber Einfachheit vorziehen. Folgende Argumente werden aufgeführt:
Deutscher Robo-Vergleich: Investmentphilosophien und viele weitere Unterschiede

Vorbemerkung bzw. Interessenkonflikthinweis: Ich bin Gründer, Anteilseigner und Geschäftsführer von Diversifikator. Inzwischen gibt es über ein Dutzend mehr oder weniger bekannte Robo-Advisors in Deutschland.
Führt Goal-Based Investing zu niedrigeren Aktienanlagen und besseren Beratungsergebnissen?

Goal-Based Investing (GBI) ist eine Anlagepolitik, die Anlageportfolios auf konkrete Sparziele wie Autokauf, Wohnungskauf, Urlaub etc. ausrichtet. Deloitte und alfi, der Luxemburger Fondsverband, empfehlen: „Asset management firms and their advisors should shift to holistic, goal-based advice. (Deloitte/alfi, How can Fintech facilitate fund distribution? June 2016, S. 10).
Robo-Advisors sind für Direktbanken nur bedingt attraktiv

Robo-Advisors und Direktbanken: Das hört sich an, als würde es zusammenpassen. Das muss aber nicht so sein. Bei Robo-Advisors geht es ja um Beratung. Und etliche Direktbanken wollen zwar online Geldanlagen möglichst weitgehend automatisiert anbieten, aber sie wollen Anleger nicht beraten.
Robo-Advisors nützen auch Firmenkunden

Sind Robo-Advisors für Firmenkunden interessant? Firmenkunden bzw. die Manager von Firmenliquidität wollen doch persönlich beraten werden und brauchen auch keine voll automatisierte Anlage. Auch die Umsetzung machen doch Berater für sie, oder etwa nicht?