Meine Einschätzung ist: Langfristig können gut gemachte Impact-Strategien durchaus vergleichbare oder auch überdurchschnittliche Renditen erzielen. Das gilt vor allem dann, wenn sie in strukturelle Wachstumsthemen investieren, etwa Energieeffizienz, Elektrifizierung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Kreislaufwirtschaft oder nachhaltige Infrastruktur.
Summary
Marcel Reyers sehr differenzierte Sicht zu Impact-Investments
Marcel Reyers wurde Mitte Juli 2026 von Dirk Söhnholz zu Impact-Investments befragt:
Dirk Söhnholz: Lieber Marcel, wir sind beide Seniorpartner der Deutschen Wertpapiertreuhand GmbH und kennen uns jetzt seit mehreren Jahren. Wir haben aber ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Ich biete besonders nachhaltige Modellportfolios für Anlageberater und Vermögensverwalter an. Außerdem berate ich einen Investmentfonds und veröffentliche wöchentlich aktuelle Forschung von Wissenschaftler/Innen zum Thema nachhaltige Investments.
Bitte stelle Dich vor und speziell Deinen Bezug zu nachhaltigen Investments
Marcel Reyers: Ich bin Marcel Reyers und seit dem Jahr 2000 in der Finanzdienstleistungsbranche tätig. Nach fast 20 Jahren in der Bankenwelt habe ich mich 2018 selbstständig gemacht. In meiner ersten Karriere habe ich alle drei Bankensektoren kennengelernt – Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken – mit einem Schwerpunkt auf große Vermögen und private Finanzplanung. Seit 2018 bin ich zudem Vermögensverwalter und Senior Partner in der Deutschen Wertpapiertreuhand GmbH. Auf meiner Website und in meinem Podcast beschäftige ich mich regelmäßig auch mit ESG- und nachhaltigen Investmentthemen.
Nachhaltige Investments interessieren mich nicht nur aus gesellschaftlicher Sicht, sondern vor allem aus Beratersicht: Die Frage ist für mich nicht, ob Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage relevant ist, sondern wie man sie glaubwürdig, nachvollziehbar und anlegergerecht umsetzt. Ich halte wenig von bloßem Marketing und viel von Transparenz, sauberer Methodik und einer ehrlichen Einordnung dessen, was ein Produkt tatsächlich leisten kann.
Dirk Söhnholz: Die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFIN) und auch der Bankenverband haben 2025 Umfragen veröffentlicht (siehe Bundesverband Deutscher Banken (Bankenverband): Nachhaltige Geldanlage 2025 – Wissen und Engagement der Deutschen, August 2025 und Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin): Umfrage zu nachhaltigen Finanzprodukten: Verbraucherinnen und Verbraucher erwarten klare Regeln, Oktober 2025). Die Umfragen zeigen ein sehr großes Interesse von Privatkunden an nachhaltigen, vor allem an sogenannten Impactinvestments.
Was hältst Du von den von mir erwähnten Ergebnissen der genannten Befragungen?
Marcel Reyers: Die Ergebnisse überraschen mich nicht, sondern bestätigen das, was viele Berater in Gesprächen mit Kunden längst beobachten: Das Interesse an nachhaltiger Geldanlage ist groß, aber der Markt ist für viele Anleger noch zu intransparent.
Der Bankenverband berichtet, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland mit nachhaltiger Geldanlage beschäftigen und dass nachhaltige Anlagen deutlich an Bekanntheit gewonnen haben. Zugleich zeigt die Umfrage, dass es weiterhin mehr Information und Transparenz braucht. Laut Bankenverband wünschen sich zudem 44 Prozent der Befragten eine klare Klassifizierung nachhaltiger Geldanlagen, weil ihnen das die Entscheidung erleichtern würde.
Die BaFin-Umfrage geht in dieselbe Richtung: Rund zwei Drittel der Befragten interessieren sich für nachhaltige Finanzprodukte, zugleich erwarten Verbraucher klare Regeln, verständliche Informationen und eine eindeutige Kennzeichnung dessen, was in einem nachhaltigen Produkt enthalten ist und was nicht. Besonders aufschlussreich finde ich, dass 70 Prozent der interessierten Befragten sich getäuscht fühlen würden, wenn als nachhaltig vermarktete Produkte Investitionen enthalten, die sie nicht als nachhaltig wahrnehmen.
Mein Fazit ist daher: Die Nachfrage ist da, aber Vertrauen entsteht nur durch Klarheit. Genau darin liegt derzeit die größte Aufgabe der Branche. Der Markt für nachhaltige und insbesondere für Impact-orientierte Anlagen wird nur dann weiter wachsen, wenn Anbieter sauber erklären, welches Nachhaltigkeitsverständnis sie verfolgen, welche Wirkungslogik dahintersteht und wo die Grenzen des Produkts liegen.
Dirk Söhnholz: In Bezug auf Impactinvestments kann man im engeren Sinn Impact-generierende meinen, also vor allem oft mit hohen Kosten, hohen Mindestinvestitionen und Illiquidität verbundene Venture und Private Debt Investments.
Man kann aber auch börsennotierte Investments nutzen, wenn bei diesen aktives Engagement ausgeübt wird, das nennenswerten sogenannten Investor-Impact bringen kann.
Im weiteren Sinn kann man auch Impact-vereinbare Investments anbieten, bei denen die Zielunternehmen Umsätze oder Investitionen mit positivem Impact generieren. Das wird auch Investment- oder Company-Impact genannt. Dafür kommen auch börsennotierte Aktien- und Anleiheinvestments oder Mikrofinanz-Fonds in Frage.
Bietest Du Deinen Kunden Impact-Investments an und falls ja, welche der genannten Arten?
Marcel Reyers: Ja, grundsätzlich halte ich Impact-Investments für ein sinnvolles Segment im Rahmen einer gut strukturierten Vermögensanlage. Ich würde allerdings sehr klar zwischen verschiedenen Impact-Verständnissen unterscheiden.
Erstens: Es gibt klassisch impact-generierende Investments, etwa Venture-Capital-, Private-Debt- oder andere Private-Market-Lösungen, bei denen das Kapital sehr gezielt in Projekte oder Unternehmen mit zusätzlicher Wirkungsabsicht fließt. Diese Anlagen können sinnvoll sein, sind aber häufig teuer, illiquide, komplex und oft nur für einen begrenzten Anlegerkreis geeignet. Solche Lösungen biete ich nicht an.
Zweitens: Es gibt liquide Investments mit einem Impact-Ansatz, also börsennotierte Strategien, bei denen aktives Engagement, Stimmrechtsausübung und ein dokumentierter Dialog mit Unternehmen eine zentrale Rolle spielen. Das ist aus meiner Sicht besonders interessant, weil man Wirkung nicht nur über Kapitalbereitstellung, sondern auch über Einflussnahme auf Unternehmensverhalten denken kann.
Drittens: Es gibt impact-vereinbare bzw. impact-aligned Investments, also Fonds oder Mandate, die gezielt in Unternehmen investieren, deren Produkte, Dienstleistungen oder Investitionen einen positiven Beitrag leisten – etwa in Gesundheit, Bildung, Ressourceneffizienz, Wasserinfrastruktur oder erneuerbare Energien.
Wenn ich priorisieren müsste, würde ich für viele Privatkunden vor allem auf liquide Impact-aligned Lösungen und – wo qualitativ überzeugend – auf aktive Strategien mit glaubwürdigem Engagement-Ansatz setzen. Das liegt vor allem daran, dass diese Formen besser zugänglich, transparenter, diversifizierbarer und in der Beratungspraxis deutlich leichter in ein Gesamtportfolio integrierbar sind als viele illiquide Speziallösungen. Das sind auch die Lösungen, dich ich gerne anbiete. Dabei greife ich natürlich auch auf deine Expertise und deine Musterportfolios zurück.
Dirk Söhnholz: In Wissenschaft und Praxis werden zunehmend die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDG) als Maßstab für Investment-Impactmessungen herangezogen. Dafür werden schwer nachvollziehbare SDG-Scores genutzt aber t.w auch SDG-vereinbare Umsätze. SDG-Umsätze sind eine relativ einfache Impact-Kennzahl. Zur Berechnung werden in der Regel die von Unternehmen veröffentlichten Segment-Umsätze mit einer Tabelle mit als SDG-positiv, SDG-neutral und SDG-negativen Aktivitäten verglichen. Dabei werden SDG-negative, z.B. fossile Energie- von SDG-positiven Umsätzen abgezogen. Das kann man sogar mit Hilfe von KI-Tools bzw. -Prompts einfach selbst machen.
Was hältst Du von der Impact-Kennzahl SDG-Umsatz?
Marcel Reyers: Den SDG-Umsatz halte ich für eine nützliche, aber unvollständige Kennzahl. Seine große Stärke ist die Verständlichkeit: Wenn ein Unternehmen einen relevanten Teil seines Umsatzes mit Produkten oder Dienstleistungen erzielt, die klar mit positiven Nachhaltigkeitszielen verknüpft sind, dann ist das ein nachvollziehbarer Hinweis auf einen positiven Beitrag. Gerade in der Beratung ist das hilfreich, weil es deutlich greifbarer ist als viele proprietäre Nachhaltigkeits- oder Impact-Scores.
Aber die Kennzahl hat auch klare Grenzen:
- Sie misst in erster Linie Ausrichtung des Geschäftsmodells, nicht automatisch zusätzliche Wirkung.
- Sie sagt wenig darüber aus, wie ein Unternehmen seine positiven Umsätze erwirtschaftet.
- Sie kann Probleme in anderen Geschäftsbereichen überdecken.
- Sie ist stark davon abhängig, wie sauber Segmente abgegrenzt und Aktivitäten klassifiziert werden.
- Sie bleibt häufig näher an Investment-/Company-Impact als an echtem Investor-Impact.
Deshalb würde ich den SDG-Umsatz nie isoliert betrachten. Sinnvoll wird er erst in Kombination mit weiteren Prüfpunkten, etwa:
- Ausschlüssen gravierend problematischer Aktivitäten,
- CapEx-Daten bzw. Zukunftsinvestitionen,
- CO₂- bzw. Ressourcenintensität,
- Kontroversen,
- Qualität der Unternehmensführung,
- und bei aktiven Fonds dem konkreten Engagement-Ansatz.
Der SDG-Umsatz ist ein guter Einstieg, aber kein vollständiger Wirksamkeitsnachweis.
Dirk Söhnholz: Es gibt keine verlässlichen Studien dazu, ob Impactinvestments andere Renditen oder Risiken haben als traditionelle Investments. Konzeptionell gelten Impactinvestments aber als attraktiv, weil in Zukunftsthemen wie Gesundheit und erneuerbare Energien investiert wird, was mittelfristig gute Renditen und geringe Risiken bringen sollte.
Welche Performance-Erwartungen hast Du für Impact-Investments?
Marcel Reyers: Ich wäre hier vorsichtig mit pauschalen Aussagen. Es gibt meines Erachtens nicht den einen Impact-Stil, daher kann es auch nicht die eine verlässliche Renditeerwartung geben.
Meine Einschätzung ist: Langfristig können gut gemachte Impact-Strategien durchaus vergleichbare oder auch überdurchschnittliche Renditen erzielen. Das gilt vor allem dann, wenn sie in strukturelle Wachstumsthemen investieren, etwa Energieeffizienz, Elektrifizierung, Gesundheitsversorgung, Bildung, Kreislaufwirtschaft oder nachhaltige Infrastruktur. Kurz- und mittelfristig kann es aber immer wieder zu Phasen relativer Underperformance kommen, etwa wenn Märkte gerade zyklische, fossile oder sehr bewertungsgetriebene Geschäftsmodelle bevorzugen.
Beim Risiko muss man stark differenzieren:
- Liquide Impact-aligned Aktienfonds haben häufig ein ähnliches Marktrisiko wie thematisch fokussierte Aktienstrategien.
- Mikrofinanz hat ein anderes Risikoprofil, oft mit geringerer Korrelation zu Aktienmärkten, aber eigenen Kredit-, Länder- und Liquiditätsrisiken.
- Private Impact-Anlagen haben zusätzliche Illiquiditäts-, Bewertungs- und Manager-Risiken.
Mein Fazit wäre daher: Ich erwarte keine systematische Unterperformance, aber auch keinen automatischen Renditebonus allein wegen des Labels „Impact“. Entscheidend sind Qualität, Bewertung, Diversifikation und Umsetzungsdisziplin.
Dirk Söhnholz: Die oben genannten Umfragen der BaFIN und des Bankenverbandes zeigen auch, dass Privatkunden oft keine oder keine passenden Impact-Investments angeboten werden. Wie nimmst Du das wahr bzw. wie ist das in Deinem Fall?
Findest Du genug gute Impact-Investments? Was für Produkte fehlen Dir für Deine Kunden?
Marcel Reyers: Ja, diese Beobachtung kann ich gut nachvollziehen. Die BaFin- und Bankenverbandsumfragen deuten beide darauf hin, dass Interesse und tatsächliches Angebot bzw. die tatsächliche Nutzung noch auseinanderfallen.
In der Praxis sehe ich dafür mehrere Gründe:
- Begriffliche Unschärfe
Viele Produkte werden als nachhaltig, ESG, verantwortungsvoll oder Impact-nah vermarktet, ohne dass klar ist, was genau gemeint ist.
- Mangelnde Produktqualität
Es gibt zwar inzwischen viele ESG-Produkte, aber deutlich weniger wirklich überzeugende Impact-Produkte mit sauberer Methodik und verständlichem Reporting.
- Beratungsseitige Unsicherheit
Manche Berater scheuen das Thema, weil sie Reputationsrisiken und Greenwashing-Vorwürfe fürchten oder weil die Produktanalyse komplex ist.
- Regulatorische Komplexität
Die Branche hat in den letzten Jahren viele Offenlegungs-, Klassifizierungs- und Dokumentationsanforderungen erlebt, ohne dass für den Endkunden automatisch mehr Verständlichkeit entstanden ist.
Was mir persönlich im Markt noch fehlt, sind vor allem:
- breit diversifizierte, liquide und kosteneffiziente Impact-ETFs mit belastbarer Wirkungslogik,
- verständliche Impact-Reports, die nicht nur Marketing sind,
- sowie Produkte, die echtes Engagement und reale Geschäftsmodellwirkung sinnvoll kombinieren.
Dirk Söhnholz:
Kannst Du Beispiele für gute Impact-Produkte geben? Und warum hälst Du die für gut?
Marcel Reyers: In der Praxis arbeite ich gerne mit deinen Modellportfolios und Lösungen. Dennoch würde ich weniger einzelne Namen in den Vordergrund stellen als die Qualitätsmerkmale, die ein gutes Impact-Produkt erfüllen sollte. Ein gutes Produkt sollte aus meiner Sicht:
- eine klare Impact-These haben,
- sauber zwischen ESG, Themenschwerpunkt und Impact unterscheiden,
- problematische Aktivitäten glaubwürdig ausschließen,
- einen nachvollziehbaren Selektionsprozess offenlegen,
- über messbare Kennzahlen berichten,
- bei aktiven Strategien ein dokumentiertes Engagement betreiben,
- und die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zur Leistung halten.
Gute Beispiele finden sich tendenziell eher in drei Gruppen:
- aktive globale Aktienfonds mit Engagement-Ansatz,
- Themenfonds mit klarem Fokus auf positive Lösungsanbieter,
- Mikrofinanz- bzw. Entwicklungsfinanzierungsfonds mit robustem Reporting.
Ich würde aber bewusst keine Produktempfehlung allein auf Basis eines schönen Impact-Berichts aussprechen. Entscheidend ist, ob Portfolio, Prozess und Reporting zusammenpassen.
Dirk Söhnholz: Der Anteil von Impactinvestments an allen Investments von Privatkunden ist meistens sehr gering. Und es gibt fast keine wissenschaftlichen oder anderen Veröffentlichungen dazu, wie viel Anteil Impactinvestments am Gesamtportfolio von AnlegerInnen haben sollten.
Welchen Impact-Portfolio-Anteil hältst Du für sinnvoll? Bitte begründe Deine Einschätzung.
Marcel Reyers: Eine allgemeingültige Quote gibt es aus meiner Sicht nicht. Der sinnvolle Anteil hängt von Risikoprofil, Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf, Vermögensstruktur, steuerlichem Rahmen und den persönlichen Nachhaltigkeitszielen des Anlegers ab.
Wenn man dennoch Orientierungswerte nennen möchte, würde ich es etwa so formulieren:
- kurzfristig: eher 5 bis 15 Prozent,
um Erfahrungen zu sammeln, ohne das Portfolio zu stark umzubauen.
- mittelfristig: häufig 10 bis 30 Prozent,
wenn passende Produkte vorhanden sind und die Anleger das Konzept verstanden haben.
- langfristig: je nach Überzeugung und Produktverfügbarkeit auch 20 bis 40 Prozent oder mehr,
insbesondere wenn Impact nicht als Spezialthema, sondern als integraler Bestandteil der Vermögensstruktur verstanden wird.
Für sehr vermögende oder besonders überzeugte Anleger kann der Anteil auch darüber liegen. Für viele Privatanleger halte ich es jedoch für sinnvoll, Impact zunächst als gezielten Kern- oder Satellitenbaustein aufzubauen und nicht als ideologisch motivierten Komplettaustausch des gesamten Portfolios.
Der wichtigste Punkt ist für mich: Der Impact-Anteil sollte aus Überzeugung und mit System wachsen – nicht aus Modedruck (Fomo).
Dirk Söhnholz:
Was hindert Dich daran, mehr Impactinvestments anzubieten?
Marcel Reyers: Die größten Hürden sind aus meiner Sicht:
- Zu wenig Standardisierung
Es fehlt oft an allgemein akzeptierten Definitionen, was genau als Impact gelten darf.
- Begrenzte Produktauswahl in hoher Qualität
Vor allem im liquiden, kosteneffizienten Bereich ist das Angebot noch nicht so breit und überzeugend, wie viele Anleger es bräuchten.
- Greenwashing-Risiko
Wenn die Wirkung nur behauptet, aber nicht sauber belegt wird, leidet die Glaubwürdigkeit der gesamten Kategorie.
- Komplexe Kommunikation
Impact ist beratungsintensiv. Man muss Wirkung, Wirkungsmessung, Zielkonflikte, Risiken und Grenzen erklären können.
- Portfoliotechnische Grenzen
Nicht jedes gute Impact-Produkt passt automatisch in jedes Portfolio. Themenkonzentration, Stilbias, Regionen- oder Sektorüberhänge müssen berücksichtigt werden.
Dirk Söhnholz:
Was möchtest Du noch zu dem Thema Impactinvestments sagen?
Marcel Reyers: Ich halte Impact-Investing für ein sehr wichtiges Zukunftsthema, aber nur dann, wenn man es nicht romantisiert.
Impact ist kein Zauberwort und kein Freifahrtschein für schlechte Produktqualität. Anleger profitieren nicht von wohlklingenden Etiketten, sondern von einer klaren, ehrlichen und fachlich fundierten Beratung. Die wichtigste Aufgabe besteht deshalb meines Erachtens darin, zwischen drei Dingen sauber zu unterscheiden:
- Nachhaltigkeit als Risikoperspektive
- Nachhaltigkeit als Werteperspektive
- Impact als tatsächlicher Beitrag zur Lösung realer Probleme
Wenn diese Ebenen auseinandergehalten werden, kann man Anlegern sehr viel besser helfen. Dann geht es nicht mehr um modische Begriffe, sondern um eine sachgerechte Antwort auf die Frage: Welches Kapital soll welche Wirkung entfalten – und zu welchem Preis, mit welchem Risiko und mit welcher Glaubwürdigkeit?
Genau darin liegt für mich der Wert einer guten Beratung.
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Der von Dirk Söhnholz beratene globale SmallCap-Investmentfonds FutureVest Equity Sustainable Development Goals R konzentriert sich auf die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung mit außerordentlich hohen 99% SDG-vereinbaren Umsätzen der Portfoliounternehmen (Unternehmens-Impact) und hohen E-, S- und G-Best-in-Universe-Scores und zeichnet sich durch ein besonders umfangreiches Aktionärsengagement aus (vgl. Bester Impact Aktienfonds? Teste selbst!).
Zum Vergleich: Ein globaler Small-Cap-ETF hat eine Netto-SDG-Umsatzvereinbarkeit von etwa 5%, ein diversifizierter Gesundheits-ETF etwas über 10%, Artikel 9 Fonds circa 20%, und liquide Impactfonds sowie ein ETF für erneuerbare Energien ungefähr 40% (vgl. Maximale Portfolio-Nachhaltigkeit: Was geht?).