8x new research on circular growth, transition investments, equity greenium, ESG distress, LLM gender biases, doing good and shareholder engagement
Summary
9x new research on circular growth, transition investments, equity greenium, ESG distress, LLM gender biases, doing good, shareholder engagement and cynicism
Sustainable default: Hier sind kurze Zusammenfassungen in Deutsch und Links zu den kompletten Forschungspapieren (# zeigt die Zahl der kompletten Researchdokumente, die bei SSRN bis zum 25. Juni 2026 heruntergeladen wurden. Die Abstracts wurden mit der kostenlosen Version von Deepl.com übersetzt):
Ökologisches und soziales Research
Circular growth: Growth, Competitiveness, and Resilience Circular Economy Opportunities for German Industry von der Boston Consulting Group und dem Bundesverband der Deutschen Industrie vom 9. Mai 2026: “Die Bruttowertschöpfung der Kreislaufwirtschaft könnte sich von derzeit 60 Milliarden Euro bis zum Jahr 2045 auf bis zu 125 Milliarden Euro mehr als verdoppeln … Darüber hinaus sind die ökologischen Auswirkungen der Kreislaufwirtschaft beträchtlich: Die identifizierten Hebel – die sich gleichzeitig positiv auf das BIP auswirken – ermöglichen eine zusätzliche Emissionsminderung von rund 11 Millionen Tonnen CO2e in der Produktions- und End-of-Life-Phase sowie entlang globaler Wertschöpfungsketten …” (S. 4).
Mein Kommentar: Siehe z.B. SDG-Investmentbeispiel 48: US Abfallwirtschaftler – Soehnholz ESG
GHG reduction illusion: Transition or Illusion? What Capital Flows Reveal About Net Zero Credibility von Morningstar Sustainalytics vom 8. Juni 2026: “Die Reduzierung der Treibhausgasemissionen stabilisiert sich nicht und geht auch nicht schnell genug zurück, um Szenarien mit einer Erwärmung unter 2 °C zu erreichen, was darauf hindeutet, dass die Investitionstätigkeit nicht mit den Netto-Null-Pfaden im Einklang steht. Die aktuellen LCTR-Entwicklungspfade (Sö: Low Carbon Transition Ratings) der Unternehmen deuten auf eine Erwärmung um 2,6 °C bis 2050 hin, was deutlich über den im Pariser Abkommen festgelegten Zielen liegt. … Der Versorgungssektor ist aufgrund seines Zugangs zu ausgereiften, skalierbaren Technologien ein Vorreiter der Energiewende. Die Investitionsausgaben konzentrieren sich jedoch weiterhin auf fossile Anlagen, so dass (in unserem Datensatz) nur 40 % der Investitionsausgaben der Versorgungsunternehmen in die kohlenstoffarme Stromerzeugung fließen … Langfristige Investitionsausgaben werden oft nicht offengelegt oder sind nicht verfügbar, was es schwierig macht, das Emissionsminderungspotenzial über das Jahr 2030 hinaus zu bestimmen“ (S. 1).
Mein Kommentar: „Transitions-Investments“ sind schwer zu begründen, wenn die Investment-Ziele überwiegend nicht-nachhaltige Umsätze haben bzw. investieren
ESG Investment Research (in: Sustainable default)
Equity greenium? Is there an equity greenium in the euro area? von Marco Fanari, Marianna Caccavaio, Davide Di Zio, Simone Letta und Ciriaco Milano vom 14. Mai 2026 (#33): “… Die Daten zeigen, dass sowohl die historischen als auch die erwarteten Renditen nachhaltiger Anlagestrategien von denen des Marktes abweichen können. Die ökonometrische Analyse der letzten Jahre zeigt jedoch, dass die Ex-post-Renditedifferenz nach Berücksichtigung bekannter finanzieller Risikofaktoren – wie im Fama-French-Modell – nicht signifikant ist. Dies gilt sowohl für Anlagestrategien, die auf Klimaschutzzielen basieren, als auch für Strategien mit einem breiteren ESG-Fokus. … Andererseits zeigt die Analyse der impliziten Kapitalkosten, dass auf dem Aktienmarkt des Euroraums die erwartete Rendite nachhaltiger Anlagestrategien derzeit unter der des Marktes liegt. Daher ist zu erwarten, dass Aktienportfolios, die Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen, mittel- bis langfristig eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung im Vergleich zum Markt aufweisen könnten … “ (S. 26/27).
Mein Kommentar: Erwartete Renditen sind nicht immer gleich realisierte Renditen, Stranded Assets sind nicht zu vernachlässigen und ähnliches gilt für sozial nachhaltige bzw. Impact- Investments
ESG distress signals: ESG and Financial Distress: The Role of Disclosure Quality in Predictive Accuracy von Iulia Florentina Voicila Voicila and Elena UrquiaGrande vom 3. April 2026 (#56): “Diese Studie untersucht, ob Umwelt-, Sozial- und Governance-Indikatoren (ESG-Indikatoren) die Vorhersage von multidimensionalen finanziellen Schwierigkeiten über traditionelle Bilanzkennzahlen hinaus verbessern. … Wir zeigen, dass der Vorhersagewert von ESG-Indikatoren nicht universell ist, sondern stark von der Qualität der Offenlegung abhängt. In Spanien, wo die Umwelt-Teildimensionen fragmentiert sind und Lücken aufweisen, bieten ESG-Variablen keine zusätzliche Verbesserung …. Im Vereinigten Königreich hingegen, wo die ESG-Berichterstattung konsistent und standardisiert ist, führen ESG-Indikatoren in allen Modellen zu deutlichen und systematischen Verbesserungen, wobei die größten Verbesserungen in der Kategorie „Finanznotlage“ zu beobachten sind …“ (Abstract).
Sustainable default: Defaulting Investors Toward Sustainability: A Field Experiment von Lars Hornuf, Christoph Merkle und Stefan Zeisberger vom 15. Juni 2026 (#18): “…Anhand eines realistischen Anlagekontexts … stellen wir fest, dass die Festlegung einer nachhaltigen Anlage als Standardoption die Akzeptanz im Vergleich zu einer konventionellen Standardoption von 23 % auf 36 % erhöht. Der Effekt ist über die Zeit hinweg stabil, in allen Anlegergruppen gleichbleibend und hält auch langfristig an. Eine Folgebefragung zeigt, dass sowohl nachhaltige als auch konventionelle Anleger erwarten, dass ihre gewählten Portfolios eine überdurchschnittliche Rendite erzielen, doch nur wenige sind bereit, für Nachhaltigkeit auf nennenswerte Renditen zu verzichten …“ (Abstract).
Mein Kommentar: Schön wäre es schon, wenn überhaupt ernsthaft nachhaltige Investments angeboten würden.
LLM (gender) biases: Who Invests, Who Gets Funded: Gender and Racial Bias in LLM-Generated Investment Advice von Ye (Emma) Wang and Kexin Gu vom 12. Januar 2026 (#69): “Liefern große Sprachmodelle (LLMs) über alle demografischen Gruppen von Anlegern und Fondsmanagern hinweg unvoreingenommene Finanzberatung? … Auf der Anlegerseite ist die Fondsauswahl über alle demografischen Gruppen hinweg ähnlich und basiert auf finanziellen Kriterien, doch die empfohlenen Anlagebeträge variieren, wenn die Namen der Anleger Hinweise auf ethnische Zugehörigkeit oder Geschlecht geben – trotz identischem Alter und Einkommen. Auf der Seite der Fondsmanager begünstigen die Kapitalallokationen nicht-schwarze und männliche Manager. …” (Abstract).
Impact und SDG Investment Research
Double green? Doing Good, Investing Less? Substitution Effects between Digital Climate Engagement and Green Investment von Michele Bisceglia, Celine Yue Fei und Sanxi Li vom 22. Mai 2026 (#52): “Wir untersuchen, ob tägliche Umweltmaßnahmen grüne Investitionen ersetzen oder ergänzen. … Im Einklang mit einem Modell, nach dem Einzelpersonen aus ihren gesamten Umweltauswirkungen einen abnehmenden Grenznutzen haben, stellen wir fest, dass das Sammeln von Umweltpunkten negativ mit grünen Investitionen korreliert und dass eine Werbeaktion, die die Wirksamkeit des digitalen Klimaengagements steigert, grüne Investitionen verdrängt. Plattforminitiativen, die das Umweltbewusstsein schärfen, fördern hingegen grüne Investitionen. …” (Abstract).
Shareholder disagreements: Deep divides and limited consensus. A 2026 Survey of Law Professors on Shareholder Proposals Report and Analysis of Results von Lawrence A. Cunningham vom 18. Juni 2026 (#302): “Die Professoren sind sich in zentralen Fragen zum Zweck und zum Umfang des Systems völlig uneinig … Die Ansichten gehen in mehreren Bereichen der Systemgestaltung auseinander, wobei die größte Meinungsverschiedenheit zwischen einheitlichen Regeln und einer unternehmensspezifischen Anpassung besteht ….“ (S. Vi, Vii).
Weiteres Investment Research
Costly cynicism: Profit-Fueled Corporate Cynicism von Leonardo P. Barcellos und Scott A. Emett vom 16. April 2026 (#119): “In der Fachliteratur ist umfassend dokumentiert, dass viele Haushalte zu wenig in Aktien investieren … Wir untersuchen den Zynismus der Amerikaner gegenüber börsennotierten Unternehmen als eine Überzeugungsstruktur, die zur Erklärung der begrenzten Marktbeteiligung beiträgt, … und stellen fest, dass Unternehmenszynismus weit verbreitet ist und die Neigung des Einzelnen, in Aktien zu investieren, negativ beeinflusst. … Wir zeigen ferner, dass die Wahrnehmung von Unternehmen als gewinnmaximierende Akteure den Zynismus gegenüber Unternehmen schürt … Der Zynismus nimmt ab, wenn Unternehmen in narrativen Offenlegungen ihre umfassendere Verantwortung gegenüber den Stakeholdern hervorheben, wenn Menschen dazu angeregt werden, eine Investorenperspektive einzunehmen, und wenn Finanzmedien den Fokus darauf legen, wie Unternehmensgewinne den meisten Amerikanern zugutekommen, anstatt die Ungleichheit zu vertiefen.“ (Abstract).
Kommentar (und meine Fundstelle) siehe Businesses aren’t as evil as people think
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Werbung (in: Sustainable default)
Nur für deutsche und österreichische Anleger (ab einer Mindestanlage von gut EUR 50):
Der von mir beratene globale SmallCap-Investmentfonds FutureVest Equity Sustainable Development Goals R konzentriert sich auf die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung mit außerordentlich hohen 97% SDG-vereinbaren Umsätzen der Portfoliounternehmen (Unternehmens-Impact) und hohen E-, S- und G-Best-in-Universe-Scores und zeichnet sich durch ein besonders umfangreiches Aktionärsengagement aus (vgl. Bester Impact Aktienfonds? Teste selbst!).
Zum Vergleich: Ein globaler Small-Cap-ETF hat eine Netto-SDG-Umsatzvereinbarkeit von etwa 5%, ein diversifizierter Gesundheits-ETF etwas über 10%, Artikel 9 Fonds circa 20%, und liquide Impactfonds sowie ein ETF für erneuerbare Energien ungefähr 40% (vgl. Maximale Portfolio-Nachhaltigkeit: Was geht?).