Rapior/Busch: "Wir identifizieren sechs unternehmerische Biodiversitätsstrategien, die das Engagement für die biologische Vielfalt mit Wertschöpfung und Wettbewerbsvorteilen in Einklang bringen"
Summary
10x new research on sufficiency, nature markets, ESG performance, ESG violations, Scope 3, climate portfolios, biodiversity strategies, suplier ESG issues, shareholder engagement and LLM advice
Supplier ESG issues: Hier sind kurze Zusammenfassungen in Deutsch und Links zu den kompletten Forschungspapieren (# zeigt die Zahl der kompletten Researchdokumente, die bei SSRN bis zum 30. Juli 2026 heruntergeladen wurden). Einige Dokumente wurden durch eine aktive Suche mit Hilfe von Elicit gefunden. Die Abstracts wurden mit der kostenlosen Version von Deepl.com übersetzt:
Ökologisches und Soziales Research
Paradox sufficiency: Navigating tensions in sufficiency-oriented businesses: coping strategies from a paradox theory perspective von Laura Beyeler, Laura Niessen-Wade, Lisa S. Walsleben und Maike Gossen vom 12. Juni 2026: “Suffizienz erfordert eine absolute Reduzierung der Produktions- und Verbrauchsvolumina in wohlhabenden Gesellschaften. … Dreizehn Experteninterviews mit deutschsprachigen, suffizienzorientierten Vorreiterunternehmen brachten acht Paradoxien zutage, die aus Spannungen zwischen den Absichten der suffizienzorientierten Vorreiter und gegensätzlichen, vorherrschenden strukturellen Aspekten bestehen. So stehen beispielsweise Suffizienzpraktiken im Widerspruch zur Konsumkultur, zum Druck nach Zeit- und Kosteneffizienz oder zu neoliberalen Regierungszielen. … Die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren erweist sich als wesentliche Lösungsstrategie, um diese Spannungen zu bewältigen“ (Abstract).
Mein Kommentar: Meiner Meinung nach sollte Wachstum von SDG-positiven Unternehmen unterstützt werden.
Nature market deficits: Key Components of Nature Markets von Maganizo Kruger Nyasulu, Hassan Aftab Sheikh und Ben Caldecott vom 30. Juni 2026 (#28): “Die Natur ist trotz ihrer entscheidenden Rolle für den Erhalt von Wirtschaft und Gesellschaft nach wie vor stark unterfinanziert. … In diesem Beitrag entwickeln und wenden wir einen architektonischen Rahmen an, um fünf Kernkomponenten ergebnisorientierter Naturmärkte zu bewerten: Marktakteure, vertragliche Mechanismen, Ergebnis- und Transaktionsnachverfolgung, Datenüberwachung sowie Finanzinstrumente … Unsere Analyse zeigt, dass vertragliche Mechanismen zwar im Zentrum der Architektur von Naturmärkten stehen, jedoch nach wie vor stark maßgeschneidert, schwer skalierbar und mit hohen Transaktionskosten verbunden sind, was ihre Fähigkeit zur Mobilisierung von privatem Kapital einschränkt. Wir identifizieren zentrale Gestaltungsentscheidungen, die die Grundlage der Kernarchitektur bilden. Darüber hinaus heben wir „Ergänzungsmodule“ hervor, die privates Kapital mobilisieren können …” (Abstract).
ESG Investment Research (in: Supplier ESG issues)
ESG for performance: Sustainable Investment Decisions: Heterogeneous Beliefs and Preferences von Philippe d’Astous, Iwan Meier, Pierre-Carl Michaud vom 13. Juni 2026 (#81): “Wir untersuchen, ob sich die Anlageentscheidungen von Haushalten in Bezug auf ESG-Anlagen durch ihre Präferenzen für Nachhaltigkeit oder durch ihre Erwartungen hinsichtlich künftiger Renditen erklären lassen. … Die Ergebnisse zeigen, dass die Erwartungen hinsichtlich der erwarteten Renditen der ausschlaggebende Faktor für Investitionen in nachhaltige Anlagen sind und dass nicht-monetäre Präferenzen für Nachhaltigkeit nur eine untergeordnete Rolle spielen …” (Abstract).
Costly ESG violations: Cross-National Spillover Effects of ESG Violations von Timo Mandler, Anatoli Colicev, Kathleen Desveaud und Tuuli Hakkarainen vom 18. Mai 2026 (#65): “Anhand von Paneldaten, die ESG-Verstöße mit dem verbraucherbasierten Markenwert von 4.045 Marken in 40 Ländern über einen Zeitraum von neun Jahren in Verbindung bringen, stellen wir fest, dass Verstöße in einem Land den Markenwert in anderen Ländern signifikant mindern. Diese Ausstrahlungseffekte halten über den anfänglichen Nachrichtenzyklus hinaus an, erreichen etwa zwei Monate nach dem Vorfall ihren Höhepunkt und sind bis zu sechs Monate lang nachweisbar. … Der markenweite Schaden pro ESG-Verstoß steht in direktem Verhältnis zur geografischen Reichweite einer Marke …“ (Abstract).
Scope 3 investments: What California’s Senate Bill 253 Means for Asset Managers – How mandatory full-scope emissions disclosure will reshuffle who counts as a carbon leader, and redirect capital accordingly von Sunil Dutta, Jinsung Hwang und Panos N. Patatoukas vom 18. Mai 2026 (#59): “Vermögensverwalter, die klimabewusste Anleger betreuen, … haben Unternehmen bislang vor allem anhand der Scope-1- und Scope-2-Emissionen – also direkter betrieblicher Emissionen und bezogener Energie – verglichen, da diese Daten im Rahmen der freiwilligen Berichterstattung am besten verfügbar waren. Der kalifornische Senatsentwurf 253 ändert dies und schreibt für in den USA „incorporated“ Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde US-Dollar, die in Kalifornien geschäftlich tätig sind, eine umfassende Offenlegung der Emissionen einschließlich Scope 3 vor. Unsere Studie … zeigt, dass die Einbeziehung von Emissionen aus der Wertschöpfungskette die Bewertung der relativen CO₂-Bilanz grundlegend verändert, wobei die Korrelation zwischen den Rankings der Branchen-Peers bei teilweiser und vollständiger Berücksichtigung nur 42 % beträgt. In branchenneutralen, CO₂-orientierten Portfolios senkt eine vollständige Scope-Berücksichtigung die finanzierten Emissionen um rund 45 % gegenüber nur 6 % bei Daten mit teilweiser Berücksichtigung – bei vergleichbaren Renditen …” (Abstract).
Climate correlation risk: Risk 0: Correlated Systemic Risk and the Failure of Diversification in Climate-Exposed Portfolios von Joanne Flinn vom 27. Juli 2026 (#12): “Ein Portfolio kann diversifiziert erscheinen und dennoch in Exposures konzentriert sein, die sich gemeinsam entwickeln, weil sie demselben zugrunde liegenden Treiber unterliegen. Der weltweit größte Staatsfonds hat dies gemessen … Diese Abhandlung zeigt …, dass die eingesetzten Instrumente der modernen Portfoliokonstruktion systematisch ein Residual als diversifizierbar verbuchen, das in Wirklichkeit korreliert und systematisch ist. Das Versagen ist eher empirischer als theoretischer Natur: Die Portfoliotheorie modelliert seit Markowitz (1952) die vollständige Kovarianzmatrix, doch die Kovarianzschätzungen, die die tatsächliche Allokation bestimmen, sind rückblickend. Die klimabedingte Korrelation ist strukturell, vorausschauend und nimmt zu …” (Abstract).
Supplier ESG laxity: OECD Responsible Business Outlook 2026 – Making Commitments Count von der OECD vom 30. Juni 2026: “Die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen zu verantwortungsvollem unternehmerischem Handeln (MNE-Guidelines) sind der führende internationale Standard dafür, wie Unternehmen und Investoren mit ihren Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Gesellschaft umgehen sollten. Sie gelten für Unternehmen und Investoren aller Branchen, Größen und Eigentumsstrukturen und decken alle wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen ab – vom Klimawandel bis zur Technologie, von der Korruptionsbekämpfung bis zu Menschenrechten und Arbeitsstandards (S. 3). … Der vorliegende Bericht bewertet die Praktiken der 10.000 größten an globalen Börsen notierten Unternehmen anhand des OECD-Rahmenwerks zur Sorgfaltspflicht (Sö: „Due Diligence Framework“, S. 8) … 69 Prozent der großen börsennotierten Unternehmen haben öffentliche Verpflichtungen zu mindestens einem Thema im Zusammenhang mit RBC (Sö: Responsible Business Conduct) eingegangen, und mehr als ein Drittel (36 %) hat übergreifende RBC-Verpflichtungen, die eine Reihe von Themen abdecken. … Während etwa die Hälfte der Unternehmen angibt, soziale oder ökologische Kriterien für die Auswahl ihrer Lieferanten zu haben, geben weniger als 20 % an, das Lieferantenrisiko anhand solcher Kriterien zu bewerten … (S. 8). … Nur 6 % legen die Ergebnisse ihres Lieferantenüberwachungsprozesses offen (S. 9) … 24 % bzw. 22 % der Unternehmen geben an, dass sie bereit sind, die Zusammenarbeit mit einem Beschaffungspartner zu beenden, wenn Umwelt- oder Menschenrechtskriterien nicht erfüllt werden … (S. 38). … Dies deutet auf eine erhebliche Lücke zwischen der Umsetzung von Strategien im Zusammenhang mit RBC und Maßnahmen zur Ermittlung und Bewältigung tatsächlicher und potenzieller Auswirkungen (Sö: „Impacts“) hin.
Mein Kommentar: Ich versuche, nur in besonders nachhaltige Unternehmen zu investieren. Aber auch die haben oft noch einen erheblichen Nachhaltigkeits-Verbesserungsbedarf, gerade auch in Bezug auf ihre Lieferkette. Deshalb steht diese im Vordergrund meiner Shareholder-Engagement-Aktivitäten.
SDG und Impact Investment Research
Biodiversity strategies: Nature Protection as a Strategy? Strategic Objectives and Dynamic Capabilities in Corporate Biodiversity Management von Myriam Celine Rapior und Timo Busch vom 19. Juli 2026: “Diese Studie untersucht, warum und wie Unternehmen dem Verlust der biologischen Vielfalt begegnen. Anhand einer Mehrfachfallstudie mit zehn großen Unternehmen aus der Lebensmittel- und Agrarbranche zeigen wir …, dass Unternehmen durch Biodiversitätsmanagement strategische Ziele verfolgen, die über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften oder philanthropisches Engagement hinausgehen. … Wir identifizieren sechs unternehmerische Biodiversitätsstrategien, die das Engagement für die biologische Vielfalt mit Wertschöpfung und Wettbewerbsvorteilen in Einklang bringen …“ (Abstract).
Engagement limits: Climate Regulatory Risk and Shareholder Activism von Ruichen Wang vom 16. Juni 2026 (#26): “…Anhand von CSR-Anträgen, die von US-Aktionären im Zeitraum 2003–2020 eingebracht wurden …, stelle ich fest, dass die Verabschiedung des Pariser Abkommens dazu führt, dass Aktionäre verstärkt für Klimaanträge stimmen, die eine Offenlegung fordern. … Im Gegensatz dazu hat das Pariser Abkommen kaum Auswirkungen auf die Unterstützung für verbindliche Klimaanträge, die konkrete Maßnahmen von Unternehmen verlangen; vielmehr nimmt die Unterstützung für diese Anträge in Zeiten erhöhter politischer Unsicherheit ab …” (Abstract).
Anderes Research (in: Supplier ESG issues)
Uniform LLM advice: One Advisor for the Whole World? Cross-Country Evidence on Financial Advice from Large Language Models von Claes Bäckman vom 23. Juli 2026 (#42): “Haushalte auf der ganzen Welt lassen sich zunehmend von derselben Handvoll großer Sprachmodelle in Sachen Vermögensverwaltung beraten. … Ich stelle führenden Modellen in einundzwanzig Ländern jeweils in ihrer eigenen Sprache dasselbe Portfolio-Problem. Die Empfehlungen sind länderübergreifend nahezu einheitlich, obwohl die Erklärungen auf den lokalen Kontext Bezug nehmen. Ausschlaggebend für die Empfehlung ist vielmehr das Modell, das ein Haushalt konsultiert, und nicht das Land, in dem er lebt. Die Modelle orientieren sich eher an der Finanzberatung für Privatkunden als an den Vorgaben der Finanzwissenschaft und berücksichtigen die Haushaltsbilanz nicht, selbst wenn diese angegeben wird. …” (Abstract).
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Werbung (in: Supplier ESG issues)
Nur für deutsche und österreichische Anleger (ab einer Mindestanlage von gut EUR 50):
Der von mir beratene globale SmallCap-Investmentfonds FutureVest Equity Sustainable Development Goals R konzentriert sich auf die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung mit außerordentlich hohen 99% SDG-vereinbaren Umsätzen der Portfoliounternehmen (Unternehmens-Impact) und hohen E-, S- und G-Best-in-Universe-Scores und zeichnet sich durch ein besonders umfangreiches Aktionärsengagement aus (vgl. Bester Impact Aktienfonds? Teste selbst!).
Zum Vergleich: Ein globaler Small-Cap-ETF hat eine Netto-SDG-Umsatzvereinbarkeit von etwa 5%, ein diversifizierter Gesundheits-ETF etwas über 10%, Artikel 9 Fonds circa 20%, und liquide Impactfonds sowie ein ETF für erneuerbare Energien ungefähr 40% (vgl. Maximale Portfolio-Nachhaltigkeit: Was geht?).