More SDGs: 8 neue Studien zu grüner KI, Reputations-Kompensation, grünen Analysten, leeren Versprechungen, branchenbezogenem Greenwashing, dem Rückgang von ESG und Impact Washing
Zusammenfassung
More SDGs: 8 neue Studien zu grüner KI, Reputations-Kompensation, grünen Analysten, leeren Versprechungen, branchenbezogenem Greenwashing, dem Rückgang von ESG und Impact Washing
More SDGs: # zeigt die Zahl der kompletten Researchdokumente, die bei SSRN bis zum 9. April 2026 heruntergeladen wurden. Die Abstracts wurden mit der kostenlosen Version von Deepl.com übersetzt.
Ökologisches und soziales Research
Green AI? Powering AI: How Do Data Centers Affect Renewable Energy Investment? Von Alexander Heiss, Zacharias Sautner und Thomas Schmid vom 17. März 2026 (#418): “… Wir zeigen, dass die Investitionen in Kraftwerke in Regionen mit Rechenzentren deutlich stärker steigen als in Regionen ohne solche Einrichtungen. … Der Großteil der neu angekündigten Kapazitäten stammt aus Kraftwerken für erneuerbare Energien und Batteriespeichern. Ein wesentlicher Mechanismus hinter diesen Effekten ist der Einsatz von Stromabnahmeverträgen durch Rechenzentren, die projektfinanzierte Investitionen in erneuerbare Energien ermöglichen. Darüber hinaus wirken die Netto-Null-Klimaziele der Hyperscaler als zusätzliche Katalysatoren für Investitionen in erneuerbare Energien im Zusammenhang mit Rechenzentren …” (Abstract).
Reputational offsets: Local Visibility vs. Global Integrity: Evidence from Corporate Carbon Offsetting von Alvaro Pedraza, Tomas Williams und Federica Zeni vom 16. März 2026 (#44): “Obwohl die klimatischen Auswirkungen der CO₂-Reduzierung geografisch unabhängig sind, belegt diese Studie eine begrenzte geografische Fungibilität auf freiwilligen CO₂-Märkten. Unternehmen lösen Emissionsgutschriften (Sö: retire offsets) überproportional häufig in den Ländern ein, in denen sie tätig sind. Wir stellen einen „Informationskanal“, bei dem die lokale Präsenz die Projektprüfung verbessert, einem „Goodwill-Kanal“ gegenüber, bei dem die Unterstützung lokaler Projekte die Sichtbarkeit der Reputation erhöht. Die Ergebnisse stützen die letztere These. Emissionsgutschriften, die innerhalb des operativen Fußabdrucks der Unternehmen eingelöst werden, weisen systematisch eine geringere Projektqualität auf als solche, die aus dem Ausland bezogen werden …” (Abstract).
Green analysts: Objective vs. Perceived Corporate Greenness: Do Individuals Understand Corporate Sustainability Information? von Kornelia Fabisik und Sebastian Rink vom 8. April 2026 (#47): “… Einzelpersonen können die Emissionen von Unternehmen auf einer Umweltfreundlichkeitsskala sinnvoll unterscheiden, auch wenn ihre Bewertungen eine Verzerrung in Richtung des Mittelwerts aufweisen. Dies führt zu einer Überschätzung der Umweltfreundlichkeit bei weniger umweltfreundlichen Unternehmen und zu einer Unterschätzung bei umweltfreundlicheren Unternehmen, wobei die Verzerrung bei umweltfreundlicheren Unternehmen unverhältnismäßig stärker ausfällt. Wir beobachten diese Verzerrung sogar bei Finanzfachleuten und Nachhaltigkeitsexperten. … Wir zeigen zudem, dass bestimmte Gestaltungsmerkmale der Offenlegung die Unterscheidungsfähigkeit von Einzelpersonen verbessern …” (Abstract).
More SDGs: The Need to Expand the SDGs in the Post-2030 Agenda: Pathways Toward the Construction of New Sustainable Development Goals von Felipe Moura Oliveira und Elaine Aparecida da Silva vom 8. Januar 2026 (#69): “… Die rasanten Veränderungen des 21. Jahrhunderts … offenbaren erhebliche Lücken im Anwendungsbereich der aktuellen SDGs. … Es werden sechs neue SDGs vorgeschlagen, die sich auf digitale Ethik, psychische Gesundheit, Kreislaufwirtschaft, Energiegerechtigkeit, den Schutz traditioneller Völker und Klimaresilienz konzentrieren und deren Grundlagen und Auswirkungen beleuchten …” (Abstract).
Mein Kommentar: Nur ein Bruchteil der SDG-Ziele wird bis 2030 erreicht werden. Aktuelle SDG und eventuel neue können dauerhaft ein sehr guter Orientierungsrahmen für nachhaltige Investments sein und gehen vor allem im Sozialbereich weit über die EU Taxonomie hinaus. Mit der einfach zugänglichen und verständlichen Kennzahl SDG-vereinbare Umsätze steht zudem eine gute Metrik für die SDG- bzw. Impactmessung zur Verfügung, vgl. SDG-Umsätze: Eine einfache, aber unbekannte Impact-Messgröße
ESG und Impact Investment Research (in: More SDGs)
Empty pledges: All that glisters is not gold: Heterogeneous signals in corporate environmental commitment von Thang Ngoc Dang, Patrycja Klusak, Monomita Nandy and Suman Lodh vom 7. Januar 2026 (#31): “…Anhand einer weltweiten Stichprobe von 2.635 Unternehmen aus 42 Ländern im Zeitraum von 2015 bis 2022 bewerten wir sowohl allgemeine als auch bereichsspezifische Umweltverpflichtungen – darunter Strategie, Emissionen, Wasser, Abfall und Biodiversität – und untersuchen, inwiefern diese mit der Umweltleistung auf Unternehmensebene zusammenhängen. … Wir finden nur begrenzte Belege dafür, dass Verpflichtungen zu künftigen Umweltverbesserungen führen. In vielen Fällen gehen ehrgeizige Zusagen mit höheren Emissionen oder einem höheren Ressourcenverbrauch in der Folge einher …“ (Abstract).
Mein Kommentar: ESG-Scores sollten vor allem realisierte statt nur geplante Verbesserungen berücksichtigen.
Sectoral greenwashing: Signalling Overreporting and Underreporting in Sustainability: A Methodological Framework Based on ESG Rating Divergences von Annalisa Ferrari, Umberto Filotto, Federico Cini und Rosella Castellano vom 10. Januar 2026 (#29): “In diesem Beitrag wird ein … Konzept vorgestellt, mit dem potenzielles ESG-Greenwashing und Unter-Reporting bei STOXX600-Unternehmen identifiziert werden sollen, indem die Diskrepanz zwischen ESG-Leistungswerten (Refinitiv) und Offenlegungswerten (Bloomberg) genutzt wird. … Die Sektoren Finanzwesen und Technologie weisen stärkere Anzeichen für Greenwashing in den Bereichen Umwelt und Unternehmensführung auf, während die Sektoren Gesundheitswesen und Versorger trotz starker ESG-Leistung häufig zu niedrige Werte angeben …” (Abstract).
Fading ESG: Is ESG’s market impact fading? Stock price reactions to ESG news over time von Vladislav Pyzhov, Kristoffer Glover und Vitali Alexeev vom 25. Februar 2026 (#77): „… In den frühen 2000er Jahren reagierte der Markt sowohl auf positive als auch auf negative ESG-Nachrichten mit Kursverlusten, was damit im Einklang stand, dass ESG-Initiativen zu jener Zeit als Agency-Kosten wahrgenommen wurden. Von den späten 2000er Jahren bis Mitte der 2010er Jahre richteten sich die Marktreaktionen nach der Polarität der Nachrichten: Positive ESG-Nachrichten wurden belohnt, negative hingegen mit Kursverlusten bestraft. Gegen Ende der 2010er Jahre schwächte sich die Wirkung positiver ESG-Nachrichten jedoch erheblich ab, während negative Nachrichten starke Verluste nach sich zogen. Diese Muster zeigen sich über alle ESG-Säulen, Branchen und Unternehmensmerkmale hinweg, wobei kleine Unternehmen stärker auf positive Nachrichten reagieren und große Unternehmen empfindlicher auf negative Nachrichten reagieren …“ (Abstract).
Impact washing? Impact-oriented claims and SFDR: is the sustainable finance regulation preventing the risk of impact-washing? Von Leonardo Boni und Maximilian Leeb Ciantelli vom 9. Januar 2026 (#44): “In diesem Beitrag untersuchen wir die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Investmentfonds im Rahmen der Verordnung über die Offenlegung von Informationen im Bereich der nachhaltigen Finanzdienstleistungen (SFDR) und konzentrieren uns dabei auf 171 italienische Fonds für alternative Anlagen. … Unsere Ergebnisse zeigen einen positiven Zusammenhang zwischen der Intensität der wirkungsorientierten Berichterstattung und dem Volumen nachhaltiger Anlagen … Bei gleichem Umfang an nachhaltigen Anlagen weisen Artikel-8-Fonds eine stärkere wirkungsorientierte Berichterstattung auf als Artikel-9-Fonds. … Dieses Muster gibt Anlass zur Sorge hinsichtlich potenzieller „Impact-Washing“-Praktiken … Wir beobachten dieses Muster insbesondere bei Fonds, die sich an der EU-Taxonomie orientieren…” (Abstract).
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Werbung (in: More SDGs)
Nur für deutsche und jetzt auch österreichische Anleger (ab einer Mindestanlage von gut EUR 50):
Der von mir beratene globale Small-/Mid-Cap-Investmentfonds FutureVest Equity Sustainable Development Goals R konzentriert sich auf die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung mit außerordentlich hohen 99% SDG-vereinbaren Umsätzen der Portfoliounternehmen (Unternehmens-Impact) und hohen E-, S- und G-Best-in-Universe-Scores und zeichnet sich durch ein besonders umfangreiches Aktionärsengagement aus (vgl. Bester Impact Aktienfonds? Teste selbst!).
Zum Vergleich: Ein globaler Small-Cap-ETF hat eine Netto-SDG-Umsatzvereinbarkeit von etwa 5%, ein diversifizierter Gesundheits-ETF etwas über 10%, Artikel 9 Fonds circa 20%, und liquide Impactfonds sowie ein ETF für erneuerbare Energien ungefähr 40% (vgl. Maximale Portfolio-Nachhaltigkeit: Was geht?).
Der von mir beratene Fonds hat seit dem Start im August 2021 eine ähnliche Performance wie traditionelle globale Small- und Mid-Cap-Fonds (vgl. z.B. Fonds-Portfolio: Mein Fonds | CAPinside). Vergangene Performance ist allerdings oft kein guter Indikator für künftige Performance.