Summary
SDG-Investmentbeispiel 48 aus dem von mir beratenen Fonds ist der Abfallwirtschafts-Marktführer WM aus den USA. Auch WM erfüllt meinen wichtigsten Nachhaltigkeitsanspruch, nämlich Produkte oder Services anzubieten, die möglichst kompatibel mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG) sind
SDG-Investmentbeispiel 48 aus dem von mir beratenen Fonds (vgl. My fund) ist WM aus den USA.
WM, ehemals Waste Management, beschreibt sich im Geschäftsbericht 2025 so: „Waste Management, Inc. ist eine Holdinggesellschaft … Über unsere Tochtergesellschaften sind wir Nordamerikas führender Anbieter von umfassenden Umweltlösungen und erbringen Dienstleistungen in den gesamten Vereinigten Staaten („USA“) und Kanada. Wir arbeiten mit unseren Kunden und den Gemeinden, in denen wir tätig sind, zusammen, um Abfälle in jeder Phase – von der Sammlung bis zur Entsorgung – zu verwalten und zu reduzieren, während wir wertvolle Ressourcen zurückgewinnen und saubere, erneuerbare Energie erzeugen. Nach unserer Übernahme von Stericycle, Inc. („Stericycle“) im Jahr 2024 bietet unser Segment Healthcare Solutions Dienstleistungen im Bereich regulierter Abfälle und Compliance sowie sichere Datenvernichtung in den USA, Kanada und Westeuropa an …“ (Übersetzt mit der kostenlosen Version von Deepl.com).
WM wurde 1968 gegründet und ist seit 1971 börsennotiert. WM hat über sechzigtausend Beschäftigte.
WM ist anstelle des Fahrradhelm-Technikspezialisten Mips aus Schweden in den von mir beratenen Fonds aufgenommen worden, weil mein Datenlieferant Clarity.ai Ende Mai die SDG-Umsatzvereinbarkeit von Mips 96% auf 0% reduziert hat. Der Grund war, dass die kopfschützende Sicherheitstechnik von MIPS nicht mehr in das SDG-Vereinbarkeitsschema von Clarity.ai passt. Ich hatte mich vor einiger Zeit entschieden, den strengen Einschätzungen von Clarity.ai zu folgen und nicht mehr meiner eigenen, etwas breiter ausgelegten SDG-Klassifikation.
WM war eines der Unternehmen mit einem besonders guten ESG-Score aus der (nicht-Gesundheits-)Nachrückerliste für den Fonds. Die Liste potenzieller Nachrücker umfasst aktuell etwas über 300 Unternehmen.
Sehr gute SDG-Vereinbarkeit und geringe ESG-Risiken
Auch WM erfüllt meinen wichtigsten Nachhaltigkeitsanspruch, nämlich Produkte oder Services anzubieten, die möglichst kompatibel mit den Nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG) sind (vgl. Bester Impact Aktienfonds? Teste selbst!). Der von mir genutzte Datenanbieter Clarity.ai weist für WM eine Netto-Umsatzvereinbarkeit mit den SDG von 99% aus. Netto bedeutet dabei, dass potenzielle SDG-negative Umsätze, die für WM nicht vorliegen, von den SDG-positiven Umsätzen abgezogen würden.
Zum Vergleich: Fonds gemäß Artikel 9 der Offenlegungsverordnung haben eine Netto SDG-Umsatzvereinbarkeit von knapp über 20% und liquide Impactfonds insgesamt weniger als 40% (vgl. Maximale Portfolio-Nachhaltigkeit: Was geht?).
Negative Aktivitäten bezüglich meiner umfassenden Ausschlussliste oder sehr schwerwiegende Kontroversen sind Clarity.ai in Bezug auf WM nicht bekannt.
Der aggregierte Best-in-Universe ESG-Score von WM liegt Ende April bei 69 von möglichen 100 (höher ist besser) und damit unter den 78 des Fonds. Ein ESG-Score von 69 ist immer noch relativ hoch, denn es wird mit allen Unternehmen des Clarity-Ratinguniversums (>35.000) verglichen und nicht nur branchenintern (Best-in-Class).
Der Umweltscore von WM liegt bei 57 (Fonds 73) und der Sozialscore bei 59 (Fonds 77). Der Governancescore beträgt 89 und ist damit höher als die 85 des Fondsdurchschnitts.
Sofortige Shareholder-Engagement-Reaktion und gutes Nachhaltigkeitsfazit (in: SDG-Investmentbeispiel 48)
Investmentstart war der 18. Mai 2026 und bereits am 19. Mai habe ich meine umfassenden Fragen an WM geschickt. WM hat direkt am 22. Mai geantwortet und das grundsätzlich sehr aufgeschlossen für meine Vorschläge.
Aufgrund der bisher überwiegend nicht sehr überzeugenden Reaktionen auf meine Engagements habe ich meine entsprechende Politik im Februar umgestellt. Die wichtigste Änderung ist, dass ich statt auf bisher bis zu fünf Themen pro Unternehmen nur noch auf ein Thema eingehe, dafür aber noch spezifischere Fragen stelle und detailliertere Vorschläge mache (vgl. 260223 Nachhaltigkeitsinvestmentpolitik der Soehnholz Asset Management GmbH). Diese Fragen beziehen sich auf die Lieferketten-Analyse und das Lieferanten-Engagement von WM.
Die Unternehmen in meinem Portfolio gehören sowohl in Bezug auf Ausschlüsse als auch ESG- und SDG-Kriterien bereits zu den besten weltweit. Andere potenzielle Nachrücker für den Fonds schneiden nach diesen Kriterien etwas schlechter ab. Vor der Investition ist nicht abschätzbar, ob die ausgewählten Unternehmen positiv auf das Shareholder-Engagement reagieren werden. Das liegt auch daran, dass kaum Informationen zu Engagements bei meinen meist relativ kleinen Zielinvestments bekannt sind. Dabei bin ich davon überzeugt, dass Investments und Divestments durchaus reale Auswirkungen auf Unternehmen haben können, vor allem, wenn transparent über diese berichtet wird, so wie ich das hier mache (vgl. Wirkungen der nachhaltigen Kapitalanlage von Rolf Häßler von NKI Research vom März 2025. Zum Thema Divestments siehe Impact divestment: Illiquidity hurts und zum Thema „Additionalität“ von börsennotierten Investments siehe Who Clears the Market When Passive Investors Trade? von Marco Sammon und John J. Shim vom 15. April 2024 und DVFA_Positionspapier-Additionalitaet_2025_final).
Weitere Portfoliodiversifikation und Informationen zum Fonds
Auch WM erfüllt auch meine traditionellen Selektionskriterien hinsichtlich seiner Mindest-Profitabilität und -Liquidität.
WM trägt zudem gut zur Portfoliodiversifikation bei. Es ist das einzige Unternehmen mit Fokus auf Entsorgung bzw. Receycling und steht nach meinen KI-unterstützen Recherchen in keinem nennenswerten Wettbewerb zu anderen Unternehmen im Portfolio. Mit WM steigt der US-Anteil am Portfolio zwar wieder an, liegt aber immer noch bei relativ niedrigen 33%.
Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 80 Milliarden Euro ist WM das am höchsten kapitalisierten Unternehmen im Fonds, dessen Durchschnitt Ende 2025 bei circa 9 Milliarden Euro lag. Das ist grundsätzlich unproblematisch, weil ich keine formalen Kapitalisierungskriterien nutze sondern grundsätzlich alle Unternehmen zulasse, die alle meine Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Das sind aber ganz überwiegend SmallCaps, weil es für spezialisierte Unternehmen, die meistens keiner sind als diversifizierte Unternehmen, leichter ist, die von mir geforderte mindestens 95% SDG-Umsatzvereinbarkeit zu erreichen.
Weitere Informationen siehe z.B.
Globale Small-Caps: Faire Benchmark für meinen Artikel 9 Fonds? (2-2024)
Nachhaltiges Investmentbeispiel 1: Gesundheitspersonalservices (5-2024)
SDG-Investment 2: Handschuhe aus Australien (6-2024)
Impactbeispiel 3: Wassermessgeräte (6-2024)
Impactbeispiel 4: Schwedische Labortechnik (6-2024)
SDG-Investmentbeispiel 5: US-Arzneimittelvertrieb (7-2024)
SDG-Investmentbeispiel 6: Hörimplantate aus Australien (8-2024)
SDG-Investmentbeispiel 7: Chinesische Taxis? (9-2024)
SDG-Investmentbeispiel 8: Baskische Schienenfahrzeuge (9-2024)
SDG-Investmentbeispiel 9: Krebsbekämpfung aus Schweden (9-2024)
SDG-Investmentbeispiel 10: US-Krebsvorsorge und -Diagnose (9-2024)
SDG-Investmentbeispiel 11: Solartechnik aus den USA (9-2024)
SDG-Investmentbeispiel 12: Schweizer Apotheken (9-2024)
SDG-Investmentbeispiel 13: Fokus Grüner Star (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 14: US-Dentalvertrieb (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 15: Smart Grids aus der Schweiz) (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 16: Schweizer Orthopädie (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 17: Mettler Toledo (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 18: Nachhaltige Busse (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 19: Deutsche Gesundheits-Software (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 20: Deutsche Onshore-Windenergie (10-2024)
SDG-Investmentbeispiel 21: Medizingeräte aus Japan (11-2024)
SDG-Investmentbeispiel 22: US-Gesundheitsservices (11-2014)
SDG-Investmentbeispiel 23 Pro Medicus (11-2014)
SDG-Investmentbeispiel 24: Australischer Krankenhausbetreiber (11-2014)
SDG-Investmentbeispiel 25: Biopharmatechnik (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 26: Erneuerbare Energie für Afrika (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 27: Laborservices aus Australien (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 28: Finnische Wellness (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 29: Transplantationsprodukte (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 30: Deutsche Medizintechnik (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 31: Finanzierung nachhaltiger Energieproduktion (12-2024)
SDG-Investmentbeispiel 32: Innovative US-Diabetes-Technik (1-2025)
SDG-Investmentbeispiel 33: Züge aus Frankreich (4-2025)
SDG-Investmentbeispiel 34: Spezialmessgeräte aus den USA (4-2025)
SDG-Investmentbeispiel 35: Spezialisierte US-Medizintechnik (4-2025)
Regelbasierte Investments: Minimale Anpassungen (5-2025)
SDG-Investmentbeispiel 36: Orthopädische Operationstechnik (5-2025)
SDG-Investmentbeispiel 37: Solarenergie(speicher) aus Spanien (5-2025)
SDG-Investmentbeispiel 38: Anti-Infektion aus Australien (5-2025)
SDG-Investmentbeispiel 39: Healthcare-SaaS PBC (5-2025)
SDG-Investmentbeispiel 40: Helmtechnik aus Schweden (5-2025)
SDG-Investmentbeispiel 41: Erneuerbare Energie aus Italien (9-2025)
SDG-Investmentbeispiel 42: Niederländische Smart-Grids (12-2025)
SDG-Investmentbeispiel 43: Diversifizierte Sicherheitstechnik (1-2026)
SDG-Investmentbeispiel 44: Fernunis in Peru und Mexiko (1-2026)
SDG-Investmentbeispiel 45: US-Studienfinanzierer (1-2026)
SDG-Investmentbeispiel 46: Deutsche Verkehrstechnik (4-2026)
SDG-Investmentbeispiel 47: Schwedische Patienten-Mobilitätsangebote (5-2026)
Disclaimer (in: SDG-Investmentbeispiel 48)
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