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Drittes SDG ETF-Portfolio: Konform mit Art. 9 SFDR

Drittes SDG ETF-Portfolio: Fokus auf relativen statt auf absoluten Impact

Durch den Kauf von börsennotierten Aktien fließt kein zusätzliches Geld an Unternehmen. Börsennotierte Unternehmen bzw. Aktienkurse kann man zumindest mit wenig Geld bzw. Einfluß zudem kaum verändern. Auch die Messung möglicher Veränderungen ist bei liquiden Investments schwierig bzw. wenig aussagekräftig. Deshalb kann auch kein absoluter Impact erreicht werden kann.

Andererseits investieren (fast) alle Anleger überwiegend in liquide Anlagen wie börsennotierte Aktien und Anleihen. Diese liquiden Anlagen sollten meines Erachtens so verantwortungsvoll wie möglich sein. Dafür habe ich konsequent nachhaltige konzentrierte ESG SDG Portfolios entwickelt. Diesen Ansatz nenne ich Relative Impact Investing (vgl. Absolute und Relative Impact Investing und Additionalität – Verantwortungsvolle (ESG) Geldanlage (prof-soehnholz.com).

Doch viele Anleger wollen lieber diversifizierter anlegen und/oder Fonds regulierter Anbieter nutzen. Für diversifikationsorientierte Anleger, denen vor allem wichtig ist, wie Unternehmen arbeiten, biete ich seit 2016 die wohl ersten ESG ETF-Portfolios an. Für diversifikationsorientierte Anleger, die vor allem darauf achten, was Unternehmen machen, habe ich die SDG ETF-Portfolios entwickelt. Leider gibt es erst sehr wenige ETFs, die ESG- („wie“) und SDG-Kriterien („was“) konsequent miteinander kombinieren (zur Entwicklung einer individuellen Nachhaltigkeitspolitik bzw. -messung vgl. PRISC – Policy for Responsible Investment Scoring: Die Taxonomiealternative von der DVFA – Verantwortungsvolle (ESG) Geldanlage (prof-soehnholz.com).

„Most-passive” Ansatz

Wie alle meine Portfolios folgt das SDG ETF-Portfolio der RETRO Investmentphilosophie (vgl. Das-Soehnholz-ESG-und-SDG-Portfoliobuch.pdf (soehnholzesg.com). RETRO steht für regelbasiert, evidenzbasiert, transparent, robust und optimierungsfrei. Deshalb nutze ich keine aktiven, sondern nur passive Fonds (ETFs). Die sind regelbasiert und transparent und damit vorhersehbarer und meist auch erheblich günstiger als aktive Fonds.

Regulierte Impactfonds gibt erst seit Inkrafttreten der sogenannten Offenlegungsverordnung (SFDR) Mitte März 2021. Vorher konnten der Impactbegriff und ESG-Bezeichnungen frei genutzt werden. 

Drittes SDG ETF-Portfolio: Artikel 9 der SFDR als Basis

Als konzeptioneller Rahmen für ein solches Weltverbesserungsportfolio bieten sich dabei die 17 Sustainable Development Ziele der Vereinigten Nationen an. Das bedeutet, dass nur ETFs in das Portfolio aufgenommen werden, die mit mindestens einem SDG Ziel im Einklang stehen bzw. es aktiv fördern. In meinem ersten SDG ETF-Portfolio, das ich weiterhin anbiete, habe ich selbst definiert, was ich unter „im Einklang mit mindestens einem SDG“ verstehe.

So komme ich zu einem Portfolio mit 16 ziemlich unterschiedlichen ETFs. Von diesen 16 ETfs werden im April 2021 aber erst wenige von ihren Anbietern als Artikel 9 bzw. Impact ETFs klassifiziert. Das liegt unter anderem daran, dass die Details zur Offenlegungsverordnung sehr spät veröffentlicht wurden bzw. noch gar nicht endgültig sind. Insgesamt erfüllen aktuell 7 ETFs nicht nur die Artikel 9 sondern auch meine weiteren Anforderungen.

Drittes SDG ETF-Portfolio: Branchen- und Themenbasiertes Konzept mit wenig Overlap

Ebenso wie seine zwei Vorgänger soll das dritte SDG ETF-Portfolio Überschneidungen der Aktien der genutzten ETFs möglichst vermeiden. Außerdem sollen auch Überschneidungen mit traditionellen Portfolios möglichst niedrig gehalten werden. Deshalb werden vorzugsweise spezialisierte und damit konzentrierte ETFs mit Fokus auf Midcaps statt Large- und Megacaps genutzt.

Das bedeutet, dass ETFs zu den Querschnittsthemen Klima, Inklusion, Gender, Diversity und Circular Economy typischerweise nicht in das Portfolio aufgenommen werden. Da nachhaltig orientierte Anleger meist keine synthetischen ETFs mögen, werden nur physische ETFs zugelassen. Sofern Artikel 9 ETFs verfügbar sind, die ESG-Kriterien nutzen, werden diese gegenüber ETFs ohne ESG-Kriterien präferiert. Wenn nach dieser Selektionsstufe noch mehrere ETFs pro Thema vorhanden sind, wird der kostengünstigste ETF ausgewählt. Für das Startportfolio werden die sieben ausgewählten Segment-ETFs gleichgewichtet.

Drittes SDG-ETF Portfolio: Megatrendportfolio ohne Trendprognosen

Das dritte SDG ETF-Portfolio umfasst die Segmente Biotech und Healthcare, Infrastruktur, grüne Immobilien, erneuerbare Energien, Wasser und gesunde Ernährung. In den ersten beiden SDG ETF-Portfolios werden zusätzlich die Themen Elektroantriebe bzw. -Mobilität, IT-Infrastruktur, Smart Cities, Erziehung, Blue Economy und Land- und Forstwirtschaft abgedeckt. Für diese Themen gibt es aber noch keine zu meinen Selektionskriterien passenden Artikel 9 Impact ETFs.

Das sieht nach diversifizierten Megatrendportfolios aus. Anders als bei traditionellen Megatrendportfolios nutze ich aber keine Trendprognosen, da die Marktsegmente konzeptionell aus den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen abgeleitet wurden. Das Portfolio wurde zudem rein konzeptionell ohne Nutzung von Rückrechnungen entwickelt.

Wie bei allen meinen anderen Portfolios auch, werden die Regeln einmal jährlich überprüft. So ist davon auszugehen, dass künftig weitere ETFs auf den Markt kommen, die für das Portfolio in Frage kommen. Außerdem kann es sein, dass einige der ETFs im Laufe der Zeit vom Markt genommen werden, weil nicht genug Nachfrage für sie generiert wurde. Zum Jahresende werden alle genutzen ETFs wieder gleichgewichtet.

Gute Performance der ersten SDG ETF-Portfolios und relativ niedrige Kosten

In 2020 hat das erste SDG ETF-Portfolio +18% bei einem zwischenzeitlichen maximalen Verlust von 34% und einer Volatilität von 19% erreicht. Damit waren die Risiken nur geringfügig höher als bei einem sehr breit gestreuten traditionellen Weltaktienindex. Die Rendite des SDG ETF Portfolios lag aber erheblich über der von traditionellen Aktien. Auch im Jahr 2021 haben sich die beiden SDG ETF-Portfolios bisher sehr gut entwickelt.

Die für das dritte SDG ETF-Portfolio selektierten ETFs kommen von nur drei Anbietern, von denen Legal & General zum Start sogar mit 4 von 7 ETFs vertreten ist. Die ETF-Kosten liegen mit knapp 0,5% pro Jahr im Vergleich zu traditionellen ETFs relativ hoch. Sie sind aber niedrig im Vergleich zu aktiv gemanagten Aktienfonds. Hinzu kommen 0,25% für die Soehnholz ESG GmbH. Private Anleger können das Portfolio über die Partner von Soehnholz ESG kaufen (vgl. B2B-Partner – Soehnholz ESG).

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