Vermögensverwalter können mit „Robo-Support“ sehr stark wachsen

Robo-Support ist der wesentliche Treiber eines 22%igen Kundenwachstums von registrieren US Vermögensverwaltern im letzten Jahr. Das ist jedenfalls die Erklärung aus dem Report „2016 Evolution Revolution“ der US Investment Advisor Association und des National Regulator Service (hier: S. 6 und 15). Der Report wertet die offiziellen Berichte von fast 12.000 registrierten Beraten aus.

„A substantial part of this increase can be attributed to two trends, both related to the rise of automated investment advice models—the provision of automated advice to retirement plan participants and the growth among advisers using websites and/or mobile device apps to reach a greater number of clients with lower investment balances“ (S. 15).

Robo-Support wird auch von großen Vermögensverwaltern sehr erfolgreich eingesetzt: „Six … of the top 100 advisers by number of clients fit this description. These six … advisers alone collectively reported nearly 1.2 million additional clients in 2016″.

Keine Überraschung dagegen ist die Tatsache, dass die Zahl der registrierten „reinen“ Online Robo-Advisors um fast 60% auf insgesamt 126 gestiegen ist (S. 15).

Die Vereinigung der US Vermögensverwalter und die Aufsichtsbehörde erwarten einen weiteren Anstieg von Robo-Support bzw. hybriden Modell und reinem Online Robo-Advice: „The trend toward automated advice —both as a standalone model and incorporated into “human touch” businesses—is likely to continue, driven by investor demographics, fee pressure, and increasing costs“ (S. 5).

In Deutschland spricht die Überalterung der Gesellschaft gegen eine Zunahme von solchen Angeboten. Andererseits steigt die Online-Affinität durch die zunehmende Zahl von Anlegern, die seit ihrer Kindheit Online aktiv sind. Steigende Personal- und Regulierungskosten sind auch in Deutschland ein Problem für Vermögensverwalter. Die IT Kosten sind allerdings differenziert zu sehen. Meines Verständnisses können einzelne Services immer günstiger automatisiert werden. Allerdings führt die zunehmende Zahl von automatisierten Services tendenziell zu höheren IT-Kosten für Vermögensverwalter. Und auch Preisdruck durch die Provisionsverbotsdiskussion und die Zunahme von klassischen ETF- und Smart-Beta Angeboten ist in Deutschland ein Thema. Es spricht also viel dafür, dass „Robo-Support“ auch für deutsche Vermögensverwalter ein wichtiges Thema wird.

„Automated advice to retirement plan participants“ dagegen gibt es in Deutschland meines Wissens noch gar nicht. Auch hierfür sehe ich allerdings ein großes Wachstumspotential. So leidet die Verbreitung von privater beziehungsweise betrieblicher Altersvorsorge an relativ hohen Erklärungs- bzw. Vertriebskosten. Automatisierung kann diese Kosten nennenswert senken und so das Kundenpotential erheblich ausweiten.

Quelle: 2016 Evolution Revolution, A profile of the investment advisor profession, by Investment Advisor Association und National Regulatory Services, vom 23.8.2016 („Evolution Revolution and its findings are based on Form ADV, Part 1 data filed by all SEC-registered investment advisers as of April 8, 2016. Advisers are required to file specific information electronically using the Investment Adviser Registration Depository (IARD) system“).

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