Stiftungsidee: Duales Ausbildungssystem internationalisieren. Plädoyer für fremdsprachliche Ausbildungsplätze in Deutschland.

Mit Assetmanagement hat dieses Thema nichts zu tun. Aber die Anregung dazu erhielt ich auf einer beruflich relevanten Veranstaltung: Auf dem Frankfurter IHK Stiftungstag im November kam es in „meiner“ Arbeitsgruppe zum Thema Berufsausbildung zu einer interessanten Diskussion, die ich hier noch etwas anreichern möchte:

Ausgangslage: Viele deutsche Unternehmen haben Schwierigkeiten, gute Auszubildende zu finden. Ausbildungsstellen bleiben unbesetzt oder werden mit Bewerbern besteht, die die geforderten Anforderungen nicht erfüllen. Das gilt besonders für den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Andererseits: In vielen Ländern gibt es eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Und es gibt viele technisch, IT und/oder mathematisch interessierte junge Leute, die eine gute Berufsausbildung suchen. Und: Demographisch benötigen wir den Zuzug junger Leute, von denen idealerweise möglichst viele gut qualifiziert sein sollten.

Warum kommen nicht mehr ausländische Bewerber nach Deutschland? Das kann auch an den Sprachkenntnissen liegen. Deutsch ist eine schwere Sprache. In den meisten Ländern steht sie nicht auf dem Lehrplan oder ist weit weniger beliebt als andrer Sprachen wie Englisch oder Spanisch. Eher praktisch veranlagte Menschen sind oft nicht sehr an Sprachstudien interessiert. Man braucht lange, um deutsch ordentlich zu lernen.

Vielleicht gibt es eine gute Lösung: Das Angebot von Berufsausbildungen in anderen Sprachen: Englisch, Spanisch oder Türkisch zum Beispiel. Beim googeln habe ich so etwas nicht finden können. Vielleicht habe ich das nur übersehen. Was braucht man für solche Berufsausbildungen: Material in der Fremdsprache, Berufsschullehrer, die in der Fremdsprache ausbilden können und Betriebe, die eine fremdsprachliche Berufsausbildung unterstützen.

Ausbildungsmaterial in populäre Sprachen zu übersetzen ist ja sowieso wichtig, wenn man das deutsche Berufsausbildungssystem exportieren will (siehe www.bibb.de).

Berufsschullehrer zu finden, die in Englisch, Spanisch oder Türkisch unterrichten können, sollte möglich sein. Allerdings wird das nicht für alle Berufsschulen sichergestellt werden. Hier kann e-instruction bzw. e-learning – also orts- und zeitunabhängige Ausbildung bzw. Lernen- weiterhelfen. Man kann den fremdsprachlichen Unterricht so sehr breit und sogar international anbieten.

Nicht-deutschsprachige Auszubildende in deutsche Betriebe zu integrieren könnte schon schwieriger werden. Aber vielleicht kann man sogar das nutzen und Paten und Patinnen suchen, die die Auszubildenden begleiten. Das muss gar nicht der Meister sein, das kann auch ein anderer Azubi sein, der zumindest etwas Englisch können sollte. Vielleicht ist es aber auch die Sekretärin. Es gibt viele Sekretärinnen in Deutschland, die nicht nur über gute Deutsch- sondern auch über gute Fremdsprachenkenntnisse verfügen. Oder man nutzt ausländische Niederlassungen, die über deutsche Berufsausbilder verfügen. Die praktische Ausbildung kann vor Ort erfolgen, die theoretische über e-instruction/learning.

Von einem solchen Ansatz kann nicht nur der fremdsprachige Auszubildende profitieren sondern auch die direkten deutschen Kolleginnen und Kollegen, indem sie selbst ihre berufsrelevanten Fremdsprachenkenntnisse verbessern. Natürlich sollte der Azubi im Laufe der Zeit ordentlich Deutsch lernen. Aber das Potential gut qualifizierter und sehr engagierter Bewerber wird viel größer, wenn man auch auf ausländische Azubis zurückgreifen könnte, ohne bei diesen sofort deutsche Sprachkenntnisse vorauszusetzen. Das Ganze muss nicht teuer sein. Mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung gibt es sogar schon eine passende Fördereinrichtung (s. www.bibb.de). Und vielleicht will sich eine der zahlreichen im Bildungsbereich engagierte Stiftungen mit einbringen oder es finden sich neue Stifter, von denen ja auch einige auf der Suche nach neuen Ideen sind, die die Gesellschaft voranbringen.

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