Indexselektion: Vernachlässigtes Thema vieler ETF-Portfolios

Am 20.8. hatte ich ein Gespräch mit Klaus Hecher. Klaus Hecher ist langjähriger ETF Profi und im Bereich Online-Learning aktiv. Wir haben darüber gesprochen, was ETF-Portfolios unterscheiden kann, nämlich viele Punkte, und was davon oft diskutiert wird, nämlich wenige Punkte. ETF Portfolios können sich u.a. unterscheiden in der Ausgangs(Strategischen) Assetallokation, den Änderungsmechanismen für die Asset Allokation (z.B. taktische Allokation mit Trendfolge), der Indexselektion (u.a. klassisches versus Smart Beta), der Anbieterselektion (Marktführer oder auch Nischenanbieter), der ETF-Selektion (u.a. synthetisch versus physisch), dem Währungs- und dem Risikomanagement. Hinzu kommen Unterschiede in der „Verpackung“ (u.a. Dachfonds versus individuelles Portfolio) und den Kosten. In der Praxis werden aber ganz überwiegend sehr ähnliche ETF (Muster-)Portfolios angeboten bzw. propagiert. Diese investieren in wenige Anlageklassen, haben oft starre Grenzen wie 70/30 oder 30/70 in Bezug auf Anleihe- und Aktienquoten und beinhalten überwiegend nicht-synthetische ETFs der ETF-Marktführer. Wenn andere Allokationen verwendet werden, wird ganz überwiegend die nicht mehr zeitgemäße Markowitz-Optimierung zur Begründung herangezogen. Selten wird thematisiert, warum Assetklassen nicht aufgenommen werden und welche Indizes zugrunde gelegt werden. Dabei gibt es viele Unterschiede zwischen Indizes. Konzentrierte Indizes wie der Dax oder Dow Jones haben ganz andere Charakteristika als diversifizierte Indizes. Der MSCI World enthält 0% Emerging Markets, der MSCI All Countries ca. 10% und ein Weltaktienindex auf Wirtschaftsleistungsbasis (BIP) bringt es auf ca. 35% Emerging Markets Anteil. Einzelne Länderaktienindizes sind oft stark von nur wenigen Aktien abhängig. Selbst Weltaktienindizes können es zeitweise auf enorme Abhängigkeiten von einzelnen Ländern („Japanboom“) oder Branchen („Technologieboom“) bringen.

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