Immobilienaktien und REITs: zu Unrecht ungeliebt

Immobilienaktien? So wie IVG? Oder Immofinanz? Oder Meinl? REITs, also Real Estate Investment Trusts, sind in Deutschland bisher auch nicht populär. Und in der Krise 2008 haben Immobilienaktien besonders stark verloren. Das sagen viele Aktienspezialisten, wenn man sie zu dem Thema anspricht. Und Immobilienprofis halten von solchen Aktien oder auch REITs meist auch nicht besonders viel, denn das sind ja Aktien und keine physischen Immobilien. Resultat: Es gibt nur noch ganz wenige in Deutschland aktiv angebotene und erst recht hier gemanagte Immobilienaktienfonds. Man kann darüber streiten, ob jetzt ein guter Zeitpunkt für den Einstieg in Immobilienmärkte ist. Auch dafür gilt: Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen (unbekannter Verfasser). Die Frage ist, wie man seine Immobilienallokation am besten ausbauen kann, wenn man das denn möchte. Börsennotierte Immobilienaktien bzw. REITs haben einige Vorteile: Sie sind täglich liquide, sie sind in sich diversifiziert, da börsennotierte Immobilienunternehmen in unterschiedliche Immobilien investieren, und man kann mit kleinen Summen einsteigen. REITs haben zusätzlich den Vorteil, dass sie steuerbefreit sind, dafür aber praktisch alle Gewinne ausschütten müssen, was aus Anlegersicht ebenfalls attraktiv sein kann. Sind Immobilienaktien aber wirklich ein effizienter Zugang zur Anlageklasse Immobilien oder nur branchenspezifische Aktien? Finanztechnisch ist die Korrelation mit bzw. das Beta zu breiten Aktienindizes nennenswert aber nicht sehr hoch. Von Immobilien erwartet man aber geringe Schwankungsanfälligkeit (Volatilitäten) und geringe Verluste. Damit können Immobilienaktien meist nicht dienen. Sie sind also anders als typische deutsche Immobilieninvestments. Internationale Immobilien zeichnen sich allerdings oft durch höhere Schwankungen und Verlustrisiken aber auch höhere Gewinnchancen als deutsche Immobilien aus. Eine detaillierte Studie von renommierten Forschern (Hoesli/Oikkarinen vom Swiss Finance Institute) hat kürzlich Äpfel mit Äpfeln vergleichen: direkte Büro- und Wohnungsinvestments in den USA und Großbritannien mit vergleichbaren REITs. Resultat: Zumindest mittelfristig gibt es große Ähnlichkeiten bei den Risiken zwischen Direktinvestments und REITs. REITs haben aber tendenziell bessere Renditen. Auch dafür gibt es eine mögliche Erklärung: REITs können sich sehr effizient refinanzieren. Dadurch sind sie sehr flexibel. Sie stehen auch unter ständiger Beobachtung von Analysten. Das führt tendenziell dazu, dass sie über besonders gute Immobilienportfolios verfügen. Fazit: Internationale Immobilienaktien und REITs können ein sehr interessanter Zugang zu Immobilien sein. Der von Veritas gemangte Ve-RI Listed Real Estate hat mit nur 30 Aktien über 4000 internationale Immobilien im Portfolio. Rendite zu Mitte August 2014: 20% YTD.

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