Archiv der Kategorie: Vermögensverwaltung

Robo-ESG: Verantwortungsvolle Online-Investments im Vergleich

Robo-ESG ist bisher offenbar noch kein gefragtes Thema. Jedenfalls wurde mein aktueller Überblick zu Research und News in Bezug auf verantwortungsvolle Onlineinvestments besonders wenig gelesen. Dass Online-ESG bzw. Robo-ESG (ESG steht für Environmental, Social und Governance Faktoren) aber erst wenige Experten interessiert bedeutet aber nicht, dass der Ansatz nicht zukunftsträchtig ist. Immerhin gibt es in Deutschland bereits mehrere Robo-Advisors, die verantwortungsvolle Investments anbieten. Hier kommt ein – wie immer – subjektiver Überblick, denn ich bin mit Diversifikator ja in demselben Markt tätig.

Direct ESG Indexing: Die beste ESG Investmentmöglichkeit auch für Privatkunden?

Direct Indexing bedeutet typischerweise eine direkte Indexnachbildung ohne die Nutzung von „Verpackungen“ wie Investmentfonds oder strukturierten Produkten. Direct ESG Indexing ist neu.

3 Jahre Diversifikator: Gute Rendite, aber „80% anders“ ist schwer zu verkaufen

Drei Jahre stimmt nicht ganz, aber „80% anders“ auch nicht. Wie anders Diversifikator ist, ist schwer zu messen und hängt vom Vergleichsmaßstab ab. Auch ob die Rendite wirklich gut ist, hängt von der jeweiligen Bezugsgröße ab. Selbst die drei Jahre sind nicht präzise, da die Firma erst Anfang März 2016 gegründet wurde. Die ersten Portfolios wurden aber Ende 2015 fertiggestellt und standen ab Mitte Februar 2016 online.

Den Marketingslogan „80% anders“ habe ich gewählt, weil Diversifikator vieles anders macht als kollektive (Fondsmanager, Assetmanager) und individuelle Vermögensverwalter aber auch als Robo-Advisors, von denen es Ende 2015 zumindest in den USA schon ziemlich viele gab.

Risikomanagement: Aktiv ist schlechter als passiv (Robo-Advice)

Vermögensverwalter haben einige Argumente gegen Robo-Advisors. Eines der häufig gehörten heißt: In schwierigen Märkten machen aktive Portfoliomanager besseres Risikomanagement als regelbasierte Maschinen. Daher sollten Anleger besser Produkte von aktiven Managern verkaufen. Wenn sie schon einen Robo-Advisor für die Vermögensverwaltung nutzen, sollte die vom Robo-Advisor genutzten Portfolios von Menschen und nicht von Maschinen bzw. Regeln gemanagt werden.

Ich meine, dass passives bzw. regelgebundenes Risikomanagement besser als aktives „diskretionäres“ Risikomanagement sein kann.

Modellportfolio-Robos sind besser als „normale“ Robo-Advisors

Kunden von deutschen Robo-Advisors sind überwiegend über 50, haben gute Einkommen und sind relativ vermögend. Das sagen jedenfalls mehrere Anbieter auf Konferenzen und in Interviews. Dabei sind die meisten Robo-Advisors nicht besonders attraktiv. Sie nutzen oft veraltete Optimierungsmodelle (siehe hier), bieten keine wirklich verantwortungsvollen Portfolios an (siehe hier) und sind noch nicht einmal besonders günstig.

Es gibt bessere digitale Angebote. Darunter sind auch solche, die für anspruchsvolle Vermögensverwaltungs- bzw. Private Banking Kunden attraktiv sein können. Damit sollten sich Vermögensverwalter und Privatbanken ernsthaft beschäftigen.

CSR und ESG: Verantwortungsvolle Geldanlageangebote für Mitarbeiter und Kunden

„Der Begriff Corporate Social Responsibility (CSR) … steht für verantwortliches unternehmerisches Handeln in der eigentlichen Geschäftstätigkeit (Markt), über ökologisch relevante Aspekte (Umwelt) bis hin zu den Beziehungen mit Mitarbeitern (Arbeitsplatz) und dem Austausch mit den relevanten Anspruchs- bzw. Interessengruppen (Stakeholdern)“ (Wikipedia, Stand 10.12.2018). Verantwortungsvolle Geldanlagen können das CSR-Profil von Unternehmen verbessern und ihnen zusätzlich sogar Gewinn einbringen.

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Robo-Advisors: Weniger Modernität und Transparenz als gedacht

Am 7.12. hat Deloitte Deutschland eine Telefonkonferenz für Robo-Advisors organisiert. Dabei wurde eine Studie zu Asset-Allokationen und Portfoliooptimierungsmethoden vorgestellt, die international von Robo-Advisors genutzt werden. Deloitte stellt unter anderem mangelnde Transparenz fest (siehe hier).

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Robo-Boom statt Robo-Sterben

Robo-Sterben oder korrekter „Immer mehr deutsche Banken begraben ihre Robo-Projekte“ hiess es vor Kurzem (Heinz-Roger Dohms in Finanzszene vom 4.10.2018). Dem Beitrag nach stellt aber nur die Santander Deutschland die Aktivitäten komplett ein. Die Commerzbank bleibt über Cominvest weiter aktiv und die Hamburger Sparkasse hat „Pläne, ein neues Robo-Angebot aufzusetzen“ (ebenda). Und am 11. Oktober heisst es bei Citywire: „Fidelity startet digitale Vermögensverwaltung mit aktiven Fonds „. Was denn nun? Weiterlesen

Von US Robo-Advisors können wir viel lernen

Dieser Beitrag ist in ähnlicher Form erstmals am 10.9.2018 auf www.boerseneinmaleins.de erschienen. Er beruht auf dem „Robo-Advisor Upgrade“, der in der Juni Ausgabe des „Financial Services Observers“ von Morningstar publiziert wurde. Hier stelle ich Thesen dazu auf, welche Entwicklungen der US Robo-Advisors sich in Deutschland wiederholen können und welche nicht. Weiterlesen