Archiv der Kategorie: Regulierung

Online-ESG und Offline-ESG: News und aktuelles Research

Bei ESG, ETFs und Robo-Advisors tut sich etwas in Deutschland, u.a. Online-ESG Angebote, der erste nachhaltige ETF-Dachfonds, mehr Modellportfolio-Angebote und mehr „kostenloses“ Trading. Viele Spass beim Lesen der von mir ausgewählten und t.w. kommentierten Beiträge.

Sind nachhaltige Geldanlagen wichtiger als nachhaltiges Verhalten?

Im heutigen Beitrag geht es nicht nur um nachhaltige Geldanlagen, sondern auch wieder um „traditionelles Research“ und Robo Advisors. Den Schwerpunkt bildet die kritische Analyse einer Allianz Studie zu ESG.

Nachhaltige Geldanlagen: Research und News

 „ESG ist in unserer DNA: Ein nordischer Dialog zwischen ESG und Aktie“ heisst ein Vortrag von Johannes Haubrich von Nordea Asset Management den er dieses Jahr im Mai und Juni auf einer Roadshow für das Bündnis für Fonds gehalten hat. In der Präsentation verweist er auf eine Nordea-Publikation von 2015 mit dem Titel „Nordea’s illustrative analysis on carbon footprint from savings“, die immer noch sehr interessant ist. Darin heisst es: Our illustrative analysis showed how ‘greening’ an individual’s financial assets, such as savings, could generate 27 times greater improvements in a personal carbon footprint than eating less meat, using public transport, reduce water use, and flying less.”

EU Klimaindizes und ESG Indexverordnung: Offizielles Greenwashing?

Regulierung kann gut sein

Ich bin durchaus für Regulierung, wenn der Markt versagt. Das gilt zum Beispiel für die sehr begrüßenswerte Forderung nach vollständiger Kostentransparenz (siehe z.B. http://prof-soehnholz.com/harsche-banken-aber-auch-robo-advisor-kritik-der-eu/).

Bis 2018 wurden deutschen Privatanleger nur wenige „verantwortungsvolle“ Geldanlageprodukte angeboten. Das ändert sich aber gerade (siehe z.B. http://prof-soehnholz.com/esg-ueberall-aktuelle-esg-news-esg-research-robo-news-und-mehr/).

Ich erwarte aber erhebliche Anbieterwiderstände, weil bisher nur ein sehr geringer Anteil von Geldanlagen konsequent verantwortungsvoll ist (siehe z.B. http://prof-soehnholz.com/esg-paradox-einfach-zu-verkaufen-und-trotzdem-nicht-angeboten/).

Deshalb finde ich es nicht schlecht, dass Privatanleger künftig wahrscheinlich explizit gefragt werden müssen, ob sie nachhaltig bzw. verantwortungsvoll anlegen wollen. Dafür ist jetzt alles vorbereitet (siehe TEG interim report on climate benchmarks and benchmarks‘ ESG dislosures vom 18.6.2019, S. 32). Trotzdem können Berater Anlegern ja durchaus sagen, dass verantwortungsvolle Anlagen zu Rendite- oder Risikonachteilen haben, z.B. durch höhere Kosten oder geringere Diversifikation, auch wenn Renditen oder Risiken eher besser sind (siehe hier).

Die geplante Klima- und ESG-Benchmarkregulierung der EU geht aber meines Erachtens in die falsche Richtung.

Nachhaltigkeitstaxonomie der EU: Positive Aspekte aber insgesamt enttäuschend

Am 18.6. hat die EU Technical Expert Group (TEG) on Sustainable Finance ihre Nachhaltigkeitstaxonomie mit dem Titel „Financing a sustainable European Economy: Taxonomy Technical report” herausgebracht.  Die Expertengruppe hat sich sehr viel Arbeit gemacht. Der Report hat über 400 Seiten und enthält viele vernünftige Aspekte. Ich bin aber skeptisch, ob die Taxonomie Zusatznutzen gegenüber den etablierten Services privater Ratingagenturen gebracht hat.

ESG überall: Aktuelle ESG-News, ESG-Research, Robo-News und mehr

ESG überall: Gut, dass ich nur „most passive“ Portfolios anbiete. So habe ich genug Zeit, etliche der vielen interessanten aktuellen Informationen zu Environmental, Social, und Governance-Themen (ESG) und Digitalisierung zu lesen. Hier ist mein aktueller Überblick mit meiner subjektiven Beurteilung:

Haben Fondsanbieter Angst vor ESG-Reportingtransparenz?

Professor Dr. Thomas Mayer vom Flossbach von Storch Research Institute hat heute einen Beitrag mit dem Titel „Die Nachhaltigkeits-Falle“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung veröffentlicht (Seite 29), in dem er m.E. gegen ESG-Reportingtransparenz argumentiert.

ESG-News, Robo-Infos und mehr

In den letzten Wochen sind wieder viele interessante ESG-News, d.h. zu Environmental, Social und Governance bzw. verantwortungsvollen Investments, und auch einige zu Robo-Advisors veröffentlicht worden. Hier sind meine aktuellen Favoriten:

Einfache „Weltverbesserung“ mit verantwortungsvollen Geldanlage-Benchmarks

Falsche Benchmarks sind einer der vier wichtigsten Gründe, warum Anleger bisher immer noch zögerlich mit sogenannten verantwortungsvollen Investments sind:

  1. Unklare Definition, was verantwortungsvoll ist und was nicht (Taxonomie)
  2. Niedrigere Renditeerwartungen
  3. Höhere erwartete Risiken
  4. Scheu vor zu hohem Tracking Error (Abweichung von „offiziellen“ Benchmarks)

Research: 28 neue interessante Beiträge zu verantwortungsvollen Investments, ETFs etc.

Mein letzter Überblick zu Environmental, Social und Governance (ESG) Research stammt aus dem Dezember (siehe hier). Im Folgenden liste ich neueres bzw. zusätzliches ESG-Research auf und auch ein paar allgemeinere Studien, die ich interessant finde. 

Weder Greenwashing noch Greenbashing: Kritik an Flossbach Kritik

Harsche Kritik an verantwortungsvollen Investments nenne ich Greenbashing. Greenwashing ist die Vermarktung von „normalen“ Investments als besonders verantwortungsvoll. Beides schadet der Geldanlagebranche.

Anlass für diesen Beitrag ist eine Rede des von mir sehr geschätzten Herrn Flossbach von dem sehr erfolgreichen Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Diese Rede wurde Ende Januar auf dem Fondsprofessionell-Kongress in Mannheim gehalten. Sie wurde von den zahlreich erschienen Vermögensverwaltern und Anlageberatern mit überwiegender Zustimmung aufgenommen. Inzwischen hat auch die FDP eine ähnliche Analyse bzw. Kommentare wie Herr Flossbach veröffentlicht. Ich stimme einigen Aspekten der Kritik zu, halte andere aber für falsch.