Archiv der Kategorie: Asset Allocation

Robo-ESG: Verantwortungsvolle Online-Investments im Vergleich

Robo-ESG ist bisher offenbar noch kein gefragtes Thema. Jedenfalls wurde mein aktueller Überblick zu Research und News in Bezug auf verantwortungsvolle Onlineinvestments besonders wenig gelesen. Dass Online-ESG bzw. Robo-ESG (ESG steht für Environmental, Social und Governance Faktoren) aber erst wenige Experten interessiert bedeutet aber nicht, dass der Ansatz nicht zukunftsträchtig ist. Immerhin gibt es in Deutschland bereits mehrere Robo-Advisors, die verantwortungsvolle Investments anbieten. Hier kommt ein – wie immer – subjektiver Überblick, denn ich bin mit Diversifikator ja in demselben Markt tätig.

Online-ESG und Offline-ESG: News und aktuelles Research

Bei ESG, ETFs und Robo-Advisors tut sich etwas in Deutschland, u.a. Online-ESG Angebote, der erste nachhaltige ETF-Dachfonds, mehr Modellportfolio-Angebote und mehr „kostenloses“ Trading. Viele Spass beim Lesen der von mir ausgewählten und t.w. kommentierten Beiträge.

Impact+ESG: Innovatives Mischfondsprojekt der von der Heydt Bank

Impact+ESG: Ein Gastbeitrag von Sebastian Liebscher, Bankhaus von der Heydt, s.liebscher@1754.de

Vorbemerkung: Unter dem Arbeitstitel ESGplus hat das Bankhaus von der Heydt gemeinsam mit Diversifikator einen nachhaltigen Mischfonds entwickelt. Zielgruppe der ausschüttenden Variante sind vor allem Stiftungen und gemeinnützige Organisationen. Zusätzlich ist eine thesaurierende Variante für Privatkunden geplant.

Impact+ESG: Nachhaltigkeit konsequent zu Ende gedacht

Mit Impact-Investments sind Kapitalanlagen gemeint, die nicht nur einen ökonomischen, sondern auch einen positiven sozialen oder ökologischen Einfluss haben. Bisher werden vor allem einige soziale und ökologische Venture Capital Investments (Eigenkapital für Startups) sowie Projektfinanzierungen als Impact oder Mission Investments bezeichnet. Sie sind aber meist wenig diversifiziert und oft illiquide bzw. wenig liquide.

ESG überall: Aktuelle ESG-News, ESG-Research, Robo-News und mehr

ESG überall: Gut, dass ich nur „most passive“ Portfolios anbiete. So habe ich genug Zeit, etliche der vielen interessanten aktuellen Informationen zu Environmental, Social, und Governance-Themen (ESG) und Digitalisierung zu lesen. Hier ist mein aktueller Überblick mit meiner subjektiven Beurteilung:

Interessante (ESG) Publikationen der letzten Wochen

Asset-Allocation

Nicht mehr ganz neu (aber erst jetzt von mir gelesen) ist „Robust Asset Allocation for Robo Advisors“ (siehe http://www.thierry-roncalli.com/download/Robo-Advisor-Regularization.pdf) vom September 2018. Ich stimme diesen Kritikpunkt zu: “Today, in many robo-advisors, asset allocation is rather human-based and very far from being computer-based”. Die vorgeschlagene komplexe Lösung der Autoren überzeugt mich aber gar nicht. Ich bleibe lieber bei meinem „most-passive“ Weltmarktportfolio (siehe hier).

Kann institutionelles Investment Consulting digitalisiert werden? Beispiele.

Das ist eine ziemlich ketzerische Frage, weil die individuelle Beratung von institutionellen Anlegern, also solchen mit sehr großen Anlagevolumina, als besonders komplex gilt. Ich meine, dass viele Elemente gut digitalisierbar sind. Das versuche ich am Beispiel einer kostenlos nutzbaren US Webseite zu zeigen.

Statt Kannibalisierung: ESG-Robo oder Alternatives-Robo?

Viele deutsche Banken sind noch zurückhaltend mit dem Einsatz von Robo-Advisors (siehe hier). Das scheint daran zu liegen, dass viele Angst vor der Gefährdung ihres Bestandsgeschäftes („Kannibalisierung“) haben. Außerdem sehen sie ihre Margen im Neugeschäft als gefährdet an. Banken verdienen derzeit noch sehr gut am Verkauf von Investmentfonds, für die sie Vertriebsprovisionen erhalten.

Unabhängige Robo-Advisors dagegen bieten überwiegend niedrigmargige Vermögensverwaltungen auf Basis von kostengünstigen Indexfonds (ETFs) an.

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3 Jahre Diversifikator: Gute Rendite, aber „80% anders“ ist schwer zu verkaufen

Drei Jahre stimmt nicht ganz, aber „80% anders“ auch nicht. Wie anders Diversifikator ist, ist schwer zu messen und hängt vom Vergleichsmaßstab ab. Auch ob die Rendite wirklich gut ist, hängt von der jeweiligen Bezugsgröße ab. Selbst die drei Jahre sind nicht präzise, da die Firma erst Anfang März 2016 gegründet wurde. Die ersten Portfolios wurden aber Ende 2015 fertiggestellt und standen ab Mitte Februar 2016 online.

Den Marketingslogan „80% anders“ habe ich gewählt, weil Diversifikator vieles anders macht als kollektive (Fondsmanager, Assetmanager) und individuelle Vermögensverwalter aber auch als Robo-Advisors, von denen es Ende 2015 zumindest in den USA schon ziemlich viele gab.

Risikomanagement: Aktiv ist schlechter als passiv (Robo-Advice)

Vermögensverwalter haben einige Argumente gegen Robo-Advisors. Eines der häufig gehörten heißt: In schwierigen Märkten machen aktive Portfoliomanager besseres Risikomanagement als regelbasierte Maschinen. Daher sollten Anleger besser Produkte von aktiven Managern verkaufen. Wenn sie schon einen Robo-Advisor für die Vermögensverwaltung nutzen, sollte die vom Robo-Advisor genutzten Portfolios von Menschen und nicht von Maschinen bzw. Regeln gemanagt werden.

Ich meine, dass passives bzw. regelgebundenes Risikomanagement besser als aktives „diskretionäres“ Risikomanagement sein kann.

Modellportfolio-Robos sind besser als „normale“ Robo-Advisors

Kunden von deutschen Robo-Advisors sind überwiegend über 50, haben gute Einkommen und sind relativ vermögend. Das sagen jedenfalls mehrere Anbieter auf Konferenzen und in Interviews. Dabei sind die meisten Robo-Advisors nicht besonders attraktiv. Sie nutzen oft veraltete Optimierungsmodelle (siehe hier), bieten keine wirklich verantwortungsvollen Portfolios an (siehe hier) und sind noch nicht einmal besonders günstig.

Es gibt bessere digitale Angebote. Darunter sind auch solche, die für anspruchsvolle Vermögensverwaltungs- bzw. Private Banking Kunden attraktiv sein können. Damit sollten sich Vermögensverwalter und Privatbanken ernsthaft beschäftigen.