Archiv des Autors: Dirk Soehnholz

Über Dirk Soehnholz

Privatperson. Nur zur Information: "Dienstlich" Geschäftsführer der Veritas Investment GmbH. Alles Weitere siehe Xing oder Linked-In.

Interessante (ESG) Publikationen der letzten Wochen

Asset-Allocation

Nicht mehr ganz neu (aber erst jetzt von mir gelesen) ist „Robust Asset Allocation for Robo Advisors“ (siehe http://www.thierry-roncalli.com/download/Robo-Advisor-Regularization.pdf) vom September 2018. Ich stimme diesen Kritikpunkt zu: “Today, in many robo-advisors, asset allocation is rather human-based and very far from being computer-based”. Die vorgeschlagene komplexe Lösung der Autoren überzeugt mich aber gar nicht. Ich bleibe lieber bei meinem „most-passive“ Weltmarktportfolio (siehe hier).

Direct ESG Indexing: Die beste ESG Investmentmöglichkeit auch für Privatkunden?

Direct Indexing bedeutet typischerweise eine direkte Indexnachbildung ohne die Nutzung von „Verpackungen“ wie Investmentfonds oder strukturierten Produkten. Direct ESG Indexing ist neu.

Verantwortungsvolle als einzige offizielle Geldanlage-Benchmarks: So kann die Welt ganz einfach verbessert werden

Es gib vor allem vier Gründe, warum Anleger bisher immer noch zögerlich mit sogenannten verantwortungsvollen Investments sind:

  1. Unklare Definition, was verantwortungsvoll ist und was nicht (Taxonomie)
  2. Niedrigere Renditeerwartungen
  3. Höhere erwartete Risiken
  4. Scheu vor zu hohem Tracking Error (Abweichung von „offiziellen“ Benchmarks)

ESG als Chance oder Bedrohung für aktive Fondsanbieter?

Vor Kurzem hat ein Vorstand von einem der ganz großen Fondsanbieter mich um meine Antworten auf vier für ihn wichtige Fragen gebeten. Hier sind seine Fragen und meine Antworten:

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Kann institutionelles Investment Consulting digitalisiert werden? Beispiele.

Das ist eine ziemlich ketzerische Frage, weil die individuelle Beratung von institutionellen Anlegern, also solchen mit sehr großen Anlagevolumina, als besonders komplex gilt. Ich meine, dass viele Elemente gut digitalisierbar sind. Das versuche ich am Beispiel einer kostenlos nutzbaren US Webseite zu zeigen.

Statt Kannibalisierung: ESG-Robo oder Alternatives-Robo?

Viele deutsche Banken sind noch zurückhaltend mit dem Einsatz von Robo-Advisors (siehe hier). Das scheint daran zu liegen, dass viele Angst vor der Gefährdung ihres Bestandsgeschäftes („Kannibalisierung“) haben. Außerdem sehen sie ihre Margen im Neugeschäft als gefährdet an. Banken verdienen derzeit noch sehr gut am Verkauf von Investmentfonds, für die sie Vertriebsprovisionen erhalten.

Unabhängige Robo-Advisors dagegen bieten überwiegend niedrigmargige Vermögensverwaltungen auf Basis von kostengünstigen Indexfonds (ETFs) an.

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Research: 28 neue interessante Beiträge zu verantwortungsvollen Investments, ETFs etc.

Mein letzter Überblick zu Environmental, Social und Governance (ESG) Research stammt aus dem Dezember (siehe hier). Im Folgenden liste ich neueres bzw. zusätzliches ESG-Research auf und auch ein paar allgemeinere Studien, die ich interessant finde. 

Weder Greenwashing noch Greenbashing: Kritik an Flossbach Kritik

Harsche Kritik an verantwortungsvollen Investments nenne ich Greenbashing. Greenwashing ist die Vermarktung von „normalen“ Investments als besonders verantwortungsvoll. Beides schadet der Geldanlagebranche.

Anlass für diesen Beitrag ist eine Rede des von mir sehr geschätzten Herrn Flossbach von dem sehr erfolgreichen Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Diese Rede wurde Ende Januar auf dem Fondsprofessionell-Kongress in Mannheim gehalten. Sie wurde von den zahlreich erschienen Vermögensverwaltern und Anlageberatern mit überwiegender Zustimmung aufgenommen. Inzwischen hat auch die FDP eine ähnliche Analyse bzw. Kommentare wie Herr Flossbach veröffentlicht. Ich stimme einigen Aspekten der Kritik zu, halte andere aber für falsch.

3 Jahre Diversifikator: Gute Rendite, aber „80% anders“ ist schwer zu verkaufen

Drei Jahre stimmt nicht ganz, aber „80% anders“ auch nicht. Wie anders Diversifikator ist, ist schwer zu messen und hängt vom Vergleichsmaßstab ab. Auch ob die Rendite wirklich gut ist, hängt von der jeweiligen Bezugsgröße ab. Selbst die drei Jahre sind nicht präzise, da die Firma erst Anfang März 2016 gegründet wurde. Die ersten Portfolios wurden aber Ende 2015 fertiggestellt und standen ab Mitte Februar 2016 online.

Den Marketingslogan „80% anders“ habe ich gewählt, weil Diversifikator vieles anders macht als kollektive (Fondsmanager, Assetmanager) und individuelle Vermögensverwalter aber auch als Robo-Advisors, von denen es Ende 2015 zumindest in den USA schon ziemlich viele gab.